Pro Mittelstand NRW

Der Mittelstand pro NRW ist einer von mehreren Arbeitskreisen der Bürgerbewegung pro NRW, der seine politischen Inhalte und Ziele auf dieser Internetseite vorstellt und diese im Gesamtverband in den innerparteilichen Diskussionsprozess einbringt


Populismus scheuen die Sozialisten bei Anderen wie der Teufel das Weihwasser, denn es war und ist ihre eigene Erfolgstaktik!

 

 

 

Kommunisten wie Sozialisten geht es nur darum den Global Player Katholische Kirche zu spalten, um einen Welt-Konkurrenten zu beseitigen. Die evangelische Kirche ist bereits zunehmend erfolgreich durch Maulwürfe atheistischer Prägung unterwandert

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Protestanten vergeht die Lust am Kirchenbesuch welt 11.1.12

In der Evangelischen Kirche sinkt nicht nur die Zahl der Mitglieder: Nur noch ein Bruchteil geht zum Sonntagsgottesdienst. Sogar an Heiligabend bleiben zwei Drittel zu Hause.

Wenn Bäume beteiligt sind, gibt es tatsächlich eine wachsende Kirche. Auf dem Gelände der baden-württembergischen Landesgartenschau 2012 in Nagold errichten die evangelische, die katholische und die methodistische Kirche derzeit ein Gotteshaus aus Winterlinden und Weiden mit „Symbolcharakter“, wie die Kirchen am Mittwoch mitteilten.

Protestanten
2010 gingen nur noch 862.504 Menschen an Sonn- und Feiertagen in die Kirche

„Für die Vitalität, Integration und Dynamik der Kirche von heute“ stehe das von Forstfachleuten und Handwerkern in dem Schwarzwald-Ort errichtete Gebilde, hieß es weiter. Unter dessen wachsendem grünem Dach sollen während und nach Ablauf der Landesgartenschau Gottesdienste abgehalten und Konzerte veranstaltet werden.

Neue Daten weisen fast durchweg nach unten

Doch wo sich die christlichen Kirchen kein botanisches Steigerungspotenzial zunutze machen können, will ihnen in Deutschland ein Wachstum in größerem Maßstab nicht gelingen. Im Gegenteil: Die neuesten statistischen Daten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weisen für das aktuell ausgewertete Jahr 2010 fast durchweg nach unten.

So hat sich das Schrumpfen der Mitgliederzahlen bei den Protestanten ungebremst fortgesetzt: Am 31. Dezember 2010 hatten die 22 Landeskirchen insgesamt nur noch 23,89 Millionen Mitglieder, nachdem es im Jahr zuvor 24,19 Millionen und im Jahr 2000 noch 26,61 Millionen gewesen waren. Die Zahl der Austritte ist zwar 2010 gesunken, von 148.450 im Jahr 2009 auf 145.250. Doch weil 2010 die Eintritte inklusive Erwachsenentaufen mit nur geringer Steigerung bei weiterhin gut 56.000 lagen, verbuchten die Protestanten abermals einen großen Verlustsaldo bei den freiwillig Kommenden und Gehenden.

Düstere Zehn-Jahres-Prognose

Weil zudem die Zahl der gestorbenen Kirchenmitglieder (337.000) aus demografischen Gründen deutlich höher blieb als die der hinzugekommenen Säuglinge und getauften Kinder (174.000), kann bei Protestanten von einer zahlenmäßig wachsenden Kirche keine Rede sein. Das gilt genauso für die Katholiken.

Nachdem deren Zahl 2010 nicht zuletzt wegen des missbrauchsbedingten Rekordaustritts von 181.000 Menschen auf 24,6 Millionen gesunken ist, lässt sich sicher prognostizieren, dass in etwa zehn Jahren nur noch die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen einer der beiden großen christlichen Kirchen angehören wird.

Immer mehr entfernt sich Deutschland von der christlichen Zweidrittel-Gesellschaft, in der eine satte Mehrheit kirchlich gebunden ist.

Anteil der Kirchgänger sinkt

Wenig Hoffnung machen die EKD-Zahlen dabei jenen, die meinen, dass eine Kirche umso kräftiger werde, je mehr Laue und Unbeteiligte sie verliert. Wenn diese These von der vitalen Minderheitenkirche stimmen würde, müsste ja der prozentuale Anteil der Kirchgänger an der Gesamtzahl der Mitglieder allmählich steigen.

Wenn die Distanzierten endlich gehen, so die Behauptung, wächst der Anteil der Engagierten, die dabeibleiben und regelmäßig in die Kirche gehen. Doch der Anteil der Kirchgänger steigt nicht, sondern sinkt.

Wie die Nachrichtenagentur Idea entdeckte, ist nicht nur die absolute Durchschnittszahl der Kirchgänger an Sonn- und Feiertagen zurückgegangen, sondern auch der prozentuale Anteil der Gottesdienstbesucher an der Gesamtzahl der Mitglieder.

2010 sind im Durchschnitt nur 3,6 Prozent der Protestanten sonntags in die Kirche gegangen, während diese Quote 2009 bei 3,8 und 2000 bei 4,1 Prozent gelegen hatte.

Das ist für die EKD umso bitterer, als sie sich in ihrem Reformprozess eigentlich vorgenommen hatte, die Besuchsquote in Richtung zehn Prozent steigen zu lassen. Karfreitag – nur 4,4 Prozent im Gotteshaus

Errechnet wird diese Quote so, dass an zwei Tagen im Jahr – dem ersten Advent und dem Sonntag Invokavit in der Passionszeit – in allen Kirchen genau gezählt, aus den gewonnenen Zahlen ein gewichteter Mittelwert gebildet und mit der Gesamtmitgliederzahl verglichen wird.

Die Abweichungen von diesem Durchschnitt können erheblich sein. An Heiligabend betrug 2010 die Quote 33 Prozent, das waren 7,89 Millionen Menschen. Aber auch da gab es einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2009 waren am 24. Dezember noch 8,9 Millionen oder 36,3 Prozent der Protestanten in die Kirche gegangen.

Wobei es insgesamt natürlich bemerkenswert ist, dass sogar an diesem beliebtesten Feiertag der Christen rund zwei Drittel der evangelischen Kirchenmitglieder zu Hause geblieben waren. Und am Karfreitag, dem höchsten evangelischen Feiertag, fanden 2010 nur 4,4 Prozent der Evangelischen den Weg ins Gotteshaus. 2009 waren es noch 4,5 Prozent gewesen.

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Angst vor heißen Eisen die Welt 11.7.11

In ihrem in Mannheim angestoßenen "Gesprächsprozess" wollten die Bischöfe alles zur Sprache bringen, was Katholiken im Innersten bewegt. Doch eine zunehmende Lagerbildung verhindert den echten Dialog

Es ist ein Zeichen von Ehrlichkeit, dass die katholischen Bischöfe jetzt sparsamer mit der Vokabel "Dialog" umgehen. Mit "Gesprächsprozess" ist das Nachdenken über die Zukunft der Kirche in Deutschland, die noch immer unter den Missbrauchsaffären leidet, präziser und korrekter beschrieben. Denn von einem "Dialog" kann, muss man Ergebnisse, verbindliche Aussagen erwarten. Doch was am vergangenen Wochenende in Mannheim eingeleitet wurde, wird so schnell keine von allen akzeptierte Resultate hervorbringen, es ist Meilen von dem entfernt, was zum Beispiel als gemeinsame Synode der Bistümer (1971-1975), als "deutsches Konzil", in die jüngere Kirchengeschichte eingegangen ist. Damals zehrte man noch von der Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Vatikanum. In der Synodenaula wurde offen und temperamentvoll debattiert, man verabschiedete Dokumente über die Laienmitverantwortung, die Ökumene, die Liturgiereform, um nur einige zu erwähnen - und man befürwortete das Diakonat der Frau: als Votum an Rom. Damals schon wurde die Empfehlung ausgesprochen, bewährte verheiratete Männer (viri probati) zum Priesteramt zuzulassen.

Mannheim und die darauf folgenden Phasen des Gesprächsprozesses haben keinen Beschlusscharakter. Es soll, sagte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, einer aus der aufstrebenden jungen konservativen Garde des Episkopats, theologisch verantwortbar und in geistlicher Redlichkeit all das zur Sprache gebracht werden, was Katholiken im Innersten bewegt, "auch wenn uns im Blick auf verbindliche Beschlüsse Grenzen gesetzt sind". Mit diesem Einschub wird angedeutet, dass die bekannten heißen Eisen - Lockerung des Zölibats, Priestertum der Frau, Änderung der Sexualmoral - nach Möglichkeit vor der Tür des Gesprächsforums bleiben sollen. Die Zustimmung der zaudernden Mitglieder der Bischofskonferenz zu dem von Erzbischof Robert Zollitsch angestoßenen Projekt war nur um den Preis eines "geistlichen" Prozesses, eingebettet in Gebet und Gottesdienst, zu haben.

Kritiker der Amtskirche zeichnen gern ein Schwarz-Weiß-Bild: hier die Amtsträger, Bischöfe und Priester, dort das Kirchenvolk, die Laien. Das trifft nicht die Wirklichkeit: Die Trennungslinien verlaufen quer durch beide Gruppen. Im Episkopat lehnen sich allerdings auch die Reformbefürworter nicht zu weit aus dem Fenster: Papst Benedikt steht ante portas, am 22. September kommt er nach Deutschland. Jetzt die Schmerz- und Reizthemen plakativ in den Vordergrund zu stellen würde im Vatikan neues Misstrauen wecken und die Heimatvisite belasten. Kurienprälaten sehen den deutschen Katholizismus von einem antirömischen Bazillus befallen, traditionalistische Kreise haben am Tiber das Gerücht einer Spaltung der Kirche in Deutschland gestreut, die Gefahr eines deutschen Sonderwegs wird unentwegt an die vatikanischen Mauern gemalt. Verschwörungstheorien haben Konjunktur.

Richtig ist: Es gibt eine Lagerbildung. Es stehen sich im Wesentlichen zwei Gruppierungen fast unversöhnlich gegenüber. Ein erstarkter Traditionalismus möchte alles beim Alten lassen. Nur keine Experimente! Für den Tübinger Papstkritiker Hans Küng führt eine solche Vergangenheitsgläubigkeit zu schöpferischer Schwäche, geistiger Impotenz und blutleerer Scholastik. Dieser Teil der Kirche hält mit seiner Vorliebe für kleine Gemeinschaften, für den "heiligen Rest", die hundertprozentig Überzeugten, nicht hinterm Berg. Er lebt seinen Glauben lieber hinter Kirchenmauern und in soziokulturellen Nischen, weniger mitten in der Welt. Das andere Extrem ist ein schwärmerischer Modernismus. Er meint, man brauche bloß alles Alte, die ganze Tradition, abschütteln, dann werde die Kirche von allein genesen. Und zwischen diesen beiden Extremen steht eine dritte Gruppe. Es sind die "normalen" Katholiken, die an Sonn- und Feiertagen brav zur Messe gehen, sich aber aus dem Richtungsstreit heraushalten. Sie finden sich in der aktuellen Debatte kaum wieder.

Kein Zweifel, der kirchliche Umgangston ist rauer geworden. Reformorientierten Gruppen wird oft leichtfertig unterstellt, sie seien nicht mehr katholisch. Das erschwert einen offenen, vor allem angstfreien Dialog. Leider, schreibt der Priester und Publizist Gotthard Fuchs, habe das Thema Angst weder in der Theologie noch in der kirchlichen Realität den Platz, der ihm gebühre. Denn Angst sei ein Grundbestand der Welt. Angst wahrnehmen und mitteilen sei eine produktive Kraft des Christlichen. Viele Missverständnisse, Ärgernisse und Zerwürfnisse entstünden gerade in der Kirche dadurch, dass Gläubige im Umgang mit ihren Ängsten Analphabeten seien. Dass es in der Kirche Angst voreinander gibt, hat seine Wurzeln in den nicht transparenten Machtstrukturen. Bei jeder Bischofsernennung, etwa jüngst in Berlin, tritt das zutage. Personalpolitik ist Machtpolitik.

Die Hirten der Kirche sind selbst in einer schwierigen Situation. Sie haben dem Druck von oben standzuhalten, vom Papst, dem Inhaber aller drei Gewalten: Legislative, Exekutive und Judikative. Andererseits bekommen sie Druck von unten, von den Gläubigen, zu spüren. Viele Katholiken sehen mit Verbitterung, dass das kirchliche Leben vielerorts erstickt, weil Priester fehlen, die Gemeindeleitung aber geweihten Männern vorbehalten ist und Rom auf diesem Grundsatz beharrt. Seit zwölf Jahren ist die Zahl der Geistlichen um 20 Prozent geschrumpft, das ist doppelt so viel wie der Rückgang des Anteils der Katholiken an der Bevölkerung. In Hirtenbriefen forderte der Kölner Kardinal Joachim Meisner die Gläubigen auf, für mehr Berufungen zu beten.

Für den Soziologen Franz-Xaver Kaufmann klingen solche Appelle eher wie das Pfeifen im dunklen Wald denn als glaubensfrohe Zuversicht. In einem Brief an Meisner erinnerte er an die Frage des verstorbenen Münsteraner Bischofs Heinrich Tenhumberg, ob im Ausbleiben von Priesterberufungen möglicherweise ein Zeichen des heiligen Geistes zu erkennen sei, die zölibatäre Lebensform zu ändern. Warum, schrieb Kaufmann, werde diese Überlegung nicht wieder aufgenommen? Eine Antwort, bedauert er in seinem Buch "Kirchenkrise", habe er nie erhalten.

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Sinn statt Theologie die Welt 1.6.2011

 Am Kirchentag in Dresden lässt sich eine tiefe Veränderung der Religiosität ablesen. Der Theologe Friedrich W. Graf diagnostiziert „eine Tendenz zur Infantilisierung“ im Protestantismus. An die Stelle intellektueller Auseinandersetzung tritt die Frage nach Lebensbewältigung und Spiritualität

MATTHIAS KAMANN

 Im „Zentrum Frauen“ kann es am Donnerstag spannend werden. Da stellt sich auf dem  Dresdner Kirchentag der Münchner Theologe Friedrich Wilhelm Graf der Kritik an seiner These, dass in evangelischen Pfarrhäusern immer mehr Frauen zu finden seien, die eher der „Mutti-Typ

statt wirklich intellektuell“ seien. Wenn er Enkel hätte, so sagte unlängst der 63- jährige Professor, würde er nicht wollen, dass die Kinder mit solchen Pfarrerinnen konfrontiert wären. Feministischer Zorn ist dem streitbaren Geist sicher. Schade aber wäre es, wenn mit Graf in

