Kunst und Heimat
Von Soslan Khan Aliatasi • 28. März 2009 •
Eine Glosse von Soslan Khan Aliatasi
Heimat – welch wunderschönes Wort. Ein
Wort, das mehr bedeutet als nur den Platz, an dem man lebt. Ein
Begriff, den in dieser Tragweite nur unsere deutsche
Muttersprache kennt. Schon vor vielen Jahren schrieb ich – als
ich fern von Österreich in den USA lebte: „Heimat – das klingt
wie das Schlagen des Herzens eines geliebten Menschen.” Das kann
vermutlich nur jemand nachempfinden, der jemals seine Heimat
verlassen hat – oder noch schlimmer: verlassen mußte.
Heute schämen sich viele Menschen dieses Begriffes. Sind sie
aber in der Fremde, dann freuen sie sich, jemanden aus der
Heimat zu treffen…
Was hat das mit Kunst zu tun? Ich
glaube recht viel. Auch Kunst kann dieses Gefühl des
„Daheim-Seins” vermitteln. Doch da sind wir beim Dilemma der
sogenannten „modernen Kunst”. Wo nichts Gegenständliches mehr
erkennbar ist, die Menschen herausgetreten sind oder aber
grauenvoll verzerrt dargestellt werden, da befindet man sich in
der Eishölle des lebensverneinenden Zynismus.
Wo Lebensverneinung ihren Einzug gehalten hat, da kann keine
Heimat sein – da wird der Betrachter ins Nichts gestoßen. Ist es
denn nicht genug, wenn der Mensch in einer Zerrissenheit leben
muß durch die „Globalisierung” und durch den Verfall, ja die
Zerstörung von Werten, die einem Volk seine Identität gegeben
haben? Frech wird verhöhnt, was viele Generationen von Menschen
an kultureller Identität und menschlichen Werten aufgebaut
haben, und dem Menschen wird „der Spiegel vorgehalten”.
Allerdings ist es ein Zerrspiegel.
Liegt das an einer Lebenshaltung dieser
„Künstler”, liegt es an der Anpassung an ein oktroyiertes
Denkmodell – oder liegt es schlichtweg am mangelnden malerischen
Können und der kreativen Impotenz?
Ich glaube, es ist von alledem etwas. Viele Künstlerkollegen
(ich selbst bin nicht nur Schriftsteller, sondern vor allem
Maler) haben oft genug das technische Können. Warum verfertigen
sie dann diesen Kulturmüll? Ein lieber Kollege aus Aachen hat es
mit wenigen Worten ausgesprochen: „Ich muß von etwas leben. Und
wenn ich etwas zum Leben verdienen will, dann muß ich mich dem
anpassen, was die Kritiker in den Himmel loben.” So einfach ist
das. Das aber heißt, daß scheinbar nur die Kritiker und
Galeristen wissen, was Kunst ist und wie sie zu sein hat, und
eine Lobby bilden, die willigen Käufern etwas anbietet. Dieser
Lobby schenkt der Käufer Glauben und erwirbt den Kulturmüll als
Wertanlage. Heute wird also Kunst nicht gekauft, weil das Werk
den Käufer anspricht, weil es ihm Freude bereitet, sondern aus
pekuniären Gründen.
Mit Kunstverständnis hat das natürlich
nichts zu tun. Weiters wird realistischer und naturalistischer
Kunst – politisch völlig inkorrekt – das „Faschismusmäntelchen”
umgehängt, damit nur ja niemand – aus politischen Gründen – an
der Kultur der Heimat Freude empfindet und sie schätzt.
Das läuft nach dem ewig gleichen Strickmuster ab… „Je weniger
heimatliche Kultur – umso politisch korrekter”. Je mehr an
Heimatverbundenheit untergeht, umso leichter glaubt man, die
Menschen beherrschen zu können – was leider durchaus stimmt,
denn der Entwurzelte ist leicht zu manipulieren.
Der Leser kann sich selbst einen Reim darauf machen, welche
politischen Gruppierungen und Mächte dahinterstehen. Dagegen
müssen wir entschieden gegensteuern – so schwierig das auch
scheinen mag.
Wie kann man gegensteuern? Das ist
leichter, als es den Anschein hat. In unserer Heimat gibt es
viele Künstler, die durchaus gute Kunst vollbringen und die
gerne heimatverbundene Kunst und Kultur pflegten – wenn sie auch
gekauft würde. Die Heimatverbundenheit muß sich auch in
Kunstankäufen eben solcher Werke widerspiegeln.
Dazu braucht es weniger Geld als Mut. Mut, zur Heimat zu stehen
und Mut, gute Kunst auch als gut zu erkennen und zu kaufen. Für
die realistisch malenden Künstler muß es auch wieder eine
Käuferschicht geben, die mehr auf Qualität der Werke achtet denn
auf die Wertsteigerung derselben.
Findet diese gute, realistische, heimatverbundene Kunst wieder
Käufer, so wird sich die Wertsteigerung von selbst ergeben!
Das sogenannte „Multikulti” ist keinerlei Bereicherung der
Kultur, sondern vielmehr deren Abwertung. Fremde Kulturen haben
die europäische Kunst reicher gemacht – aber das war nicht „Multikulti”
– sondern das war immer höchststehende Kunst anderer Völker.
Mittelstand PRO NRW