Pro Mittelstand NRW

Der Mittelstand pro NRW ist einer von mehreren Arbeitskreisen der Bürgerbewegung pro NRW, der seine politischen Inhalte und Ziele auf dieser Internetseite vorstellt und diese im Gesamtverband in den innerparteilichen Diskussionsprozess einbringt


Populismus scheuen die Sozialisten bei Anderen wie der Teufel das Weihwasser, denn es war und ist ihre eigene Erfolgstaktik!

 

 

Staat oder Liberalismus: Wer macht die Schulden? welt 10.12.11

Wir haben kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem   (Erwin Grandinger)

Man kann über die zunehmende Staaten- und Schuldenkrise sagen was man möchte, aber sicherlich nicht, dass der Liberalismus oder Neoliberalismus daran singulär Schuld trügen. Es gibt Markteintritt und Marktaustritt als Grundregel in der sozialen Marktwirtschaft. Niemand hat die Politik dazu gezwungen, Großbanken oder Landesbanken zu retten, die nichts Besseres zu tun hatten, als das ihnen anvertraute Kapital an dritter Stelle zu verbrennen (US-Hypothekenmarkt). Und sich von alten, unverdienten Parteikadern beaufsichtigen zu lassen. Das Leben in Deutschland geht auch ohne die pervertierten Geschäftsmodelle der BayernLB oder der WestLB weiter (bei vorheriger Sicherung der Spareinlagen).

Wenn Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Parteivorsitzende der Partei "Die Linken" meint, man müsste schlicht die Vermögenden besteuern, denn sie hätten von der sonderbaren Rettung des Staatsbankensystems am meisten profitiert, dann fehlt hier aus ideologischer Verblendung die Einsicht, dass der deutsche Staat kein Einnahmeproblem hat, sondern ein monströses keynesianisches Ausgabeproblem. Wir leben grandios über unsere Verhältnisse, seit mehr oder weniger sechs Jahrzehnten gibt dieser Staat mehr aus als er einnimmt und ignoriert grundsätzlich die meisten Regeln, die Ludwig Erhard oder Wilhelm Röpke diesem Staat mit auf den Weg gegeben haben. Ganze Generationen von Jungpolitikern haben wohlfeil bei den Alten gelernt, dass man ein Problem hierzulande nicht strukturell löst, sondern immer mit neuen Steuermitteln beglückt, ob sinnvoll oder nicht, um den Wähler bei Laune zu halten. Der Öffentliche Dienst hat in Jahrzehnten ein geradezu unvorstellbares Ausmaß an Personal, Ämtern und Regelwerk angenommen. Hier gibt es schier grenzenloses Einsparpotenzial, wie auch in besonderen Politikbereichen, etwa der EEG-Solarförderung als Paradebeispiel für staatliche Verschwendungssucht. Ansonsten kann man Vermögende auch zu Tode besteuern, oder reicht es noch nicht, dass zehn Prozent der Einkommensstärksten für 80 Prozent der Einkommensteuereinnahmen aufkommen?

Der einzige Bundeskanzler, der auch nur ansatzweise versuchte, Teile dieser Probleme bei der Wurzel zu packen, nämlich Gerhard Schröder mit der "Agenda 2010" (für die Frank-Walter Steinmeier als damaliger Kanzleramtsminister auch die Autorenschaft übernehmen darf, und der sich heute dafür schämt, Hartz-Reformen umgesetzt zu haben), wird nun von seinen eigenen SPD-Leuten mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Nachhaltigkeit in der Finanzpolitik ist das Gegenteil des heutigen absurden Keynesianismus oder Neo-Keynesianismus à la Linksparteien (inklusive SPD), den Grünen oder den Sozialpolitikern der CDU/CSU. Helmut Schmidt, der derzeitige Überflieger der Linken, hat in seiner kurzen Amtszeit als Bundeskanzler die Staatsverschuldung vervierfacht. Natürlich gibt es einen Grund, warum sich Schmidt in den 70er-Jahren keine Gedanken zur Nachhaltigkeit seiner Staatsverschuldungsorgie gemacht hat. Die Inflation. Diese Kaufkraftentwertung, von allen reflexartig verpönt, hat über Jahrzehnte Politikern von links bis rechts immer aus der Patsche geholfen. Periodische Hochinflation ist das Öl in der Maschinerie des überschuldeten demokratischen Wohlfahrtsstaates, der nicht Sparen kann, und sorgt regelmäßig in langen Zyklen dafür, dass der Staat sich entschuldet und der Bürger klammheimlich enteignet wird. Zum ersten Mal seit 1945 hat sich dieser Rhythmus extrem verlängert. Was den Politikern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist die Disinflation, zum Teil Deflation, des letzten Jahrzehnts, die das Preisniveau drückten.