Dresden nur über Geschlechterfragen gestritten würde. Denn die sind in diesem Zusammenhang eher unbeachtlich, schon deshalb, weil der liberale Systematiker nichts gegen die  Frauenordination hat. Kaum bestreiten dürfte er zudem, dass unter den gegenwärtig gut 30 Prozent Frauen im protestantischen Pfarrdienst – Tendenz steigend – auch kluge Theologinnen zu finden sind und dass umgekehrt bei den Männern mancher Vati-Typ auftritt. Diese Vati- und Muttihaftigkeit ist das Problem. Gerade für Graf selbst: „Es gibt in der evangelischen Kirche derzeit einen Trend zur Infantilisierung des Christlichen, zu einem Stil religiöser Kommunikation, der sich primär an Kinder und andere vermeintlich Unmündige richtet“, schreibt Graf in seinem neuesten Buch „Kirchendämmerung“, das in vielen Gemeinden erregt debattiert wird. Das Evangelium gerate „zu einer ganz einfachen, letztlich banalen Allerweltsbotschaft von einem Wohlfühlgott, der immer nur Liebe ist“, kritisiert Graf. Zwar seien Frauen nach seiner Meinung

besonders empfänglich für jene Tendenzen, doch im Kern ärgert er sich über diese Strömung als solche. Wenn sie am Donnerstag zur Sprache kommt, könnte deutlich werden, wohin der Protestantismus und die Kirchentage gehen. Zwar ist es immer ein wenig realitätsfremd, evangelische Kirchentage als eindeutige Wegmarken in der Entwicklung dieser Konfession zu betrachten. Die jetzt in kirchlichen Diskussionsforen ausgetragene Debatte, ob der Kirchentag

mittlerweile unpolitisch oder aber viel zu politisch sei und welches „Signal“ in Umwelt-,  Integrations- oder Friedensfragen vom 33. Protestantentreffen ausgehen könnte, das vom heutigen Mittwoch bis zum Sonntag in Dresden stattfindet – all dies hat wenig mit den  Erfahrungen der meisten Besucher zu tun. 110 000 Dauerteilnehmer und vermutlich fünf Mal so viele Kurzzeitgäste bewegen sich zwischen den etwa 2500 Veranstaltungen mit allerlei Prominenz so wenig nach Plan, dass sich die meisten hinterher wohl sehr wundern werden, was ihnen Bischöfe und Kommentatoren so an „Botschaften“ und „Zeugnissen“ andichten. Als Bundespräsident Christian Wulff, der den Kirchentag eröffnen wird, am Dienstag der  Nachrichtenagentur epd sagte, ein Kirchentag könne dazu beitragen, „den Zusammenhalt in unserem Land zu stärken sowie Mut und Zuversicht für den notwendigen Wandel zu geben“, wurde klar, wie wenig Konkretes sich über die Symbolwirkung des Treffens sagen lässt. Etwas lehren jedoch können Kirchentage darüber, wie christliche Religiosität – von felsenfesten Glaubensüberzeugungen sollte man beim Gros der Kirchentagsbesucher nicht sprechen –, wie also christliche Religiosität in Formen und vor allem Worte gefasst wird. Das ist dieses Mal in der sächsischen Hauptstadt umso relevanter, als 75 Prozent der Bürger im Freistaat konfessionslos sind und die Evangelischen ihre Außenwirkung bedenken müssen. Entsprechend erhofft sich die diesjährige Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) von dem Protestantentreffen eine Aussage zur „Zukunft des Glaubens in einem glaubensfernen Umfeld“. Eine solche Aussage dürfte bedeutsam sein, da sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) derzeit insgesamt,

von ihrer Synode bis zu vielen Einzelgemeinden, der Mission annehmen will, der Ausbreitung des Glaubens nicht unter fernen Eingeborenen – sondern in Bielefeld und Bitterfeld.Damit aber kommt wieder Friedrich Wilhelm Graf ins Spiel. Denn auch wer dessen „Mutti“-These für polemisch überzogen hält, muss feststellen, dass gerade die missionarischen Bemühungen

im Protestantismus etwas Elterliches haben. Sie laufen auf Hilfe bei der Erfahrung von persönlichem Lebenssinn hinaus. So sind die Konzepte für „Glaubenskurse“, mit denen die EKD vom Herbst an Fernstehende vielerorts ins religiöse Gespräch ziehen will, weniger an theologischen Fragen orientiert als daran, wie man durch Gottvertrauen in Lebenskrisen

zwischen Krankheit und Erziehungssorgen persönlichen Halt findet. In diese Richtung dürften auch die Unterhaltungen gehen, die jetzt in Dresden auf Kirchenbänken geführt werden sollen, welche in der ganzen Stadt zum Zwecke religiöser Zwiegespräche aufgestellt werden. Das formale und emotionale Pendant dessen ist nicht „Liturgie“, sondern jene „Spiritualität“, der zahlreiche Kirchentagsveranstaltungen auf den Grund gehen sollen. Während also das Vorurteil weiterhin das Klischee von Kirchentagen als Hochämtern einer Gutmenschlichkeit reproduziert,

die echte Gläubigkeit durch Political Correctness ersetzt, finden die wichtigeren Weichenstellungen längst innerhalb dieser Gläubigkeit statt. Es geht um die Frage, wie viel Theologie der Glaube noch braucht. Derzeit sieht es so aus, als brauche er nicht so viel.

Dass Veranstaltungen der „feministischtheologischen Basisfakultät“ auf dem Kirchentag nicht etwa um Übersetzungsfragen der „Bibel in gerechter Sprache“ kreisen, sondern „Genieß das Leben alle Tage“ heißen oder „Dafür schlägt mein Herz“, ist durchaus signifikant. Generell

spielen im Protestantismus theologische Dispute – etwa über die Deutung von Jesu Kreuzestod – nur noch eine geringe Rolle. Auch im Dialog mit dem Islam ist die Alternative zu Thilo Sarrazin weniger die sachlich-freundliche Auseinandersetzung über unterschiedliche Glaubenslehren,

sondern die Ergründung von Mystik und Nächstenliebe als Gemeinsamkeiten der beiden Religionen. Keineswegs unrecht also hat Graf, wenn er feststellt: „Für den in der evangelischen

Kirche derzeit vorherrschenden Stil religiöser Kommunikation ist die Annahme leitend, dass der gebildete Christ der Vergangenheit angehört.“ Allerdings ist zu bedenken, dass  Kirchentagsbesucher überdurchschnittlich gut gebildet sind. Dass sie zu Tausenden die Auftritte Margot Käßmanns in Dresden besuchen werden, wird zeigen, dass sich auf den Glauben derzeit eben andere als intellektuelle Bedürfnisse richten.

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Das Feuer an den Machtstrukturen lodert

Längst hat die Bereitschaft für grundlegende Reformen in der katholischen Kirche auch konservative Kreise erreicht

Die Kritiker warten auf die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen BischofskonferenzFriedhelm Hengsbach wundert sich. Der Theologe, einst Nachfolger des großen katholischen Sozialethikers Oswald von Nell-Breuning an der Frankfurter Jesuitenhochschule Sankt Georgen, kann keine neuen revolutionären Gedanken in dem Aufruf der mehr als 150 katholischen Hochschullehrer für einen "Aufbruch" in der Kirche entdecken. Die Forderungen nach tiefgreifenden Reformen seien "uralt, wie ein rostiger Nagel", sagt Hengsbach der "Welt". Der Professor macht sich wenig Hoffnung, dass es gelingen werde, den Rost endlich wegzukratzen: "Ich glaube, der deutsche Episkopat ist momentan gespalten, gar nicht handlungsfähig." Den Appell hat Hengsbach dennoch unterschrieben: "Man muss den bevorstehenden Papstbesuch nutzen, um auf die Probleme der Kirche aufmerksam zu machen. Es wäre eine Kurzschlusshandlung, an den alten Strukturen festzuhalten." Sie seien das Hindernis für neue Lebenskraft und Glaubwürdigkeit der durch Missbrauchsaffären, Austritte und Priestermangel erschütterten Kirche.

In dem "Memorandum" der Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist alles aufgelistet, was seit vier Jahrzehnten innerkirchlich diskutiert wird: Lockerung der Zölibatsverpflichtung, Priesterweihe von Frauen, Beteiligung des Kirchenvolkes an der Auswahl der Bischöfe, ein Ende des moralischen Rigorismus und eine verbesserte Rechtskultur. Doch heute sind es nicht nur die "üblichen Verdächtigen", die Theologen aus dem progressiven Spektrum, die den neuen "Alarmruf" unterstützen, es haben auch eher konservative Professoren wie der Freiburger Eberhard Schockenhoff und Peter Neuner (München) ihre Unterschrift gegeben. Das ist eine neue Entwicklung, das Feuer der Kritik an den Macht- und Kommunikationsstrukturen lodert nun an mehreren Stellen. Gemeinsam ist den Unterzeichnern das große Unbehagen über eine verstärkte Klerikalisierung und die Bildung von Mega-Pfarrgemeinden, die eine personale Seelsorge praktisch unmöglich machten. "Seelsorge tritt zugunsten organisatorischer Fragen in den Hintergrund", bedauert Professor Neuner. Sein Augsburger Kollege Hanspeter Heinz, zehn Jahre Rektor im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), rät ebenfalls zu einem entschiedenen Eintreten für eine Reform - "gerade angesichts des Papstbesuchs". Das unversucht zu lassen wäre "unverantwortlich", sagte er der "Welt". Heinz fügt hinzu: "Wenn die Unruhe laut genug ist, wird Bewegung in die Sache kommen." Eine Mitwirkung von Priestern, Diakonen und Laien bei der Bestellung neuer Bischöfe sei schon heute "unterhalb der Konkordatsebene" möglich. Der Theologe spricht offen von einer "einseitigen Auswahl" der Bischöfe: "Es werden angepasste Leute ausgesucht. Was in Rom zählt, das ist die Stimme von Kardinal Joachim Meisner." Geistliche, die zu päpstlichen Äußerungen kritisch Stellung genommen hätten, "solche Männer werden nicht Bischof". Werde in einem Bistum eine von Rom als problematisch betrachtete Seelsorge entwickelt, setze man beim Wechsel einen Nachfolger ein, der die Entwicklung rückgängig mache.

Zu einer ähnlichen Diagnose kommt Michael Albus, der in Freiburg "Religionsdidaktik der Medien" lehrt. Aus "Angst vor Rom" gehe der vom deutschen Episkopat versprochene "Dialogprozess" nicht voran. "Es tut sich nichts, momentan liegt alles brach", beschreibt Professor Albus die Lage. "Wir haben es mit einer richtigen Lähmung zu tun." Nur eine bestimmte Gruppe von Bischöfen sei zu einem wirklich offenen Dialog bereit. Albus würdigt die Stellungnahme des Sekretärs der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, zu dem Memorandum. Langendörfer hatte erklärt, Angst sei in der Tat kein guter Ratgeber, die Kirche in Deutschland suche in neuer Lebendigkeit danach, wohin sie ihr Pilgerweg heute führe, und "sperrigen Themen" sei dabei nicht zu entkommen. Für den Professor aus Freiburg ist jedoch fraglich, dass Langendörfer tatsächlich für die gesamte Bischofskonferenz spreche. In heiklen Situationen schiebe "man immer einen vor die Festung". Zudem sei es "schlimm", dass die Bischöfe in der Frage der Entschädigung der Missbrauchsopfer über Ankündigungen nicht hinausgekommen seien, so entstehe der Eindruck einer "Ankündigungskirche".

Der Mainzer Theologe Gerhard Kruip, der maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des "Memorandums" hat, warnte die Bischöfe, die Unzufriedenheit gerade der engagierten Laien nicht ernst zu nehmen. Wenn die Reformschritte fehlschlügen, sei die Kirche in den deutschsprachigen Ländern am Ende. Der Theologen-Appell habe eine große Dynamik entfaltet. Und die amtskirchenkritische Gruppierung "Wir sind Kirche" mahnte: "Solange nicht alle Bischöfe zu einem Dialog ohne Denkverbote über die Zukunft der Kirche bereit sind, wird die Glaubwürdigkeit der Kirche weiter sinken."

Der Druck auf den Episkopat wächst. Nun wartet man auf die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Sie will nach einer offiziellen Ankündigung ihrerseits Vorschläge erarbeiten. So viel steht fest: Der katholischen Kirche in Deutschland stehen weitere unruhige Monate bevor - ausgerechnet im Jahr des offiziellen Besuchs von Papst Benedikt in seiner Heimat.

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Eine rot-fromme Liebschaft   die Welt 12.12.2010

 

Seit Monaten beargwöhnt die Opposition den Flirt zwischen Protestanten und Sozialdemokraten in NRW. Nun protestieren CDU und FDP erstmals offen gegen die enge Allianz von Kirche und Regierung

Soeben hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ihre ergreifende Rede beendet: eine Rede über Liebe angesichts des Todes, über den Wunsch, den Angehörigen Verstorbener zu helfen. Und über diesen schlimmsten Schmerz aller Eltern, ein Kind zu verlieren. Dann ging sie, klapprig und zitternd, zurück auf ihren Platz in der ersten Reihe der Duisburger Salvatorkirche. Sie war fertig. Ihr Sitznachbar Nikolaus Schneider - Kopf der rheinischen und deutschen Protestanten - sah es und ergriff für einen Moment ihre Hand. Und Kraft lehnte sich, ebenso kurz, an seiner Schulter an.

Es war nur ein Moment beim Trauergottesdienst für die Opfer des Loveparade-Unglücks Ende Juli. Aber er sprach Bände. Da waren sich zwei Prominente, der ranghöchste deutsche Protestant und die Ministerpräsidentin des wichtigsten Bundeslands, vertraut und nah. Ein wenig unwohl fühlten sich bürgerliche Politiker schon lange, wenn sie auf diese offenkundig enge Beziehung zwischen den Spitzen der evangelischen Landeskirchen und der Ministerpräsidentin schauten. Aber darf man Sympathien kritisieren? Natürlich nicht. Also fraßen Christ- und Freidemokraten ihre Irritation still in sich hinein.

Nun aber scheint der Geduldsfaden gerissen zu sein. CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann ließ vernehmen, er setze auf die "vielen mündigen Mitchristen", die schon wüssten, ob bestimmte politische Forderungen, etwa zur Energiepolitik, "wirklich unchristlich" seien. Und CDU-Generalsekretär Oliver Wittke warnte die Kirchen vor zu starker Einmischung in die Tagespolitik. Auch FDP-Politiker Dietmar Brockes gab den Protestanten auf den Weg, "als aktiver Christ" wisse er, dass sich längst nicht alle Gläubigen "in den Positionen der Amtskirchen wiederfinden".

Denn: Nicht nur die persönlichen, auch die politischen Bande zwischen Protestantenführern und Landesregierung sind stark. Und folgenreich.

Blickt man zurück auf das Jahr 2010, lässt sich dieser Befund kaum bestreiten. Rechtzeitig vor der Landtagswahl formulierte etwa die evangelische Kirche Westfalens Wahlprüfsteine, die auf eine Empfehlung zur Abwahl von Schwarz-Gelb hinausliefen. Laut warnte die Kirche vor dem Einsatz "marktradikaler Instrumente" und vor vermeintlichen Sachzwängen, die zum Sparen zwängen. Sogar ganz direkt griff sie die damalige Landesregierung an und bemängelte, die von CDU und FDP bewahrte Schullandschaft erfülle "nicht die Anforderungen an ein gerechtes und begabungsförderliches Schulsystem". Stattdessen forderten die westfälischen und rheinischen Kirchenfürsten mehr gemeinsames Lernen von Kindern unterschiedlicher Begabung und sozialer Herkunft.

Zudem verrissen sie die energiepolitischen Pläne von CDU und FDP als klimaschutzfeindlich. Nötig sei vielmehr der "umgehende Ausstieg aus der Atomkraft", den es bekanntlich nur mit Rot-Grün gibt. Ach ja, und dann standen noch ein Abschiebestopp aus humanitären Gründen und - ebenfalls eine alte rot-grüne Forderung - ein "Entschuldungsplan für die Kommunen" auf dem Wunschzettel der Kirchenführer Schneider und Alfred Buß.

Dieser tatkräftigen Wahlunterstützung folgte nach der rot-grünen Regierungsübernahme - nur konsequent - der jubilierende Glückwunsch Schneiders, er sei "sehr zuversichtlich", dass Hannelore Kraft "die sozialen Rechte aller Menschen stets im Blick behalten" werde. Wenig verwunderlich, dass Kraft sich mit Gunsterweisen bedankte, den Austausch mit den beiden Präsides pflegt und zum Stammgast evangelischer Synoden avancierte.

Ende November erreichte diese fromm-rote Liaison einen Höhepunkt. Da geißelten die Landeskirchen des Rheinlands und Westfalens erneut die schwarz-gelbe Energiepolitik, konkret die Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Kraft nahm das Geschenk dankend an und verkündete, Schwarz-Gelb betreibe "eine Politik auch gegen die Kirchen".

Als Kraft dafür von bürgerlichen Politikern kritisiert wurde, zogen sich die Präsides der Landeskirchen keineswegs dezent aus der Schusslinie, worauf man bei CDU und FDP gehofft hatte. Im Gegenteil: Der Westfale Buß sprang Kraft bei, angesichts des noch Millionen Jahre strahlenden Atommülls müsse man sich als Christ fragen lassen, "ob das nach menschlichem Ermessen verantwortbar ist". Ähnlich äußerte sich Schneider.

Nach dieser konzertierten Aktion gegen die Laufzeitverlängerung wagte erstmals ein Christdemokrat, auch die Landeskirchen selbst zu attackieren: CDU-General Wittke ließ Luft ab. "Die Kirchen", warnte er, sollten "ihre Positionen in politischen Fragen nicht mit einem Absolutheitsanspruch vertreten". In der Tagespolitik besäßen sie keinerlei "Verkündigungshoheit". Inoffiziell klagt man bei CDU und FDP weit klarer, Schneider und Buß kämen "ständig über links", und gerade in Westfalen versuchten einige ihre politisches Credo zu dem der Kirche zu machen.

Leicht zurückgestellt dürfen sich aber auch die Katholiken im Land fühlen. Denn zwischen Staatskanzlei und Papstkirche laufen die Kontakte weit weniger warm. Und das entgeht auch niemandem. Natürlich, offiziell ist das Verhältnis ordentlich. Als im September der neue Verbindungsmann der katholischen Kirche bei der Landesregierung eingeführt wurde, nahm Kraft am Empfang teil. Dabei kam es angeblich sogar zu einer Kurzbegegnung mit dem Kölner Kardinal Meisner. Laut einem Beobachter soll diese aber "so höflich wie oberflächlich" verlaufen sein.

Aufgefallen ist hiesigen Vertretern der Papstkirche auch, dass Krafts Vorgänger Rüttgers noch eigens nach Rom gejettet war, als ein Bischof aus NRW (Paul Cordes) zum Kardinal geweiht wurde, Als sich Frau Kraft im Oktober die gleiche Gelegenheit bot (zum Kardinal ernannt wurde der Westfale Reinhard Marx), wünschte sie dem Katholiken zwar auch alles Gute. Allerdings von Düsseldorf aus.

Ob absichtlich oder nicht - die Distanz zwischen Rot-Grün und Papstkirche ist offenkundig. Was ja auch nicht überraschen kann: Was soll Frau Kraft, die Freundin des liberalen Abtreibungsrechts, mit Kardinal Meisner, dem leidenschaftlichen Gegner eines solchen, besprechen? Und welche Allianzen soll sie, die sich zur völligen Gleichberechtigung von Homosexuellen bekennt, mit Bischof Overbeck schmieden, der Homosexualität und Homo-Ehe als Sünde bezeichnet?

Wie viel einfacher ist da der Plausch mit Schneider und Buß. Beide können mit der faktischen Abtreibungsfreigabe bis zum Ende des dritten Monats gut leben, beider Landeskirchen haben die liberale Haltung der deutschen Protestanten sogar wesentlich mitgeprägt. Und beide halten schützend ihre Hand über die Segnung homosexueller Partnerschaften in ihren Kirchen. Und das tun sie immerhin so konsequent, dass homosexuelle Politiker wie der Grüne Volker Beck die rheinische Kirche als Vorbild rühmen.

Dieser politischen Nähe entspricht die persönliche: Vor allem Kraft und Schneider sind einander freundschaftlich zugetan. Auch wenn Schneider die Ministerpräsidentin in offiziellen Schreiben siezt, sind sie doch seit mindestens drei Jahren beim Du angekommen. Ihre Bekanntschaft reicht aber noch weiter zurück - bis in die Zeit, als Kraft wieder die Nähe der Kirche suchte. Im Studium war die gebürtige Katholikin aus der Papstkirche ausgetreten, wenngleich "schweren Herzens", wie sie einmal bemerkte. Die katholische Position zur Abtreibung, laut Kennern aber auch zur Rolle der Frau in der Kirche konnte sie nicht akzeptieren. Doch die christlichen Werte seien stets die ihren geblieben, erzählte Kraft später. Und deshalb trat sie wieder in die Kirche ein - nun allerdings in die evangelische. Und bei diesem Entschluss soll Nikolaus Schneider eine wichtige Rolle gespielt haben, so deuten es Menschen im Umfeld der beiden an.

Was nicht verwundern darf. Denn Schneiders seelsorgerliche Stärke wird von fast allen gerühmt, die ihn kennen (auch von Christdemokraten). Auch der zackig-kühle Ex-Ministerpräsident und Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) soll nach einer Begegnung mit Schneider beschlossen haben, in die evangelische Kirche einzutreten. Selbst der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland suchte nach dem Loveparade-Unglück und den Drohungen gegen ihn die Seelsorge Schneiders - obwohl Sauerland nicht nur Christdemokrat, sondern auch Katholik ist. Aber nicht nur Kraft und Co. schätzen die Protestantenführer - die Sympathien fließen auch umgekehrt. Die Kirchenoberen sind fast verschossen in die Regierungschefin. Was kaum erstaunen kann. In ihren Augen verstrahlt Kraft Sex-Appeal pur: Ohne Scheu bekennt sie sich zu ihrem christlichen Glauben und rühmt die Fähigkeit der Kirche, die "Ich-Gesellschaft in eine Wir-Gesellschaft" zu verwandeln. Auch schämt sie sich nicht, öffentlich zu beten, zuletzt am Samstag vorvergangener Woche. Da saß sie bei "Wetten dass...?" in der Düsseldorfer ISS-Halle, als ein Wett-Kandidat direkt vor ihren Augen stürzte und sich schwer verletzte.

Und dann hat sie auch noch der Kirche Luthers den Vorzug vor der Kirche des Papstes gegeben. Wie sollten Berufsprotestanten diese Frau nicht schätzen?

Obendrein versteht Kraft sich auf diese kleinen, strahlkräftigen Symbolhandlungen. So holte sie in Oppositionszeiten immer wieder den greisen SPD-Linken und frommen Protestanten Erhard Eppler als Ratgeber nach NRW. Wer solch einen Pietcong, eine Ikone aller Linksprotestanten einlädt, ist in deren Augen einfach unwiderstehlich.

Außerdem: Gehörte evangelischer Geist in der Staatskanzlei nicht über Jahrzehnte zum guten Ton? Immerhin hatte Johannes Rau in seinen 19 Jahren als Ministerpräsident fast zur Norm erhoben, dass Sozialdemokraten und Protestanten in Nordrhein-Westfalen zu kuscheln haben.

An diese fromm-rote Tradition anzuknüpfen fällt Linksprotestanten nicht schwer - denn irgendwo haben sie natürlich auch ihre konservative Seite.


 

Katholiken flüchten in Rekordzahl aus der Kirche  die Welt 23.12.2010

Daten aus zehn von 27 deutschen Bistümern belegen Steigerung der Austritte um bis zu 60 Prozent. Ruf nach Reformen wird lauter

Die Missbrauchsskandale haben den Austrittstrend 2010 deutlich beschleunigt

Die Diözese Augsburg von Ex-Bischof Walter Mixa ist mit am stärksten betroffen

Ein katastrophales Jahr für die Katholische Kirche geht zu Ende. Wahrscheinlich werden in Deutschland 2010 erstmals mehr Katholiken als Protestanten aus ihrer Kirche austreten. Die bisherigen Zahlen aus zehn der 27 katholischen Bistümer lassen einen Rekord erwarten. Bereits 2009 betrug die Zahl der Austritte 124 000 - gegenüber 121 000 2008. Zum Vergleich: 2008 traten 170 000 Protestanten aus. Die Missbrauchsfälle und die Affäre um den Augsburger Bischof Walter Mixa haben nach "Welt"-Informationen jedoch 2010 noch einmal deutlich mehr Katholiken aus ihrer Kirche getrieben.

Offizielle Angaben werden zwar erst im kommenden Sommer vorliegen, aber es gibt Zahlen aus zehn Bistümern: Dort summieren sich die Austritte auf rund 65 000 (siehe Kasten) . Die meisten wurden von März bis Mai registriert, als die Empörung über die Missbrauchsfälle ihren Höhepunkt erreichte. In der Erzdiözese München-Freising erreichte die Austrittswelle Juni/Juli einen Höhepunkt. Mittlerweile habe sich die Situation "normalisiert", sagte ein Sprecher. Die Zahl werde "vielleicht 20 Prozent höher" sein als 2009.

Im Erzbistum Freiburg, dem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, vorsteht, gab es im Frühjahr nach Angaben der kirchlichen Statistiker einen "Vorzieheffekt". Inzwischen, so berichtete ein Sprecher des Erzbistums der "Welt", sei die Zahl der Austritte "so niedrig wie seit Jahren nicht mehr". Zurückgeführt wird dies auf "Dialogaktivitäten".

Auf die Bischöfe wächst angesichts der Austrittszahlen der Druck, sich Reformen nicht in den Weg zu stellen. So sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, in den Gemeinden sei Frustration wegen der Missbrauchsfälle weit verbreitet. Im Deutschlandradio Kultur warnte Glück vor einer Strömung in der Kirche, die es hinnehme, wenn nach der Austrittswelle nur die "Echtgläubigen" blieben. Diese Haltung aber sei Verrat am Missionsauftrag.

Die amtskirchenkritische Gruppierung "Wir sind Kirche" warnt, die Krise "auszusitzen". Bislang sei es den Leitern der 27 Diözesen nicht einmal gelungen, sich auf ein im September angekündigtes Wort an die Gemeinden zu einigen.

 

 


SPD-Arbeitskreis will Atheisten locken

Ein neuer Arbeitskreis in der SPD soll Konfessionslose und Atheisten in der Partei vereinen. Seine Forderungen: Keine Kreuze mehr in Schulen, keine Verkündigung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Ethik statt Religionsunterricht. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse betonte indes gegenüber pro, dass aus der SPD keine "atheistische, antikirchliche Partei" werde.
 
Im Juni haben sich zwölf SPD-Mitglieder aus allen Teilen Deutschlands in den Räumen des Humanistischen Verbands Deutschlands in Nürnberg getroffen, um einen "laizistischen" Arbeitskreis zu gründen. Bisher gibt es in der SPD lediglich Arbeitskreise "für Christinnen und Christen" (AKC), für "Jüdische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten" (AJS) sowie für Lesben und Schwule ("AK Schwusos"). Der neue Arbeitskreis wolle Vertretung und Sprachrohr der konfessionsfreien, atheistischen, agnostischen und humanistischen Mitglieder der SPD werden, teilten die Initiatoren mit.

Staat und Religion müssten strikter voneinander getrennt werden, sind die Gründungsmitglieder überzeugt. Nach eigener Aussage haben sie bereits rund 300 Genossen für ihr Vorhaben gewinnen können. Der deutsche Staat sei weltanschaulich neutral, betonen sie, die beiden großen Kirchen dürften hinfort keine Privilegien mehr genießen. Religiöse Symbole wie Kreuze sollten aus Klassenzimmern, Gerichtssälen, Amtsstuben, Rathäusern oder staatlichen Krankenhäusern verschwinden. Ebenso steht der Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach auf der Abschussliste. Die Einsegnung von öffentlichen Gebäuden müsse ebenso aufhören wie die Eidesformel mit Bezug auf Gott. "Schulgebete, Schulgottesdienste und dergleichen in öffentlichen Schulen haben zu unterbleiben", heißt es im Zehn-Punkte-Plan des zukünftigen Arbeitskreises.

"Keine staatlichen Finanzhilfen für die Kirche mehr"

Weiter fordern die Unterzeichner, die finanzielle Unterstützung für Religionsgesellschaften durch den Staat müssten aufhören: "Die Finanzierung von Pfarrerstellen in öffentlichen Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen ist zu beenden." Staatliche Organisierung und Finanzierung der Militärseelsorge widerspreche ebenso dem Laizismus. "Die Notwendigkeit der Austrittserklärung beim Standesamt oder Amtsgericht ist abzuschaffen. Sie muss gebührenfrei sein."

Initiator der Gruppe ist Nils Opitz-Leifheit, Diplom-Biologe und SPD-Fraktionsreferent im Landtag von Baden-Württemberg. In einem Interview mit der SPD-Zeitschrift "Vorwärts" sagte Opitz-Leifheit im Juli, die SPD habe bereits eine zu starke "prokirchliche Ausstrahlung". Dem müsse man etwas entgegensetzen, wenn man auch kirchenferne Menschen weiter anziehen wolle. "Wenn die SPD sehr stark auf Kirchentagen vertreten ist und nur AKs vorhanden sind, die die Kontakte zu Religionsgemeinschaften pflegen, entsteht ebenfalls eine Schlagseite. Deshalb ist ein solcher neuer Arbeitskreis erforderlich und sinnvoll", so der Politiker. Es sei an der Zeit, neben Arbeitskreisen für Christen, Juden und Schwule in der Partei nun auch einen Arbeitskreis für Konfessionslose zu gründen, denn diese stellten mit über 34 Prozent inzwischen die größte weltanschauliche Gruppe in Deutschland. Es sei "parteipolitisch unklug", diese Gruppe weiter zu ignorieren, so Opitz-Leifheit. "Welche Partei, wenn nicht die SPD mit ihrer großen Tradition in Humanismus, Aufklärung und Arbeiterbewegung wäre besser geeignet, diesen Menschen innerhalb der Vielfalt einer großen Volkspartei eine politische Heimat zu bieten?"

Kirche raus aus den Medien

In einem Gespräch mit dem "Evangelischen Pressedienst" (epd) erklärte Opitz-Leifheit vor kurzem, er stehe dem Engagement von Christen in seiner Partei nicht ablehnend gegenüber. Die SPD sei aber inzwischen oft zu wenig kirchenkritisch und verliere bei Kirchenfernen nach seiner Erfahrung an Zuspruch. "Wir wollen der aus unserer Sicht inzwischen zu engen Kooperation der SPD mit den Kirchen etwas entgegensetzen", so der SPD-Politiker. Er kritisierte, dass sich im Missbrauchsskandal viele SPD-Politiker nicht hinter Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gestellt, sondern die Bischöfe verteidigt hätten. Leutheusser-Schnarrenberger hatte der katholischen Kirche eine mangelnde Kooperation mit der Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Nach dem Willen des laizistischen Arbeitskreises müsse die katholische Kirche als NGO (Nichtregierungsorganisation) eingestuft werden. Zudem müsse der Straftatbestand der "Gotteslästerung" (§ 166 StGB) aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Viele SPD-Mitglieder seien auch verärgert gewesen, dass sich der jetzige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier wie auch andere Spitzenmitglieder für die Initiative "Pro Reli" in Berlin eingesetzt hatten. Solch prominentem Engagement wollen die Laizisten in der SPD künftig mit ihren Positionen entgegentreten.

Zu den Unterstützern des Projektes zählen mehrere Bundestagsabgeordnete, darunter der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, der frühere Staatsminister Rolf Schwanitz und die rheinland-pfälzische Abgeordnete Doris Barnett. Auch der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig und die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier, haben sich angeschlossen.

Die Forderungen der SPD-Politiker nach Gleichbehandlung dehnt sich auch auf die Medien aus. Sie lehnen einen Einfluss von Religionsgemeinschaften auf die Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ab. "Solange dort Vertreter der Religionsgemeinschaften sitzen, müssen auch Vertreter der nicht-religiösen Weltanschauungsgemeinschaften berufen werden", heißt es im Grundsatzpapier. Weiter schreiben die Streiter für den laizistischen Arbeitskreis: "Die Gewährung von Sendezeiten für sogenannte Verkündigungssendungen ist zu beenden. Die Finanzierung von durch kirchliche Medienkonzerne erstelltem Sendematerial ist zu beenden. Öffentlich-rechtliche Kirchenredaktionen wirken in der Regel als verlängerter Arm der kirchlichen Medienarbeit. Die Kirchenredaktionen sind daher aufzulösen und durch Redaktionen zu ersetzen, die sich des gesellschaftlich-kulturellen Themenbereichs von Religionen und Weltanschauungen in journalistisch geeigneter Art und Weise und mit der gebührenden kritischen Distanz annehmen." Eine ordentliche Gründungsversammlung für den Arbeitskreis soll es am 16. Oktober in Berlin geben.

Wolfgang Thierse: "SPD ist keine antikirchliche Partei"

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, seit 20 Jahren Mitglied der Partei und gläubiger Katholik, betonte gegenüber pro, dass die SPD durch die Gründung des laizistischen Arbeitskreises keine antikirchliche Partei werde. "Die SPD ist eine weltanschauliche plurale Partei. Hier wirken Menschen mit unterschiedlichen religiös-weltanschaulichen Überzeugungen zusammen. Deswegen gibt es in dieser SPD auch Atheisten, Agnostiker und Laizisten." Dass sich SPD-Politiker zu einem laizistischen Arbeitskreis zusammenschlössen, sei "ihr gutes Recht". Wenn dieser Arbeitskreis Wähler unter Atheisten und Agnostikern gewönne, habe er zwar nichts dagegen, so Thierse. "Aber ich wünsche mir, dass er nicht den Versuch unternimmt, aus der SPD eine atheistische und antikirchliche Partei zu machen. Das wäre eine Verengung unseres Spektrums." Auf die Frage, ob dadurch nicht christliche Wähler vergrätzt werden könnten, antwortete Thierse: "Sollte der Arbeitskreis alle seine Forderungen umsetzen, wäre die Gefahr allerdings groß." Zum Vorwurf, die SPD sei zu wenig kirchenkritisch, sagte Thierse: "Es ist nicht Aufgabe einer Partei, andere Institutionen zu kritisieren. Die SPD hat sich vernünftigerweise zurückgehalten, aber einzelne Mitglieder, die in besonderer Weise in der Kirche engagiert sind, haben sich mit Recht zu Wort gemeldet. Ich auch, aber ausdrücklich als Mitglied der Katholischen Kirche." (pro)
 

VON: js | 16.08.2010

 


 

Natürlich völlig zufällig! Oder absichtliches gegeneinander ausspielen durch "Maulwurfentscheidung"?

Evangelische Kirche befördert Katholiken-Kritiker

 

von Matthias Kamann Die Welt

Hannover - Diese Personalentscheidung der Protestanten dürfte bei manchen Katholiken Stirnrunzeln auslösen: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren Oberkirchenrat Thies Gundlach (54) zum neuen Vizepräsidenten ihres Kirchenamts in Hannover berufen und damit einen Theologen befördert, der vor Jahresfrist für schwere Konflikte zwischen den Konfessionen sorgte. Gundlach hatte im Juli 2009 der EKD-Kirchenkonferenz eine provokante Analyse vorgelegt, in der er die katholische Kirche mit einem "angeschlagenen Boxer" verglich, dem Vatikan "Inkompetenz" beim Umgang mit den Piusbrüdern bescheinigte und beim Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, "orientierende und prägende Kraft" vermisste. Zwar war dieses Papier von den EKD-Gremien abgelehnt worden, doch gelangte es an die Öffentlichkeit und verärgerte die Katholiken so sehr, dass nur ein Krisengipfel die Sache bereinigen konnte.

Werden Gundlachs Thesen mit seiner Beförderung nun von der EKD bestätigt, zumal man wegen der Missbrauchsaffäre tatsächlich von einer Katholikenkrise sprechen kann? Das wäre wohl eine Überinterpretation. Denn Gundlach, einer der klügsten Köpfe in der Kirche und brillanter Vordenker des EKD-Reformprozesses, galt schon lange als Kandidat für ein höheres Amt, und der Ärger um sein Papier dürfte verhindert haben, dass er noch höher rutschte und Präsident des Kirchenamts wurde. Doch diesen Posten in der Nachfolge des im Herbst ausscheidenden Hermann Barth bekam Hans-Ulrich Anke, während Gundlach, bisher Oberkirchenrat für "Kirchliche Handlungsfelder", einer von drei Stellvertretern wird. Jetzt muss die Synode der EKD im November noch die Käßmann-Nachfolge regeln - als gesetzt gilt der amtierende Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider -, und die größten Personalsorgen sind überstanden.


Anstoß gab in der Presse u.a.Claudia Roth.Zufall? Ansonsten (oder gerade weil?):Typische STASI-Handschrift!

Reinste STASI-Handschrift!Kommunistische Maulwürfe in der Unterwanderung und Zerstörung des Vertrauens in die Kirche. Gleichzeitig Kolportierung der islamischen Kultur-Bewegung ( nicht umsonst fallen immer wieder Mitglieder von in ihrer gezielten Mitwirkung, zuletzt bei dem GAZA/Israel Konflikt Mai 2010; das Chaos fördernd auf) zur Zerstörung der abendländischen christlichen Kultur in Europa hin zum vom Kommunismus gepflegten Atheismus. Verrat an der westlich christlichen Welt in voller Bandbreite!

Was passierte z.B. vor dem Rücktritt des Augsburger Bischofs Mixa?

Immer mehr Details sprechen für eine Kirchen-Intrige.

Gezielte STASI-Schlammschlacht in der katholischen Kirche

Neue Details über die Umstände des Rücktritts von Bischof Walter Mixa - Vatikan soll Gräben überwinden

von Gernot Facius   Die Welt  28.6.2010

Bonn - Die Debatte über die Umstände des spektakulären Amtsverzichts des Augsburger Bischofs Walter Mixa (69) ist vorerst nicht zu stoppen. Ins Zentrum der Diskussion rückt jetzt die Frage nach dem Verhalten hochrangiger Vertreter der Kirche. Darüber wird nach wie vor in vielen der 27 deutschen Diözesen und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) diskutiert.

Symptomatisch für die Irritationen in großen Teilen des Katholizismus ist der Kommentar der in Würzburg erscheinenden "Tagespost". Die katholische Tageszeitung spricht offen von einer "Schlammschlacht" in der Causa Mixa. Die Kommentatoren zeigen sich empört über die "zunehmende Politisierung kirchlichen Handelns, die hier zutage trat". Über Wochen hätten kirchliche Kreise Medien "bedient". Am Ende sei ein vertrauliches Dossier Medienvertretern gezielt zugespielt worden, dessen Inhalt (angebliche Alkoholsucht und ebenfalls nicht belegte sexuelle Übergriffe Mixas) am Tag nach der Veröffentlichung seitens der Bischofskonferenz offiziell bestätigt worden sei. Von solch "klassisch-politischen" Vorgehensweisen könne man sich nur mit Grauen abwenden, resümiert das dem konservativen Spektrum der Kirche eng verbundene Blatt.

Seine Darstellungen decken sich - eine seltene Übereinstimmung zweier äußerst unterschiedlicher Medien - in der Tendenz weitgehend mit denen des "Spiegels". Das Hamburger Magazin schreibt: "Fein dosiert hatte da die hochwürdige Augsburger Truppe mit Schmutz geworfen, unter den Augen des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Mal aus der sicheren Deckung heraus, gern aber auch im Blitzlicht der Medien."

Kaum eine Zeitungsredaktion in Bayern sei nicht von anonymen oder zumindest vertraulichen Anrufen darin bestärkt worden, die "Untaten" des Bischofs zu verbreiten: "Von Alkoholfahrten Mixas in Eichstätt, die von der Polizei vertuscht worden sein sollen, wussten die Informanten zu berichten. Von angeblichen Saunabesuchen mit jungen Männern, wilden Faschingsfesten mit Seminaristen und Urlauben mit Studenten." Statt Belegen, heißt es im "Spiegel", hätten die geistlichen Herren stets den Satz geliefert: "Lassen Sie meinen Namen aus dem Spiel."

Das Magazin geht auch auf einen "einschlägigen Hinweis" aus Eichstätt bei einer Opfer-Hotline Ende April ein. Das "dortige Krisenteam", so der "Spiegel", habe sich beeilt, den Bischof bei der Staatsanwaltschaft in München wegen Missbrauchs eines jungen Mannes anzuzeigen, ohne Mixa dazu zu hören. "Das angebliche Opfer dementierte, die Ermittlungen wurden eingestellt." Andere Zeugenaussagen über sexuelle Annäherungen seien offenbar ungeprüft in ein "Geheimdossier" gepackt und dem Apostolischen Nuntius nach Berlin geschickt worden: "Eine ganze Kirchenarmada, so scheint es, hat an dem Projekt 'Nieder mit Mixa' gestrickt."

Schon am 13. Juni hatte die "Welt am Sonntag" die Hintergründe der falschen Missbrauchsbeschuldigung unter dem Titel "Rufmord unter Brüdern" enthüllt und deren fragwürdige Behandlung durch hochrangige Vertreter des Augsburger Bistums öffentlich gemacht.

Von einer "lancierten Medienfütterung" durch Kirchenvertreter war auch in einem Deutschlandfunk-Kommentar die Rede. Brüderlichkeit, da habe Mixa recht, sehe "anders aus", hieß es in dem Beitrag. Die Hoffnungen auf ein Ende der "Schlammschlacht" ruhen jetzt auf dem für den 2. Juli vorgesehenen Gespräch zwischen Papst Benedikt XVI. und dem abgelösten Diözesanbischof. Der Vatikan hat bereits klargestellt, dass es für Mixa kein Zurück auf den Augsburger Bischofsstuhl geben wird. Am Mittwoch hatte auch Mixa in dieser Frage eingelenkt. Nach Darstellung des "Focus" soll er noch vor Wochen in Rom um ein "anderes Bistum" gebeten habe - eine Version, für die es keinerlei Bestätigung gab. Erledigt haben sich Spekulationen über eine kirchengerichtliche Überprüfung des Rücktritts. Päpstliche Entscheidungen sind nicht anfechtbar. Angesichts der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Mixa-Anhängern und Mixa-Gegnern war von dem Eichstätter Kirchenrechtler Alexander Pytlik eine Apostolische Visitation vorgeschlagen worden. Nur durch ein solches römisches Eingreifen, meinte Pytlik, könnten die Gräben überwunden werden. Auch dieser Vorschlag ist nach WELT-Informationen ohne Chancen. Es wird eher damit gerechnet, dass der Papst schon bald, und nicht wie üblich erst in einem Jahr, einen Nachfolger für Walter Mixa ernennt.

Das nächste Problem kündigt sich schon an: Wann finden die deutschen Bischöfe zu einer Neufassung ihrer Leitlinien aus dem Jahr 2002 über den Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Kleriker?

Die Bayerische Bischofskonferenz verlangte im Frühjahr eine Verschärfung in dem Sinn, dass schon jeder Verdacht den Behörden gemeldet werden solle. Ein solches Verfahren wurde offenbar von der Augsburger Bistumsleitung im Fall Mixa praktiziert. In der Deutschen Bischofskonferenz und bei Kirchenrechtlern regen sich aber Bedenken, umso mehr als auch die Befürworter einer allgemeinen Anzeigepflicht - darunter Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger - von diesem Gedanken Abstand genommen haben. Die Neufassung der Leitlinien wurde angesichts offener Fragen jetzt für Herbst angekündigt.


 

Kirchenversagen der angeblich professionellen Kirchenvertreter

Ich werde das nicht vergessen und fühle mich im Rahmen der Zeitentwicklung mehr als bestätigt. In den sechziger Jahren gab es zuhauf Demonstrationen durch Linksradikale,, insbesondere dem kommunistisch orientierten SDS in Köln. Es gab eine Menge Demonstrationen gegen den Vietnam- und den Kambodscha-Krieg. Anlässlich Letzterer gab es erhebliches Polizeiaufgebot und Gewaltsausschreitungen. Derartige Aktionen gingen immer nach dem gleichen Verhalten linken Veranstalter vor sich. Zunächst wurde die Menge aufgeheizt, als dann gewissermaßen der Siedepunkt erreicht war, wurde die Demonstration offiziell geschlossen und er gab, wie vorbestellt, Gewaltausbrüche. Während diese rundherum auf dem Kölner Neumarkt stattfanden, die Polizei war mit Reiterstaffel im Einsatz, gab es erregte Diskussionen in der Mitte des Platzes über richtig und falsch, Sozialismus und Kapitalismus, wobei sich eine Person besonders hervortat, die wie ein älterer "Penner" aussah, jedoch durch Hintergrundwissen und Redefertigkeit sich besonders mit Aktionswissen auswies, ähnlich wie später Joschka Fischer und Daniel Cohn Bendit sich als speziell ausgebildet und geschult für die Unterwanderung der Bundesrepublik erwiesen. Im Rahmen des Gespräches mit dem Unterzeichner und einigen anderen Personen brachte er zum Ausdruck, dass man mit der "sozialistischen Umgestaltung auf dem besten Wege" sei, dass nur die "Kirchen ein Hindernis" seien, um die Köpfe der Menschen zu gewinnen, diese würde man aber unterwandern und ebenfalls in die Bedeutungslosigkeit schicken.

Die Aktionen gegen Papst und Kirche im Januar/Februar 2009 wegen des englischen Bischofs Williams sind insoweit konsequenter Fortschritt in dieser kommunistischen Strategie. Ebenso die um Bischof Mixa im April 2010. Sinn und Zweck der Sozialisten und Kommunisten als Global Player ist die weitere Destabilisierung der Kirchenkonkurrenz und des päpstlichen Ansehens (Nahelegung des Rücktritts in der presse kolportiert). Gesamtaktion und Strategie lassen klar wieder abartige STASI - Methoden - Handschrift früherer Jahre erkennen. Mit den Pressefolgeaktionen wird der Sinn der Aktion klar: Kirchenvolk aufwiegeln und zu Austritt zwecks Schwächung der Kirche bringen. Klassisch macht man das für das faule Volk durch vorlaufendes Fähnchen oder Aktionslogo:, damit jeder, auch wen Schriftunkundig, weiß um was es geht. Um den Kirchenaustritt als Pawlow-Reflex zu generieren bietet man gleich das ausschneidbare Austrittsformular mit an. Bei Dummen und Emotionalisten wirkt so etwas bekanntlich und wie die Praxis immer wieder zeigt, sofort, die nebenstehende Aktion der kommunistisch ausgerichteten TAZ zielt darauf gezielt strategisch ab..

Diese oben bezeichneten KOMINTERN-Strategie-Worte sind mir fortan nicht mehr aus dem Kopf gegangen, weil, wie die Papstaktion erneut belegt, man diese Strategie konsequent umsetzt. Mit einigem Erstaunen nahm ich schon damals in der Folgezeit nach diesen Ankündigungen das Auseinanderfallen der protestantischen Kirchen insbesondere in Norddeutschland zur Kenntnis, außerdem die immer linker werdenden Redensarten der verantwortlichen Pfarrer und Bischöfe (2009/2010 z.B. Käßmann u.a.). Die einzige Kirche, die sich als renitenter Block nach wie vor noch bewährte, war bis heute die katholische Kirche, obwohl auch hier mehr und mehr "Maulwürfe kommunistischer Ausrichtung" nur mäßig "von oben" behindert, sich betätigen.

Wie in Köln unter Hannelore Bartscherer, vom Kirchenbereich in Ehrenfeld ihre Feldzüge planend, geht das in allen Diözesen geplant zur Zersetzung der Kirchen vor sich.Was ist die Diezöse (Katholikenrat)?

Katholikenrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Katholikenrat (auch: Diözesanrat, Diözesanrat der Katholiken) ist ein Zusammenschluss von Laien einer Diözese (Ein Laie (von griechisch λαός, laós - Volk über λαϊκός, laikós - zum Volk gehörig und kirchenlateinisch laicus - der (kirchliche) Laie) ist im kirchlichen und religiösen Sprachgebrauch ein Gläubiger, der keinen Beruf als Geistlicher ausübt.

Der Begriff wird vornehmlich in Bezug auf das Christentum verwendet:

 

Er hat die Aufgabe, die Kräfte des Laienapostolates im Bistum zu fördern und zu koordinieren, eigenverantwortlich in gesellschaftliche Bereiche hineinzuwirken und mit eigener Stimme am Wirken der Kirche in Gesellschaft und Welt mitzuarbeiten. Seine Mitglieder kommen aus den Dekanats- und Pfarrgemeinderäten, aber auch aus den katholischen Verbänden, Organisationen und Initiativen in einem Bistum.

Die einzelnen diözesanen Räte entsenden Delegierte in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Die Abgrenzung zum Pastoralrat, der nach dem Kirchenrecht in jeder Diözese eingerichtet werden kann (Canones 511-514 CIC), fällt in den einzelnen Diözesen unterschiedlich aus. Manchmal besteht ein eigener Rat (z. B. Erzbistum Freiburg), manchmal ist der Diözesanrat der Pastoralrat (z. B. Bistum Rottenburg-Stuttgart). Nach dem CIC besteht der Pastoralrat aus Klerikern und aus Laien, die so ausgewählt werden sollen, dass „sich in ihnen der ganze Teil des Gottesvolkes, der die Diözese ausmacht, wirklich widerspiegelt“ (Can. 512 §2). Dabei hat der Rat nur beratendes Stimmrecht (Can 514 §1) und die Aufgabe „all das, was sich auf das pastorale Wirken in der Diözese bezieht, zu untersuchen, zu beraten und hierzu praktische Folgerungen vorzuschlagen.“ (Can. 511) Im Bistum Regensburg gibt es statt des Diözesanrats einen Pastoralrat nach can. 512ff. CIC und ein Diözesankomittee der Verbände.

Der Katholikenrat erweist sich als ideales Einfallstor für die Zersetzung des bisher monolithischen katholischen Kirche. Wer sich die Mühe zur Personalanalyse macht, wird schnell Kommunistenfündig. Das gilt besonders für Köln!


 

Nach dem Augsburger Trauerspiel (die Welt 24.6.2010)

 

von Gernot Facius

Erst die Affäre um die Piusbrüder, dann die Welle der Missbrauchsvorwürfe und nun die unselige Causa Mixa: In nur anderthalb Jahren schlitterte die katholische Kirche von Skandal zu Skandal. Zwar haben die Fälle unterschiedliche Ursachen, aber gemeinsam ist ihnen das klägliche Krisenmanagement. Peu à peu, meist unter medialem Druck, kamen die Fakten ans Licht. Der Vertrauensverlust ist enorm. Beim Streit um Mixa kommt hinzu: Es ist den beteiligten Bischöfen nicht gelungen, der Öffentlichkeit glaubwürdig zu vermitteln, dass es um einen, wie Alois Glück vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken sich ausdrückte, personenbezogenen Sachverhalt, eine menschliche Tragödie, geht und nicht um einen Richtungskampf. Verwirrende Berichte über eine "Geheimakte Mixa", gespickt mit unappetitlichen, bis jetzt nicht hinreichend belegten Details, haben die Spekulationen angeheizt. So konnte auf katholisch-fundamentalistischen Internetportalen fleißig an der Märtyrerlegende gestrickt werden: Ein glaubenstreuer Oberhirte sei von modernistischen Amtsbrüdern unter Assistenz nachrichtenhungriger Medien zu Fall gebracht worden.

Freunde und Gegner Mixas beharken sich auf eine Weise, die man bislang nur von Machtrangeleien in politischen Parteien kannte. Aus einem kleinen Schneeball - Vorwürfen wegen angeblicher Prügel in einem Kinderheim und einem problematischen Finanzgebaren - ist eine große Lawine geworden, die über das Augsburger Bistum hinwegfegt und in der gesamten deutschen Kirche Schäden anrichtet. Es ist längst - trotz aller Personenbezogenheit - mehr als nur eine bizarre lokale Affäre. Denn es geht um die Kardinalfragen nach einer Vertrauenskultur, die innerkirchliche Gräben und Mauern überwinden hilft, und nach der Positionierung der Kirche in einer mehr und mehr säkularisierten Welt. Wenn hierauf bald eine glaubwürdige Antwort gefunden würde, dann könnte die Causa Mixa, so traurig sie ist, ein heilsamer Schock gewesen sein. Und käme es zu der von Erzbischof Zollitsch angemahnten Versöhnung, nur dann könnten Spaltungstendenzen im Keim erstickt und innerkirchliche "Kreuzzüge" abgewendet werden.

Das geht freilich nicht ohne den mutigen Willen zur Transparenz. An Transparenz und Offenheit hat es in den jüngsten Affären meist gefehlt. In Rom und in Deutschland. Doch die Kirche erweist sich allen Unkenrufen zum Trotz durchaus als beratungsfähig. Aus den Fällen sexuellen Missbrauchs hat sie die Lehre gezogen: Die Institution zu schützen und alles sie Belastende zu vertuschen ist ein Irrweg. Er treibt die Menschen von ihr weg. Die Kirche ist nicht nur eine Gemeinschaft von Heiligen, sondern auch eine der Sünder. Auch Sünder, heißen sie nun Mixa oder anders, müssen auf Gnade hoffen dürfen. Davon kann es Dispens nicht geben. Nach dem Augsburger Trauerspiel wird vieles neu bedacht werden müssen. Es steht die Ernennung eines Nachfolgers für den abgelösten Diözesanbischof an.

Natürlich lässt sich unter heutigen Bedingungen nicht nach dem Grundsatz der kleinen Urkirche verfahren, wer für alle da sein soll, muss von allen gewählt werden. Muss das aber bedeuten, die Auswahl unbedingt dem Papst allein zu überlassen, wie es im Augsburger Fall durch das Bayernkonkordat mit dem Vatikan möglich ist? Oder sollten zumindest Priesterräte und Vertretungen von Laien in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, um wenigstens die Meinung des Kirchenvolkes zu erkunden? Ein solches informelles Verfahren würde keineswegs das Konkordat aushebeln. Ein Bischof muss von der ganzen Diözese akzeptiert werden. Walter Mixa wurde 2005 von Papst Benedikt XVI. gegen den Willen des Domkapitels und gegen Vorbehalte in der Deutschen Bischofskonferenz von Eichstätt nach Augsburg "transferiert". Es war die erste Bischofsernennung im deutschsprachigen Raum durch den Pontifex aus Bayern. Er sieht sich jetzt, zu Recht oder zu Unrecht, dem Vorwurf ausgesetzt, die Causa Mixa sei auch eine Causa Benedikt.

Kommt jetzt die große Stunde der Laien? Das anzunehmen wäre verfrüht. Doch der unglückliche Fall Augsburg gibt dem auf Mitsprache pochenden Zentralkomitee der deutschen Katholiken und der amtskirchenkritischen Kirchenvolksbewegung ein neues, gewichtiges Argument an die Hand. Zumal selbst der Papst neuerdings betont, die Laien seien nicht nur Mitarbeiter des Klerus, sondern Mitverantwortliche für die Kirche.

 

 


Bischof Mixa findet sich mit seinem Rücktritt ab

Der frühere Bischof bittet in einer ausführlichen Erklärung um Verzeihung. Das Bistum hilft nun bei der Wohnungssuche.

In der Causa Mixa, die seit mehr als drei Monaten die katholische Kirche in Atem hält, stehen die Zeichen jetzt auf Versöhnung. Der frühere Augsburger Bischof stimmte einer Erklärung zu, in der er seinen Rücktritt „endgültig“ nicht mehr in Frage stellt. In einem Brief an die Gläubigen der Diözese bat Mixa zudem gestern um Verzeihung für alles, „was ich nicht recht gemacht habe“.

Das Schreiben ist Bestandteil einer Vereinbarung zwischen Mixa und der derzeitigen Bistumsleitung in Gegenwart der Anwälte beider Seiten. Bischofskonferenz und der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Jean-Claude Perisset waren konsultiert worden. Die „einvernehmlich gefundene Erklärung“ umfasst fünf Punkte. Danach verlässt der am 8. Mai nach – im einzelnen bis heute nicht belegten – Vorwürfen gegen seine Amtsführung und den priesterlichen Lebenswandel vom Papst abgelöste Oberhirte die Wohnung im Augsburger Bischofshaus.

In diese war er am 12. Juni nach einem Auslandsaufenthalt zum Unmut vieler Priester und Laien zurückgekehrt. Im Gegenzug wird die Diözese für Mixa eine vorübergehende Bleibe suchen. Eine endgültige Entscheidung über den künftigen Wohnsitz Mixas soll dessen Nachfolger treffen.

Laut der gemeinsamen Erklärung von Mixa und der Augsburger Bistumsleitung werde der 69-Jährige der Einladung von Papst Benedikt XVI. zu einem Gespräch in Rom folgen, aber „sein Rücktritt und dessen Umstände werden hierbei nicht in Frage gestellt“. Für den Druck, den er bei Unterzeichnung seines Rücktritts empfunden habe, mache der emeritierte Bischof „niemand verantwortlich und niemandem Vorwürfe“.

Noch vergangene Woche hatte sich Mixa in einem Interview mit WELT ONLINE als Opfer einer Intrige dargestellt und schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, den Münchner Erzbischof Reinhard Marx sowie seine damaligen Mitarbeiter in Augsburg erhoben. Der Druck, unter dem er im April die „vorgefertigte Resignation“ unterschrieben habe, sei „wie ein Fegefeuer“ gewesen. Und er erwäge, vor den päpstlichen Berufungsgerichtshof zu ziehen. Davon ist nun keine Rede mehr.

Erzbischof Robert Zollitsch zeigte sich erleichtert über die Vereinbarung: „Ich bin dankbar für die gemeinsame Erklärung.“ Der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates, Helmut Mangold, der wiederholt eine schnelle Beendigung der Affäre gefordert hatte, sprach von einem „ersten Schritt in Richtung Versöhnung, hinter den es kein Zurück mehr geben darf“. Zur Versöhnung rief auch Mixa in seinem Brief an die Katholiken des Bistums auf. Er sei „in vieler Hinsicht schuldig geworden“, obwohl er „niemanden“ in irgendeiner Weise habe verletzen oder beschädigen wollen. Auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ging Mixa nicht ein, wandte sich aber gegen jede Form der Beschönigung. Er beließ es bei der Formulierung, dass er sich in einer „sehr schmerzlichen Situation“ veranlasst gesehen habe, dem Papst den Amtsverzicht anzubieten.

Zu den Medienberichten über die angeblichen Verfehlungen bemerkte Mixa: „In vielfältiger Hinsicht waren die Berichte in dieser oder jener Richtung tendenziös.“ Benedikt XVI. habe ihn in einem „sehr liebevollen Brief“ wissen lassen, dass er, Mixa, weiter Bischof bleibe und weiter als Seelsorger tätig werden könne. Von großer Bedeutung sei für ihn jetzt, „dass in unserer Diözese gegenseitige Streitereien und gegenseitige schwerwiegende Vorwürfe abgebaut werden“. Man sollte wieder „zu einem guten Einverständnis und zum Frieden in der Gemeinschaft der Kirche finden“.

Damit spielte der emeritierte Mixa auf die anhaltenden verbalen Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und seinen Kritikern an. Viele, vor allem konservativ geprägte Katholiken sahen in den in der Öffentlichkeit laut gewordenen, aus Kirchenkreisen lancierten Vorwürfen wegen einer angeblichen Alkoholabhängigkeit Mixas und sexueller Übergriffe den Versuch, einen unbequemen Bischof zu Fall zu bringen. Von einem „Kreuzzug“ der Sympathisanten des früheren Diözesanbischofs war die Rede. Auf der anderen Seite forderten Priester und Laien, die dem liberalen Flügel der Kirche zugeordnet werden, umstrittene Personalentscheidungen Mixas rückgängig zu machen.

Ob die Gräben, die aufgerissen wurden, bald zugeschüttet werden können, wurde deshalb trotz der Fünf-Punkte-Erklärung verschiedentlich bezweifelt. Vorausgegangen war dem Augsburger Einigungsgespräch ein Appell des DBK-Vorsitzenden Zollitsch. In einer Wallfahrtspredigt auf dem bayerischen „heiligen Berg“ Andechs hatte er die Katholiken zur Einheit aufgerufen und später angekündigt, dass er seinem Mitbruder Mixa die Hand zur Versöhnung reichen werde. „Bewegt, getroffen und erschüttert“ reagierten die Teilnehmer der Sitzung des Ständigen Rates der DBK am Montag und Dienstag in Würzburg auf die Vorgänge.

Zum Abschluss der Tagung veröffentlichte der Rat eine kurze Erklärung, in der „bestätigt“ wurde, dass die in den Medien „jetzt“ bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Walter Mixa im April nach Rom weitergeleitet worden sind. Papst Benedikt habe „daraufhin gehandelt“ und das Rücktrittsgesuch von Mixa angenommen.

Noch am Montag hatten sich sowohl der Vatikan als auch der Nuntius in Berlin geweigert, Zeitungsveröffentlichungen über eine „Geheimakte“ mit angeblichen Zeugen-Berichten aus dem Umfeld Mixas zu bestätigen oder zu kommentieren. In den Berichten war von Alkoholproblemen, sexuellen Übergriffen und einem zunehmenden Wirklichkeitsverlust des Bischofs die Rede. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi ordnete die Veröffentlichungen unter „Spekulationen“ ein.


Die Sünden der Medien im Fall Walter Mixa

Objektivität und Fairness – viele Medientugenden blieben im Fall Mixa auf der Strecke. Weil Gut und Böse klar verteilt schienen.

Welchen Grundsatz müssen Reporter beherzigen? Eine kluge Antwort hat der verstorbene „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs gegeben. Er riet, immer kritische Distanz zum Gegenstand der Berichterstattung zu wahren. Seine Empfehlung packte er in den Satz: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemeinmacht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“

Im Fall des Augsburger Bischofs Walter Mixa schienen die Rollen Gut und Böse klar verteilt. Da eine Amtskirche, die um schonungslose Aufklärung bemüht war. Dort der Oberhirte, der ständig mit seinen Äußerungen nervte, sich als Hüter christlicher Werte aufführte und schließlich körperliche Gewalt zugeben musste, die er erst geleugnet hatte. Dass so einem auch übel mitgespielt werden könnte, lag außerhalb der Vorstellungskraft – jedenfalls einiger Journalisten.

 

Die Unschuldsvermutung galt nicht überall

 

Der konservative Theologe, der immer gern ausgeteilt hatte, musste plötzlich einstecken. Dabei blieb das Gebot von Friedrichs, sich mit keiner Sache gemeinzumachen, in der Berichterstattung schon mal auf der Strecke. Die Unschuldsvermutung? Sie galt nicht immer. Der eiserne Grundsatz, einen Verdacht nicht als Tatsache darzustellen? Er wurde gern durchbrochen (und brockte der „Süddeutschen Zeitung“ eine Gegendarstellung ein). Die journalistische Pflicht, auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen? Schön, wenn sie alle beachtet hätten.

Als dann der Vorwurf aufkam, der Prügelbischof habe einen Ministranten geschändet, brachen die Dämme. Die Nachricht hatte die „Augsburger Allgemeine“ zuerst. Das war ein Scoop, selbst wenn die Kirche die Nachricht lanciert haben sollte. Der Chefredakteur sagte: „Es kann als sicher gelten, nach unseren Informationen, dass nach den Vorermittlungen auch ein richtiges förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.“ Damit lag er falsch – nach nur einer Woche klappte der Staatsanwalt in Ingolstadt den Aktendeckel zu. Es gab kein Opfer, keinen Täter und damit auch keine Straftat. Doch diese Nachricht interessierte lange nicht so sehr.

 

Der Kirchenredakteur der FAZ dementiert sich selbst

 

Als in dieser Zeitung die Hintergründe des falschen Missbrauchsverdachts aufgezeigt wurden und Mixa in einem Interview mit der „Welt“ das erste Mal selbst öffentlich dazu Stellung nahm und „eine glatte Verleumdung“ beklagte, gab der Kirchenfachmann der „Frankfurter Allgemeinen“ seine Beobachterrolle erklärtermaßen auf: „Das war dann für mich und für andere Kollegen das Signal, zu sagen, gut jetzt, wenn man sozusagen diese Auseinandersetzung auf der Ebene sucht, dann können sie diese Auseinandersetzung auch haben“, bekannte er in einem Radiointerview – eine erstaunliche Auffassung von journalistischer Unabhängigkeit, die aber die „Berliner Zeitung“ ausgerechnet in einer Geschichte über die Rolle der Medien kritiklos orchestrierte.

So kam es zu Mixas Rücktritt

Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa hat bestätigt, er habe sein Rücktrittsgesuch an den Papst wenig später widerrufen. WELT ONLINE nennt wichtige Daten im Fall Mixa. Dabei gibt es teilweise unterschiedliche Informationen und Interpretationen.

Mit seinem Schlachtruf zog der „FAZ“-Redakteur für die katholische Kirche ins Getümmel. Nun dementierte er sogar sich selbst. Hatte er das Missbrauchsverfahren zunächst noch korrekt und mehrfach als „Vorermittlungen“ beschrieben, behauptete er jetzt in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ fälschlich, es habe sich um ein „normales Ermittlungsverfahren“ gehandelt. So erweckte der Journalist – ein katholischer Theologe, der einst über die Gerechtigkeitslehre eines Dominikaners promoviert hatte – den falschen Eindruck, so ganz ohne sei diese Sache ja wohl nicht gewesen.

 

"Gibt es einen falschen Kampf im richtigen?"

 

„Die Zeit“ fragte dagegen ganz unaufgeregt: „Gibt es das, einen falschen Kampf im richtigen?“ Die Kirche habe falsch gehandelt, weil sie sich von Mixa in ein schmutziges Ringen um seinen versuchten Rücktritt vom Rücktritt verwickeln ließ. „The European“ rügte „die schrillen Volten“ in der Debatte um Mixa: „Vermutlich wird sich nie ganz klären lassen, welche Vorwürfe gegen den ehemaligen Augsburger Bischof wahr sind und welche von interessierten Kreisen erfunden wurden.“

Der „Trierische Volksfreund“ sagt es ähnlich: „Ob Bischof Mixa gravierende Alkoholprobleme hatte, ob er sich jungen Priestern gegenüber anders verhalten hat, als sein Codex es ihm vorgab: Das ist nach wie vor nicht bewiesen und muss deshalb immer noch mit einem Fragezeichen versehen werden. Dass entsprechende Indizien aus Kirchenkreisen gezielt an die Öffentlichkeit gebracht werden, steht dagegen fest.“ Möglich ist das nur, weil sich mancher Journalist dabei vor den Karren spannen lässt.

 


Die vorbeschriebene Unterwerfungsphase gab es schon zuvor, nämlich:

Unterwanderung der EKD durch die Stasi?

W e t z l a r (idea) – Dem Ministerium für Staatssicherheit  (MfS) in der ehemaligen DDR ist es nicht gelungen, die EKD und kirchliche Einrichtungen systematisch zu unterwandern oder gar in den Griff zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommt Oberkirchenrat i.R. Uwe-Peter Heidingsfeld (Hannover), in einer idea-Dokumentation mit dem Titel “Kirchlich relevante Aspekte der Westarbeit des MfS”. Er wertete dazu die Datenbank SIRA der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS aus, die Informationen aus dem Zeitraum zwischen 1969 und 1987 umfaßt. Der Behörde für die Stasi-Unterlagen war es Ende 1998 nach jahrelanger Arbeit gelungen, elektronische Datenträger der Stasi, die der Vernichtung entgangen waren, wieder lesbar zu machen. Bei seinen Recherchen stieß Heidingsfeld auf keine hochrangigen evangelischen Kirchenvertreter im Westen Deutschlands, die mit der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der Stasi zusammengearbeitet haben. “Insgesamt, so scheint es, war Kirche in der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich Berlin (West), für die HVA kein zentrales Thema”, so der Autor.

Eine Reihe von IM informierten die Stasi über Kircheninterna (was ist das anderes als Unterwanderung?)

Er wertet 48 Fälle aus, in denen Personen kirchliche Interna an die Stasi weitergegeben haben. Elf von ihnen hätten intensiv über die Kirche berichtet. Teilweise seien die Klarnamen der Informanden bis heute nicht bekannt. Heidingsfeld geht ausführlich auf neun Fallbeispiele ein. So erhielt die Stasi von einem Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) mit dem Decknamen “Kellner” interne Informationen aus Leitungsgremien der Evangelischen Kirche der Union (EKU). Ein IM “Baer” gab unter anderem Einschätzungen aus dem Rat der EKD sowie deren Kammer für Öffentliche Verantwortung weiter. Der inzwischen verstorbene Leipziger Professor für Ökumenik, Siegfried Krügel (IM “Lorac”), informierte die HVA schwerpunktmäßig über den Weltkirchenrat, den Lutherischen Weltbund, mitunter auch über die EKD. Dokumentiert ist auch der Fall des Bonner Prominenten-Pfarrers Gottfried Busch, der 1994 wegen fortgesetzter geheimdienstlicher Tätigkeit für die Stasi zu 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung und 30.000 Mark Geldstrafe verurteilt worden war.

Kaum Verurteilungen kirchlicher Mitarbeiter wegen Spitzelei

Heidingsfeld zufolge hat es nur wenige Strafverfahren gegen kirchliche Mitarbeiter gegeben, die mit einer Verurteilung endeten. In den meisten Fällen habe entweder das vorhandene Material nicht ausgereicht, um Anklage zu erheben, oder die Straftaten seien bereits verjährt gewesen. Eine wissentliche und willentliche Tätigkeit kirchlicher Mitarbeiter mit der Stasi sei unvereinbar mit dem kirchlichen Dienstrecht gewesen. Der Autor verweist darauf, daß die Stasi ihre Informationen über die evangelischen Kirchen auch durch illegale Lauschaktionen gewann. So seien die von der Berliner Stelle des Kirchenamtes der EKD geführten Telefongespräche zumindest in den Jahren 1988/89 lückenlos abgehört worden. Heidingsfeld leitete von 1986 bis 1991 diese Stelle und wurde vom MfS ab 1986 in einer Operativen Personenkontrolle bearbeitet.


Unterwanderung gefährlicher als Terrorismus

Immer wieder gibt es Geistesblitze im allgemeinen Beschwichtigungspalaver und sie kommen zumeist aus den Kreisen der evangelischen Kirche. Diesmal ist es der evangelikale Islam-Experte Pfarrer Eberhard Troeger , der bemerkenswert offen und klar die Wege der Islamisierung Europas ausspricht.

Idea berichtet:

Die Gefahr einer friedlichen Unterwanderung des Westens durch den Islam ist größer als die terroristische Bedrohung durch muslimische Extremisten.

Dieser Meinung ist der evangelikale Islam-Experte Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Gummersbach). Die Unterwanderung erfolge durch eine langfristige Strategie. Zu ihr gehöre wirtschaftliche Einflussnahme ebenso wie politische und juristische Lobbyarbeit, sagte der Theologe auf einem Konsultationstag des Arbeitskreises Islam der Deutschen Evangelischen Allianz am 26. November in Wetzlar. Die muslimischen Werbeorganisationen seien außerdem „Meister in der Nutzung der modernen Medien“.

Troeger zufolge scheint Europa heute für die Ausbreitung des Islam besonders geeignet zu sein. „Die Europäer sind nach zwei Weltkriegen des Kämpfens müde. Sie wollen leben und genießen und verteidigen ihre Werte nur noch halbherzig.“ Hinzu komme, dass die alteuropäische Bevölkerung rapide sinke, während der Islam durch Kinderreichtum und Zuwanderung Gewinne erziele. Es gebe Berechnungen, nach denen Europa „in 100 Jahren eine muslimische Mehrheit haben könnte“. Troeger rief dazu auf, den Islam weder zu verharmlosen noch die Gefahren durch ihn zu übertreiben: „Wir haben keinen Grund, wie ein Mäuslein auf die große Katze Islam zu starren. Unser Herr regiert, und wir sind auf seiner Seite.“ In der westlichen Mission sei man vor 100 Jahren davon ausgegangen, dass der Islam Afrika überrollen werde und für die Kirche fast verloren sei: „Die Geschichte ist anders verlaufen.“

Zur Frage, warum Muslime in vielen Ländern so aggressiv auf die christliche Mission reagieren, sagte der Theologe: „Offensichtlich beeindruckt der Erfolg christlicher Verkündigung der letzten 100 Jahre.“ Muslime schienen auch verunsichert zu sein durch die Pfingst- und charismatische Bewegung, die der christlichen Mission einen starken Schwung gegeben habe. Troeger ging auch auf den Bau repräsentativer Moscheen in Deutschland ein. Sie dienten in erster Linie dazu, „Namensmuslime zu praktizierenden Muslimen zu machen“. Ziel sei es aber auch, Anziehungskraft auf Nichtmuslime auszuüben. Dem diene etwa der „Tag der offenen Moschee“, für den nicht zufällig der Nationalfeiertag, der Tag der deutschen Einheit, am 3. Oktober ausgewählt worden sei.

 

 


 

Der Kampf der KOMINTERN gegen den Papst und die Kirche geht abermals (siehe unten: "Kirchenaustritte fördern" zwecks Kirchenschwächung )in die nächste Runde   

worum geht es?  Um:                           

Linke Moralapostel? oder "Den Bock zum Gärtner machen"!

Uraltfälle an sexuellen Verfehlungen einiger weniger Kirchenfiguren werden mit Stasitaktik dazu herangezogen, den Kirchen, insbesondere der katholischen weitere Austrittswellen zu bescheren, um sie in ihrer gesellschaftlichen macht zu stutzen. Wer hat's erfunden?

Irgendwann zwischen dem 21. und 24. Februar 1848 erschien in London ein Büchlein mit knapp 60 Seiten. Seine Autoren: Karl Marx und Friedrich Engels. Der Titel: "Manifest der Kommunistischen Partei". Gewaltig die ersten Sätze, die auch 160 Jahre nach ihrer Niederschrift noch immer in den Nachschlagewerken geflügelter Worte zu finden sind." Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus." Manifest der Kommunistischen Partei "; London 1848 .So beginnt das Kommunistische Manifest. Der Titel stammt übrigens von Friedrich Engels, der Marx schon ein halbes Jahr zuvor geschrieben hatte, dass ihm die Katechismusform nicht so recht gefalle. Lass uns das Ding einfach "Kommunistisches Manifest" nennen. Generationen später sollte es den Beinamen "Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Sozialismus" bekommen. Doch der erwies sich als nicht lebensfähig. Überlebt hat das Kommunistische Manifest als historisches Dokument mit erstaunlicher Aktualität in Hinsicht auf die globale Entwicklung

"Der nächste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie der aller übrigen proletarischen Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind.

Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unseren Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung. Die Abschaffung bisheriger Eigentumsverhältnisse ist nichts den Kommunismus eigentümlich Bezeichnendes"

April 2008: Die Linke: Teile vom Kommunistischem Manifest sollen Parteiprogramm werden

Lafontaine ist offenbar gewillt, provokante Aussagen des Kommunistischen Manifestes in das aktuelle Parteiprogramm der Linken zu übernehmen. "Die Sätze des Kommunistischen Manifestes sind doch hochaktuell", äußerte sich Lafontaine. Zum Beispiel sei "an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt" worden.
Inwieweit sich das Linke-Konglomerat, bestehend aus WASG und PDS, darauf verständigen kann, wird sich zeigen.

Linkskommunismus

Bereits in den 1920ern kristallisierte sich innerhalb der kommunistischen Bewegung der Linkskommunismus als neue Strömung heraus. Bekanntester Vertreter war Amadeo Bordiga. Er kritisierte sowohl die Stalinisierung innerhalb der kommunistischen Parteien als auch den Trotzkismus. Während die meisten kommunistischen Organisationen nach 1945 den real existierenden Sozialismus verteidigten, haben Bordiga und die Internationale Kommunistische Partei in mehreren Schriften dargelegt, warum die Sowjetunion und die anderen „realsozialistischen“ Staaten für sie nicht sozialistisch seien, sondern eine besondere Form der kapitalistischen Entwicklung darstellen würden. Andere linkskommunistische Theoretiker, die in den 1920er-Jahren in Abgrenzung von Lenin eine Räteherrschaft des Proletariats anstrebten (Rätekommunismus), waren Anton Pannekoek, Karl Korsch und Otto Rühle. Ihre Rezeption beeinflusste die deutsche Studentenbewegung.Linkskommunistische Positionen im weiteren Sinn werden seit dem Zusammenbruch des Realsozialismus wieder häufiger vertreten und werden zusammen führend zur erneuten Vereinigung von Sozialdfemokratie (SPD) und Kommunisten () in Kürze führen.

Von den Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche wurde das Kommunistische Manifest und das Gedankengebäude des Kommunismus von jeher abgelehnt. Es war vor allem die Aufforderung zur Revolution und zur Abschaffung der Religion, die für die Kirchen untragbar war. Seither dauert der kommunistische Anti-Kirchenkampf im Kampf der beiden Global Player, Kirche gegen Kommunismus,an. Man läßt aus kommunistischer Sicht keinen Anlaß, der sich zur Verächtlichmachung der Kirchen eignet, aus und bedient sich der üblichen STASI-Handschrift.Attacken gegen Papst und Bischöfe, zuletzt gegen Mixa, belegen das.

Die Unordnung in Staat und Kirchen u.a. wegen veränderter angeblich befreiender Sexualauffassung, die bewußt durch die 68-Bewegung, geführt durch die STASI und ihre linken Vasallen in Deutschland, Sozialisten, Kommunisten aus DKP und Grünen, herbeigeführt wurde, wird von der linken Breiseite in Spießermanier heute trotz Verjährung von Verfehlungen aus Vorgängen vor 10-30 Jahren für die Kirchenschädigung gierig zitiert. Die von links unterwanderten  Kirchen reagieren waid-wund ohne ernsthafte aufklärende Gegenwehr und Bezeichnung, wer die wahren Verursacher sind und waren. Bischof Mixa, der auf die rot-grüne sexuelle Befreiungsbewegung mit Drogenverherrlichung hinwies, wird über die linke Schiene der besetzten Medien abgeschossen. Verkörperte ideologische Dummheit in Gestalt von der Grünen, Claudia Roth; wird dazu von den MEDIEN kolportiert.

Sitten-Ferkel, wie sie im Buche (Bibel) stehen oder:

"Furchtbare Verharmloser"

Von Michael Paulwitz

Der Mißbrauchsskandal hat die katholische Kirche erschüttert, aber nicht umgeworfen. Zur Generalabrechnung mit der Institution Kirche und ihren Besonderheiten ist er ungeeignet: Der Mißbrauch, gerade der sexuelle, von Kindern und Jugendlichen ist keine Frucht von „Lustfeindlichkeit“ und Zölibat.

Die Mißbrauchsvorwürfe gegen Gerold Becker, der zur Gipfelzeit der „sexuellen Revolution“ Leiter der reformpädagogischen Odenwaldschule wurde, haben jeden Versuch einer antiklerikalen Kampagne zum Bumerang werden lassen. Jetzt steht die doppelbödige Sexualmoral der Achtundsechziger, ihrer Vordenker und Erben am Pranger – und die Scheinheiligkeit der furchtbaren Verharmloser, die ihr Treiben bis heute rechtfertigen und decken.

Sexueller Mißbrauch ist ein gesamtgesellschaftliches Übel. Es entsteht durch Mißbrauch der Macht, die jeder Erziehende über die ihm anvertrauten Zöglinge hat. Die überwältigende Zahl der Übergriffe geschieht im Familien- und Verwandtenkreis. Pädagogische Berufe üben auf Pädophile eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Sportvereine etwa werden gezielt von Tätern ausgesucht, nach Ansicht von Opferorganisationen gibt es dort wesentlich mehr Mißbrauchsfälle als in den Kirchen.

Zerstörung von Distanz und Schamgrenzen im Namen der Befreiung

Das entschuldigt keinen Priester und keinen Pädagogen, der den hohen moralischen Ansprüchen seines Amtes nicht gerecht geworden ist. Aber es lenkt den Blick auf die entscheidende Frage: Warum hat die angebliche „Befreiung“ von der als „repressiv“ denunzierten christlichen Sexualmoral und die damit einhergehende Durchsexualisierung der Gesellschaft das Übel des sexuellen Kindesmißbrauchs nicht aus der Welt geschafft – warum ist es im Gefolge der „sexuellen Revolution“ vielmehr zum Massenphänomen geworden?

Die verklemmte Reaktion des linken Establishment auf die jahrzehntelangen systematischen Übergriffe am alternativpädagogischen Vorzeigeinstitut Odenwaldschule gibt die Antwort: Diejenigen, die angetreten waren, um durch die Politisierung der Sexualität und durch die „Emanzipation“ der Triebe „bürgerliche“ Herrschaftsstrukturen zu zerschlagen, haben dadurch neue, unkontrollierte Machtpositionen geschaffen – für sich. 

Die Zerstörung von Autorität, Distanz und Schamgrenzen im Namen der Befreiung von Repression hat die Schleusen geöffnet für den Mißbrauch dieser neuen Macht durch den Terror der Schrankenlosigkeit. Die Buchautorin und Odenwaldschülerin Amelie Fried, die schildert, wie ihr Internats-„Familienvater“ sie mit Spott über ihr „Spießertum“ zum „Strip-Poker“ genötigt hatte, legt davon unfreiwillig ein beredtes Zeugnis ab.

Das bloße Ansprechen des offenkundigen Zusammenhangs zwischen Mißbrauch und sexueller Revolution löst bei denen, die sich getroffen fühlen, wütende Steinwürfe aus dem Glashaus aus. Reflexartig hatte etwa Grünen-Chefin Claudia Roth dem Augsburger Bischof Mixa „Verhöhnung der Opfer“ vorgeworfen.

Die Verbissenheit nimmt kaum wunder; schließlich sitzt Roth, ebenso wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast, die die Kirche gern finanziell „bestraft“ sehen möchte, und die liberale Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die dem Klerus ein inquisitorisches „Macht euch Gedanken!“ entgegenschleudert, im Beirat der Humanistischen Union (HU), einem Verein, der nicht nur durch radikale Kirchenfeindlichkeit auffällt. Unter seinem Dach haben Pädophilen-Lobbygruppen wie die Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS) lange Zeit eine wohlwollende Plattform gefunden.

Das sind keine Sünden der Vergangenheit, auch wenn sich die HU vor einigen Jahren angesichts staatsanwaltlicher Ermittlungen formal von der AHS distanziert hat. Prominente Pädophilen-Verharmloser wie der vor zwei Jahren verstorbene Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann („Die Lust am Kind“) oder AHS-Kuratoriumsmitglied Fritz Sack saßen und sitzen weiter im Humanisten-Beirat. Einschlägige Lobbygruppen werben nach wie vor unverdrossen für eine „Entkriminalisierung der Pädophilie“, die der heutige Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag und umtriebige Homosexuellen-Lobbyist Volker Beck schon 1988 gefordert hatte.

Statt pädophilenfreundliche Gesetze einzubringen wie in den Achtzigern, betreiben die grün-linken Erben der Achtundsechziger das Projekt der Gesellschaftsveränderung durch Sexualisierung auf subtilerem Wege weiter: durch konsequente Reduzierung des Menschen auf seine „sexuelle Identität“. Unter dem Banner der Gleichberechtigung aller möglichen Randgruppen dürfen denn auch die Pädophilen wieder Morgenluft wittern.

Vertuschung bis in die höchsten Ränge

Auf ein Wort des Bedauerns oder gar der Einsicht von Volker Beck und seinen Gesinnungsfreunden wartet man bis heute vergebens. Es wird ihnen auch nicht abverlangt – noch nicht. Verglichen mit der Uneinsichtigkeit der furchtbaren Verharmloser sind die Schuldeingeständnisse und Aufklärungsbemühungen aus den Reihen der katholischen Kirche geradezu vorbildlich.

Der Odenwaldschul-Skandal hat die ideologischen Verirrungen und die Doppelmoral der in die Jahre gekommenen Sexualrevolutionäre gnadenlos ins Tageslicht gerückt. Was immer man am Feindbild Kirche gern kritisiert, war hier in Reinkultur zu finden: Vertuschung bis in die höchsten Ränge, Deckung der Täter durch kollegiale Kumpanei, lahme Reinwaschungsversuche und weinerliche Selbstrechtfertigung. Es war ein Offenbarungseid: Die selbsternannten Befreier von einst gerieren sich als Reaktionäre von heute. 

Macht, und besonders die Macht des Pädagogen über die ihm Anvertrauten, braucht die Rückbindung an Disziplin und Verantwortung, wenn sie nicht in Willkür und Mißbrauch ausarten soll. Die Ideologen und Mitläufer der „sexuellen Revolution“ sollten sich Gedanken machen, wie die Dämme der Zivilisation gegen Willkür und Hemmungslosigkeit wiederherzustellen wären, die sie mutwillig eingerissen haben.                                     JF 13/10

Dabei verzettelt man sich gleichzeitig in Widersprüche des eigenen Verhaltens, was offenbart, dass auch Widersprüchlichkeiten, wenn zur Kirchenschädigung desinformativ geeignet, dem denkträgen Wahl-Volke gegenüber bewußt als Stasi-Desinformationsmittel genutzt werden. Auch hier läßt die STASI grüßen. Linkes unterstützt die Wühlarbeit und den Übernahmewillen des Islams in Europa.Bliebe man konsequent, müßten auch dortige sexuelle Verfehlungen genauso abgekanzelt werden wie im Falle der Kirchen Und solche Fälle gibt es massenhaft; das für >jeden leicht nachprüfbar.

Afghanistan: »Frauen sind für Kinder, Jungs für Spaß !"

So bestätigen US-Militärs Angaben über die ungewöhnlich weit verbreitete Homosexualität der Afghanen. Die US-Militärstudie sollte den linken Kritikern eigentlich ein besseres kulturelles Verständnis über den Islam verschaffen……

…..Ergebnis der Studie ist, dass Muslime den Koran offensichtlich so interpretieren, dass sie zwar keinen anderen Mann lieben dürfen, sexuelle Kontakte zwischen Männern aber vom Islam ausdrücklich erwünscht sind….

…..Die afghanischen Knaben müssen beim Vergewaltigungsspiel »Bacha-Bazi« in Mädchenkleider schlüpfen, für die afghanischen Männer tanzen – und dann werden sie von diesen vergewaltigt. »Bacha-Bazi« gehört zur afghanischen Kultur wie der abendliche Schoppen zum Kulturkreis eines deutschen Moselbauern….

Quelle und alles Lesen:http://info.kopp-verlag.de/news/nato-befehl-fuer-afghanistan-frauen-sind-fuer-kinder-jungs-fuer-spass.html

Die Linke lebt eben nach der Maxime, "was kümmert mich mein Quatsch von gestern" oder "erlaubt ist, was nützt. Mit den Islamisten trifft man sich über Lenin (Lüge erlaubt, wenn sie der Sache hilft) bei der islamischen Tagyyia (Lüge erlaubt, wenn sie der Sache hilft)!

Aber vielleicht fragen Sie zu diesen Themen besser Daniel Cohn-Bandit


 

Links-gesteuerte Religiöse Perversion: Geschiedene Bischöfin =Kirchen-Oberhaupt

Nun geht es auch hier weiter gegen anders Denkende. Man spricht von "Rechts" entsprechend linker Unterwanderungs-Taktik, meint aber Alle, die sich gegen die weitere linke Unterwanderung der ohnehin bereits durch Links lädierten evangelischen Kirche wenden. Egal, was passiert, geschiedene Bischöfin, deren Volltrunkenheit im Straßenverkehr, die deutsche Massengesellschaft vertritt kein Ehrgefühl mehr; die, die solche "Schachfiguren" im deutschen und europäischen "Übernahmespiel" ideologisch ans Sprengsätze einsetzten nutzen die DDR-Erfolgsrezepte zur Staatszerstörung beim "Feind" und decken ihre Schachfiguren über die links unterwanderten Medien; die Massengesellschaft ohne Ehrgefühl nimmt das hin. Die STASI ist und war in solcher Taktik geübt.

Evangelische Kirche will "Rechtsextreme" ausschließen

30. Oktober 2009, 04:00 Uhr Die Welt

Synode beendet - Gratulationen für Käßmann

Ulm - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die Bundesregierung zu einem verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus aufgerufen. Es sei beunruhigend, dass rechtes Gedankengut in der Öffentlichkeit auf dem Vormarsch sei und zunehmend zu brutalen Gewalttaten führe, erklärte die EKD zum Abschluss ihrer Jahrestagung am Donnerstag in Ulm. Kirchenjuristen wurden aufgefordert zu prüfen, ob Rechtsextremisten aus den eigenen Reihen ausgeschlossen werden können. Demokratie und Toleranz müssten von der Kirche verteidigt werden.

Zudem forderte die Synode zu einem verstärkten ehrenamtlichen Engagement auf. "Ehrenamtliches Engagement ist unersetzlich für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Gerade ein sich immer stärker ausdifferenzierendes und individualisierendes Gemeinwesen ist auf dieses Engagement angewiesen." Zuvor hatte die EKD ihren bisherigen Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber offiziell aus seinem Amt verabschiedet. "Du hast uns außerordentlich gut vertreten", bedankte sich die Grünen-Politikerin und Vorsitzende des Kirchenparlaments, Katrin Göring-Eckardt. Bereits am Mittwoch wurde Hannovers Bischöfin Margot Käßmann als seine Nachfolgerin gewählt. Mit der geschiedenen 51-Jährigen steht erstmals eine Frau an der Spitze der 25 Millionen deutschen Protestanten. Ihre Scheidung spiele in der evangelischen Kirche keine Rolle, sagte Käßmann der "Bild"-Zeitung. Die Synode habe mit ihrer Wahl klargestellt: "Es kann Brüche im Leben der Menschen geben, und trotzdem bleiben sie im Amt. Denn auch Scheitern will und muss gelebt werden." Käßmann will sich als Ratsvorsitzende vor allem für sozial Schwache und Arme einsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Käßmann in einem Glückwunschschreiben: "Ich bin überzeugt, dass Sie auch als oberste Repräsentantin der EKD die Kirche in der Gesellschaft und auch gegenüber der Politik in besonderer Weise vertreten werden." Auch der vatikanische Ökumene-Minister Kardinal Walter Kasper gratulierte Käßmann. Als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates sowie persönlich wünschte er ihr in einem am Donnerstag im Vatikan bekannt gewordenen Brief Gottes Segen. Weiter äußerte er seine Bereitschaft zu einem herzlichen, offenen und ehrlichen Dialog. In der Ökumene sei vieles erreicht worden, das Anfang des vergangenen Jahrhunderts völlig undenkbar erschienen sei: "Auf diesem Fundament können wir weiter aufbauen." DW

 

Revolution in EuropeDie Eliten der Nachkriegsgeneration, berauscht vom Taumel des wirtschaftlichen Aufschwungs, haben sich zu wenig Gedanken darüber gemacht, welche Folgen es haben würde, billige Arbeitskräfte als Gastarbeiter – wohl in der Idee, die Gäste würden später wieder gehen – ins Land zu holen. In den 70er-Jahren, als das Problem als solches langsam erkannt wurde, war es schon zu spät. Der Familiennachzug hatte eingesetzt und die Massenzuwanderung erst begonnen. Die Revolution Europas nimmt ihren Lauf und die Kirche scheint wieder mal weg zu schauen!

 


9. September 2009:                                                                           Es ist nicht zu fassen!

 Meisners Kniefall vor dem Islam und der Ideologie der „Politischen Korrektheit“

Amtskirchen beweisen wieder einmal ihren Opportunismus gegenüber der herrschenden politischen Klasse – Erste Kirchenaustritte engagierter Christen wegen der willkürlichen Hetze der NRW-Bischöfe gegen pro Köln und pro NRW

„Meisner distanziert sich von Pro NRW“ frohlockt heute der DuMont-Redakteur Frangenberg im Kölner Stadt-Anzeiger. In der Tat hat auch Kardinal Meisner ein Grußwort der katholischen und evangelischen Bischöfe zum islamischen Fastenmonat Ramadan mitunterzeichnet, in dem die Repräsentanten der Amtskirchen heftige Angriffe auf die pro-Bewegung tätigen. U.a. heißt es darin wörtlich: „Die Positionen dieser Gruppierung sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar.“

 Zu diesen skandalösen und zeitgeisthörigen Ausfällen der katholischen und evangelischen Amtskirche erklärt die pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter:

 „Leider haben sich die deutschen Amtskirchen seit jeher durch Opportunismus und Feigheit gegenüber den Herrschenden ausgezeichnet. Auch im Dritten Reich verhielten sich die Bischöfe weitgehend angepaßt und feige gegenüber den NS-Machthabern, segneten die Kanonen und schlossen den „Führer“ in ihre Gebete ein, in der Hoffnung von den Schergen des Regimes verschont zu werden. Und auch heute zeichnen sich die Amtskirchen durch eine bedingungslose Unterwerfung gegenüber dem nun linken Zeitgeist und der verhängnisvollen Multikulti-Ideologie aus. Selbst gegenüber der aggressiven Polit-Religion Islam gibt man sich devot und defensiv. Daß nun auch noch der Kölner Kardinal Meisner einen Kniefall vor dem ‚politisch korrektem’ Establishment macht, ist mehr als bedauerlich.

 Dessen ungeachtet engagieren sich immer mehr überzeugte Christen und zahlreiche Pfarrgemeinderatsmitglieder, Kirchenvorstände und einfache Priester bei pro Köln und pro NRW für die Werte des christlichen Abendlandes. All diesen mutigen Christen ist Meisner jetzt feige in den Rücken gefallen mit dieser Erklärung, die im übrigen eindeutig gegen die parteipolitische Neutralitätspflicht der katholischen Kirche verstößt. Eine Pflicht, die von der Amtskirche sonst immer gerne als Alibi angeführt wird, wenn von ihr Stellungnahmen gegen Linksextremisten und die Nachfolger der Mauermörderpartei SED – die Linke – eingefordert werden! Oder hat man jemals von einer gemeinsamen Erklärung der katholischen und evangelischen Bischöfe gehört, in der die Positionen der Linkspartei als mit dem christlichen Glauben unvereinbar bezeichnet wurden?

 Kardinal Meisner wird sich fragen lassen müssen, ob er denn wirklich wußte, was der dort unterschrieb und warum er das tat. Gerade von ihm hätten viele Katholiken etwas anderes erwartet. Ein Grund mehr für unseren Arbeitskreis Christen pro Köln, über seine inzwischen vielfältigen Kontakte gerade auch in die Kirchen hineinzuwirken und auf diesen fatalen Kotau vor dem linken Zeitgeist hinzuweisen. Meisner und den anderen Bischöfen muß klar werden, dass sie sich selbst und ihren Kirchen damit keinen Gefallen getan haben.“

 P.S: Inzwischen gehen aus ganz Nordrhein-Westfalen empörte Schreiben engagierter Christen bei pro Köln und pro NRW ein, die die „kritiklose Anpassung an den Zeitgeist“ und die „vorauseilende Unterwerfung unter die Polit-Religion Islam“ der NRW-Bischöfe brandmarken und deshalb ihren Austritt aus der Kirche erklären.

9.9.09


 

Hoffnunglich wider Hoffnung!?

Irakische Christen haben Terror und Verfolgung erlebt und suchen jetzt in Deutschland ein neues Zuhause. Die Gesellschaft im Irak hat sich radikalisiert, so ein Nahost-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker. Neben religiösen Motiven radikaler Muslime spielen auch kriminelle eine Rolle. Insbesondere nutzen Verbrecher das Machtvakuum aus, welches Saddam Hussein hinterlassen hat.So hat sich eine Industrie der Entführungen entwickelt. Zwar hat sich seit dem Jahre 2006 die Lage im Irak etwas verbessert nach den Höhepunkten der Ausschreitungen. Trotzdem werden jeden Tag Menschen getötet, der Krieg ist keineswegs dort vorbei. Jetzt fliehen die Christen, obwohl ihre Tradition im Irak nahezu 2000 Jahre alt ist. Vor dem jüngsten Krieg sollen noch etwa 800.000 Christen im Irak gelebt haben, mindestens die Hälfte ist angeblich inzwischen ausgewandert. Da sie an unsere abendländische Tradition insoweit indirekt ankoppeln sind diese Menschen als kulturnahe Flüchtlinge willkommen und man muss ihnen helfen, immer unterstellt, sie ordnen sich in die Gemeinschaft ein und "ziehen den Karren mit".

Mit Erstaunen liest man dabei die Beteiligungsart der katholischen Kirche in Deutschland, die die Aufnahme der Iraker in der Europäischen Union zu Recht unterstützt. Einerseits ist die Initiative natürlich in jedem Falle zu begrüßen. Andererseits verwundert den Leser die Tatsache, dass man gegen die Pro-Bewegung auch von Seiten d er Kirche, jedenfalls bestimmte kirchenspalterisch tätige Personen innerhalb der Kirche, Opposition erfährt, weil man sich gegen Islamisierungstendenzen wehrt. Gewissermaßen lanciert durch die Linke und deren verfälschte Rassismustheorien vertritt man unkritisch die Auffassung, die Vertreter der pro Bewegung sein Rassisten und Nazis, dies unter Verkennung der tatsächlichen weltweiten Entwicklungen insbesondere im islamischen Bereich, der sich mit Gewalt ausbreitet und Christen vertreibtund Islamisierungstendenzen in Deutschland betreibt und damit der Kirche die "Wurst vom Brot nimmt".

Nun hatte sich zu der Christenproblematik im Irak der Weihbischof Joseph Voßals Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz gemeldet. Er trägt vor, es liege der Kirche nicht daran, die Christen aus dem Irak abzuziehen". "Aber wir sehen, dass der Irak zu einem islamischen Land wird, indem Christen und andere religiöse Minderheiten keine Chance mehr haben"(so im Kölner Stadt Anzeiger vom 26.03.2009).

Man reibt sich über die Zwiespältigkeit der kirchlichen Argumentation erstaunt die Augen. Man lässt die Islamisten, gegen die nun plötzlich andere Argumente vorgebracht werden, was den Irak betrifft, die Linke unterstützend mit deutlichen Islamisierungstendenzen nach Deutschland und Europa und sieht dort dabei keine Probleme, die man andererseits ganz klar für den Irak erkennt. Offensichtlich weiß die rechte Hand in der Kirche nicht was die linke Hand tut oder es sind bereits spalterische Gruppenbildungen innerhalb der Kirche zu erkennen, wobei eine deutlich von linker Inspiration geleitet wird, obwohl eigentlich der Vorsitzende der Migrationskommission auch für die Migration nach Deutschland, die Interessen der einheimischen Bevölkerung nach Maßgabe der Regelung über Rassen und Rassendiskriminierung auf Basis des Rassismus Erlasses der UNESCO vom Jahre 1978 zu berücksichtigen hätte. Durch die Unterstützung der Linken und vorgebrachten politischen Plattitüden wird das gerade aber nicht getan. Dummheit oder Absicht?

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            Der Kampf der KOMINTERN gegen den Papst und die Kirche geht in die nächste Runde   

worum geht es? um                           

Bischof Williamson

aber man "schlägt den Sack und meint den Esel"; es geht um die Zerstörung der Kirche und die Institution "Papst". Die Gesamtaktion hat abermals einen kommunistischen Hintergrund. Grund-Thema nach dem von dieser Seite verbreiteten Logo zur Destabilisierung:"Kirchenaustritte fördern" zwecks Kirchenschwächung. Die dahinter stehenden STASI- Diffamierungs-Methoden haben die gleiche Lesensart wie Skandale in der Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung. Ein Beweis dafür dass die STASI noch lebt bzw. wieder in der Hand von und in der Bundesrepublik lebt und mehr als aktiv ist.

Handlanger dieser Vergiftungs- und Destabilisierungsaktion ist die Linkspresse als Sprachrohr und Massenbeeinflusser. Wer einer der "Führer" in  diesem politischen Intrigantenspiel ist, ergibt sich aus dem Fakt, wer innerhalb der Aktion voll aus der Deckung kommt und "anrollt", was mit der Aktion gewollt ist: Destabilisierung der Institution "Katholische Kirche" und des "Papstes"; Unruhe schaffen unter den Gläubigen und Initiierung von Kirchenaustritten zur Kirchenschwächung.

TAZ! Noch Fragen?

Hintergrund: Bericht FAZ 6.2.2009

"Suspendiert, aber nicht mehr exkommuniziert"

Von Heinz-Joachim Fischer, Rom

Bischof Richard Williamson: Mit Weihegewalt?

Bischof Richard Williamson: Mit Weihegewalt?

06. Februar 2009 Gegen vier Bischöfe der traditionalistischen Pius-Bruderschaft, darunter Bischof Williamson, der den Holocaust in Abrede gestellt hat, wurde am 21. Januar durch Dekret der zuständigen vatikanischen Bischofskongregation die Exkommunikation zurückgenommen.

Die Exkommunikation als stets einstweiligen und revidierbaren Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft hatten sich die vier automatisch („latae sententiae“) zugezogen, weil sie am 30. Juni 1988 von dem französischen Erzbischof Lefebvre, ohne päpstlichen Auftrag und entgegen der ausdrücklichen Warnung von Johannes Paul II. und des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, zu Bischöfen geweiht worden waren. Das kirchliche Gesetzbuch, der Codex Iuris Canonici von 1983, führt im Paragraphen 1364 die Fälle auf, die eine Exkommunikation nach sich ziehen, etwa ein Glaubensabfall, eine Irrlehre oder eine Verletzung des Beichtgeheimnisses.

 

Versuch, ein Schisma zu heilen

Durch die unerlaubte, aber nichtsdestotrotz in ihrer kirchlich-geistlichen Wirkung gültigen Bischofsweihe war ein Schisma, eine Kirchenabspaltung, entstanden. Denn die Bischöfe in der katholischen Kirche stehen nach kirchlichem Verständnis in der „Apostolischen Sukzession“, in der Nachfolge der Apostel; der weihende Bischof gibt an den zu weihenden Bischof die Weihegewalt weiter. Ohne einen päpstlichen Auftrag zur Weihe stellen sie sich automatisch außerhalb der römisch-katholischen Großkirche, bleiben jedoch geweiht.

Das entstandene Schisma zu heilen – ungeachtet eines Bündels von befremdlichen Ideen der Traditionalisten reaktionär-theologischer Orientierung und teilweise rechtsextremistisch-politischer Prägung – war das Anliegen für Johannes Paul II., Benedikt XVI. und die Kardinäle an der Spitze der vatikanischen Kommission „Ecclesia Dei“ (Kirche Gottes), die eigens 1988 unmittelbar nach der Exkommunikation dafür eingerichtet worden war.

Die Beseitigung des Schismas drängte, wie jetzt deutlich wurde, bei dem Leiter dieser Kommission, dem 79 Jahre alten Kardinal Hoyos aus Kolumbien, und vielleicht auch bei Benedikt andere Fragen zu den Lefebvre-Bischöfen in den Hintergrund. Papst Benedikt hatte schon im Sommer 2005 den Oberen der Bruderschaft, den Westschweizer Fellay, empfangen und mit ihm die Möglichkeiten einer Annäherung der Traditionalisten an die Kirche erörtert.

Päpstliche Kompetenz anerkannt

Grund der Aufhebung der Exkommunikation war ein Schreiben des Leiters der Bruderschaft, Fellay, der auch im Namen der drei anderen den festen Willen bekundet hatte, katholisch zu sein und die römisch-katholische Kirche mit ihren Lehren und den Papst mit seinen Forderungen anzuerkennen. Damit erkannten sie die päpstliche Kompetenz über ihre Bischofsweihe an, gegen die Lefebvre verstoßen hatte.

Die Rücknahme der Exkommunikation ändert nichts daran, wie noch am Mittwoch eine Note des vatikanischen Staatssekretariat einschärfte, dass Bischöfe und Priester der Bruderschaft keine kirchliche Anerkennung haben. Für sie gilt die „Suspension“, die für Kleriker vorgesehene Strafe der Amts- oder Dienstenthebung, „a divinis“, die sie sich als Mitglieder der Bruderschaft in einer vom Papst nicht anerkannten kirchlichen Gemeinschaft zugezogen hatten.

Die Traditionalisten waren zur römischen Kirche auf Distanz gegangen, weil sie im II. Vatikanischen Konzil in den Jahren 1962 bis 1965, insbesondere in dessen Beschluss über die Religionsfreiheit und in der faktischen Abschaffung der alten tridentinischen Messe, eine Abweichung vom eigentlich Katholischen sahen.

Reuige und besserungswillige Sünder?

Zunächst war die Pius-Bruderschaft unter Erzbischof Lefebvre 1969/70 noch gegründet worden mit Duldung der katholischen Kirche. Dann, mit zunehmender Entfremdung von Rom, arbeitete sie halb-kanonisch unter Suspension, ab 1988 unter Exkommunikation. Die „Suspension“ – gegen die in der Praxis der Bruderschaft verstoßen wird – bleibt nach wie vor bestehen, bis die „volle Versöhnung und die volle Gemeinschaft“ mit dem Papst wiederhergestellt und, wie die Note des Vatikans vom Mittwoch fordert, Williamson widerrufen hat.

Die Zurücknahme der Exkommunikation bei fortwährender Suspension bedeutet, dass die Traditionalisten noch keine Rechte in der katholischen Kirche haben, doch als reuige und besserungswillige Sünder betrachtet werden dürfen. In ihrer Bruderschaft arbeiten sie in einer kirchenrechtlichen Grauzone, mit der Verpflichtung, ihren kanonischen Status in Ordnung zu bringen.

Politische Ansichten nicht entscheidend

Politische Ansichten können nach römisch-katholischer Auffassung weder Bedingung noch Hindernis für die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche darstellen. Bischof Williamson kann deshalb kaum wegen seiner politischen oder historischen Ansichten exkommuniziert werden. Sie können jedoch für die Zulassung zu kirchlichen Ämtern entscheidend sein und als Ärgernis für die Gläubigen oder, im Fall eines Bischofs, als Zeichen einer unangemessenen Amtsführung zur Amtsenthebung führen. Williamson wurde für die Aufnahme von bischöflichen Funktionen in der Kirche die Bedingung gestellt, sich „von seinen Meinungen über die Schoa in absolut unmissverständlicher und öffentlicher Form zu distanzieren“.

Das „Wohlverhalten“ – gemessen nach den Maßstäben des Vatikans – wird also entscheidet über den weiteren Weg zu voller Gemeinschaft und zur Aufhebung der Suspension.


Kirchenversagen?!

Erfolgreiche Instrumentalisierung der christlichen Einrichtungen

In den 60er-70er Jahren

 

In den siebziger Jahren hatte der KGB es geschafft: der ökumenische Rat der Kirchen war völlig unterwandert.

Im Sommer 1948 wurde der ökumenische Rat der Kirchen in Amsterdam errichtet. Seine Gründung hatte eine lange Vorgeschichte und war von dem Gedanken getragen, dass die christlichen Kirchen der Welt vereint werden sollten. Unter den Delegierten, die sich dann in Amsterdam trafen, waren keine offiziellen Teilnehmer aus der Römisch-katholischen Kirche. Die russisch-orthodoxe Kirche fehlte ebenfalls. Für die Abstinenz 1948 für den Beitritt 1961 spielten politische Motive eine zentrale Rolle. Mit Recht befürchteten die Kirchen der westlichen Welt, dass die Sowjetunion politische Pläne mit der ihr vollkommen ergebenden russisch-Orthodoxen Kirche verfolgte, als sie 1961 deren Beitritt zum ökumenischen Rat der Kirchen zustimmte.

Die sowjetische Regierung verfolgte dabei eine "Doppelstrategie". Einerseits vertrat sie nach außen das Konzept der friedlichen Koexistenz der Systeme um ihren Aktionen zusätzliche Glaubwürdigkeit zu verleihen. Andererseits gab sie sich nach innen alle Mühe, das Verschwinden der Kirchen zu beschleunigen. Dabei wollte Moskau noch mehr. Es wollte den ökumenischen Rat der Kirchen zu einem Instrument seiner Außenpolitik machen, wofür mehr Schlüsselstellungen im Apparat des Weltkirchenrates durch kooperationswillige Kirchenmänner aus der UDSSR und anderen Ostblockstaaten besetzt werden. Viele von ihnen arbeiteten gleichzeitig als Agentin der Geheimdienste ihrer Länder. Die sozialistischen Staatskirchenämter koordinierten in regelmäßigen Konferenzen die Kirchenpolitik der Ostblockstaaten, formulierten die zu erreichenden Ziele und gaben ihren Kirchenmännern die entsprechenden Aufträge.

Dabei verfolgte die UDSSR auch das Ziel, eine engere Zusammenarbeit zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem ökumenischen Rat der Kirchen möglichst zu verhindern und war mit diesen Bemühungen auch erfolgreich. Bei Erklärungen des Weltkirchenrates zu Gewalt, Gewaltfreiheit und Kampf um soziale Gerechtigkeit sorgten im Jahre 1973 die Delegierten des Ostblocks dafür, dass Hinweise auf Osteuropa unterblieben. Es entstand deshalb der Eindruck, es gebe allein im Westen ernsthafte gesellschaftliche Probleme. Auf beharrliches Drängen in der russisch-orthodoxen Kirche musste der ökumenische Rat der Kirchen seine Tagungsorte und Programme ändern. Dabei gelang es auch, Diskussionen über Menschenrechte in den sozialistischen Ländern zu verhindern und Meinungsverschiedenheiten innerhalb des ökumenischen Rates der Kirchen kräftig zu schüren.

Nach 14 Jahren Mitgliedschaft der russisch-orthodoxen Kirche im ökumenischen Rat der Kirchen hatte dieser sich total verändert. In einem Memorandum aus dem Jahre 1975 wurde durch den ökumenischen Rat der Kirchen eine Veränderung des allgemeinen Denkens festgestellt.

"Die destruktiven Elemente des Kapitalismus seien so offenkundig geworden, dass es nicht mehr möglich sei, die These von der Äquidistanz des ökumenischen Rates der Kirchen zum Kapitalismus und Sozialismus aufrechtzuerhalten. Es bestehe vielmehr eine zunehmende Affinität zwischen Kirche und Sozialismus. Schon bald hieß es in einer Anweisung der sozialistischen Kirchenkontrolleure, "die Möglichkeiten der Vertreter der Kirchen in den sozialistischen Ländern, neue Positionen in den Leitungsämtern des Weltrates der Kirche zu erwerben, seien gewachsen". Im Präsidium musste ein Platz erworben werden und dafür der "Metropolit" Nikodim kandidieren. Als weitere Kandidaten für hohe Ämter im ökumenischen Rat der Kirchen wurden zwei absolut staatshörige ungarische Bischöfe benannt.

 Auch im Zentralausschuss des ökumenischen Rates der Kirchen wollten die Sozialisten wenigstens drei bis vier Plätze mehr haben. Im Stab des ökumenischen Rat der Kirchen sollten die Kirchen der sozialistischen Länder ebenfalls stärker vertreten sein und den Posten des Stellvertreters des Generalsekretärs des ökumenischen Rates der Kirchen stellen. Man hatte dabei schon entsprechende Maßnahmen eingeleitet, so dass dies nicht nur reine Planspiele waren. Es erhob sich im ökumenischen Rat der Kirchen auch kein Widerspruch, als die russisch-orthodoxe Kirche ihren Geistlichen Nikodim als einen der zu wählenden sechs Präsidenten vorschlug. Dieser war bereits Präsident der von Moskau finanzierten Prager Christlichen Friedenskonferenz, einer Organisation, die von Anfang an mit dem ökumenischen Rat der Kirchen bewusst konkurrierte und ihn sogar ausdrücklich bekämpfte.

Zwar gab es inhaltlichen Widerspruch und der Delegierte wollten sich dem nicht beugen. Viele westliche Delegierte kündigten deshalb eine Opposition an. Gegen das Votum einer Minderheit wurde dann en bloc über die sechs Präsidenten abgestimmt. Eine Ablehnung Nikodims war damit unmöglich geworden.

Dieser hatte sich nie für religiös verfolgte in seiner Heimat eingesetzt. Dabei hatte er immer wieder alle Verletzungen von Menschenrechten in der UDSSR bestritten. Zwangsläufig geriet er durch seine Nominierung damit in eine Fichtenkollision als Präsident der von Moskau finanzierten Prager Christlichen Friedenskonferenz und als Präsident des ökumenischen Rates der Kirchen. Alle diese Tatsachen waren seinerzeit bekannt. Die Kirche mag die Frage beantworten, warum man dies alles willenlos hinnahm, jedenfalls zeigt sich auch hier deutlich die Unterwanderung der Kirchen durch Sozialismus und Kommunismus. Deshalb sollte man sich heute auch nicht zu falschen Vorstellungen verleiten lassen, wenn die russische Entführung mit der russisch-orthodoxen Kirche kokettiert.

JC aus Buchbesprechung G. Besier u.a. "Nationaler Protestantismus und ökumenische Bewegung-kirchliches Handeln im kalten Krieg" 1999


Schlösser als Denkfabriken der Kirchen

 
12. Juni 2007, 09:12 Uhr Die Welt

Die beiden großen Kirchen in Bayern haben ihre eigenen „Denkfabriken", und das zum Teil schon fast seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Evangelische- und Katholische Akademie: Tutzing und Schwabing als Hort neuer Politik-Konzepte.

Nicht nur Parteien oder Stiftungen unterhalten ihre eigenen Institute, in denen an neuen Konzepten für Politik und Wirtschaft gearbeitet wird. Auch die beiden großen Kirchen in Bayern haben ihre eigenen „Denkfabriken“, und das zum Teil schon fast seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. So feiert die am 15. Juni 1947 gegründete Evangelische Akademie in Tutzing heuer ihr 60-jähriges Bestehen. Die im Februar 1957 gegründete Katholische Akademie hat Mitte Mai bereits ihren 50. Geburtstag begangen. Jeweils rund 16.000 bis 17.000 Teilnehmer ziehen die Veranstaltungen der beiden Akademien pro Jahr an.

Mit der Gründung eigener Akademien wollten beide Kirchen nach dem Krieg ihren Beitrag zum Wiederaufbau einer demokratischen Gesellschaft in Deutschland leisten, sagt der Direktor der Evangelischen Akademie, Friedemann Greiner. Heute sei es ihre Aufgabe, „Grenzen im konstruktiven Sinne zu überwinden“. Die Kirchen müssten Stellung zur Globalisierung und zum „clash of civilisations“ (Zusammenstoß der Kulturen) beziehen. Das hört sich erst einmal sehr theoretisch an. In der Praxis besteht der Beitrag der Evangelischen Akademie etwa darin, dass sich regelmäßig ihr Politischer Club zu Tagungen im Akademie-eigenen Schloss Tutzing am Ufer des Starnberger Sees trifft. Ein eigenes Schloss für Veranstaltungen hat übrigens auch die Katholische Akademie – mitten in Schwabing.

Der Dalai Lama redete im Schloss

Seit seinen Anfängen prägen hochkarätige Politiker das Bild des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie: Kanzler Konrad Adenauer (CDU) war da, Gerhard Schröder (SPD), von den Bundespräsidenten Heinrich Lübke bis zu Johannes Rau. Hier gab es wegweisende Reden – etwa „Wandel durch Annäherung“ des SPD-Politikers Egon Bahr aus dem Jahr 1963. Damit wurde die neue Ostpolitik der Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) begründet. Auch Konzepte für die deutsche Einheit wurden in der Akademie entwickelt. Der Dalai Lama redete im Schloss. Umweltschutz- und Friedensinitiativen gingen von Tutzing aus. „Weltinnenpolitik“ ist ein Schwerpunkt der Arbeit der Akademie. Auf die wichtigsten Fragen vom Nahost-Friedensprozess über den Irak-Krieg bis zur EU-Erweiterung suchten Politiker und Wissenschaftler in Tutzing Antworten.

Gleiches gilt für die Katholische Akademie. Eine Sternstunde war 2004 der Diskurs zwischen Jürgen Habermas und dem damaligen Kurienkardinal und heutigen Papst, Joseph Ratzinger. „Die Beziehungen zwischen Kirche und Welt zu klären und zu fördern“, das sei auch heute noch die Hauptaufgabe der Katholischen Akademie, sagte Kardinal Friedrich Wetter.

Zum Jubiläums-Festakt der Evangelischen Akademie am 8. Juli hat sich wieder Politprominenz am Starnberger See angesagt: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die Festrede.

 

 




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Stand: 18. Oktober 2011.