Globalisierung bedeutet Margendruck, und der kommt aus Asien, Indien und China. Im Zusammenspiel mit exorbitant fallenden Zinsen in den Euro-Peripheriestaaten musste die Staatsverschuldung dort natürlich explodieren, denn der Staat konnte sich erstmals problemlos für weniger Geld weiter exzessiv verschulden. Sinkende Wettbewerbsfähigkeit in diesen Ländern wurde dort durch wahllose Wohlfahrtsleistungen an die Bürger ausgeglichen. Wagenknechts Vorstellung, dass der Vermögende diese Staatskrise lösen kann ("einmalige Abgabe" als marxistischer Euphemismus für Umverteilung), ist nichts als eine Schimäre, denn keine Abgabe ist "einmalig" in diesem Lande, und der Kreativität des Gesetzgebers sind keine Grenzen gesetzt, neue zu erfinden. Und wie sagt der Narr in Goethes Faust: "Noch heute Abend wieg ich mich in Grundbesitz", und Mephisto antwortet: "Sieh da, der Narr, nicht ohne Witz". Nichts scheint mehr sicher zu sein, so bleibt physisches Gold als Fluchtwährung die erste Wahl.

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07.03.2011

Das große E10-Durcheinander

Das Chaos ist perfekt: Einmal heißt es, die meisten Autos vertragen E10-Sprit, dann äußern Techniker wieder Zweifel. Mittlerweile kennt sich beim Thema Biosprit-Verträglichkeit kaum jemand mehr aus.

Das Chaos ist perfekt: Einmal heißt es, die allermeisten Autos vertragen E10-Sprit, dann wieder werden von kundiger Seite Zweifel geäußert. Mittlerweile kennt sich kaum jemand mehr aus, wenn es darum geht, ob sein Fahrzeug den mit zehn Prozent Bioethanol angereicherten Sprit verträgt oder nicht.

Chaos bei BMW
So war von BMW bisher zu hören, dass der Einsatz von E10-Kraftstoff in allen Pkw-Modellen des bayerischen Herstellers unbedenklich sei. Doch am Wochenende äußerte Thomas Brüner, Leiter der BMW-Mechanikentwicklung, gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag" Zweifel: Wasser könne aus den Verbrennungsgasen kondensieren und ins Motoröl gelangen. Daher könnten häufigere Ölwechsel nötig sein. Experten rieten daraufhin den Autobesitzern, öfter den Ölstand zu kontrollieren: Wäre der Stand dann höher als bei der vorherigen Kontrolle, könnte dies an Wasser im Motoröl liegen. Darauf verwies allerdings BMW in mehreren Pressemitteilungen auf die unveränderte Position zum Thema E10. Der Kondensationseffekt ist laut BMW "ein Nebeneffekt des normalen Verbrennungsvorgangs, unabhängig von der Verwendung von E10." Die Aussagen von Brüner hätten sich "nicht auf Länder mit Kraftstoffqualitäten wie die in der EU verwendeten" bezogen, sondern auf Länder mit minderwertigem Sprit. Aus der Online-Meldung der Welt zu dem Thema lässt sich diese Einschränkung allerdings nicht entnehmen.

Probleme vor allem bei Benzindirekteinspritzern
Inzwischen gibt es allerdings Listen, die Aufschluss geben, welche Fahrzeuge den Sprit nicht vertragen. So warnt Mercedes unter anderem, E10 bei Modellen mit CGI-Direkteinspritzung der ersten Generation zu verwenden, die von 2002 bis 2005 gebaut wurden. Ausgerechnet Fahrer von sparsamen Fahrzeugen wie dem C 200 CGI der Baureihe 203 müssen also weiter den teureren Kraftstoff tanken. Auch bei VW vertragen Autos mit Benzin-Direkteinspritzung (FSI) oft keinen E10-Kraftstoff. So auch bei Opel - Modelle mit dem 2,2-Liter-Benzindirekteinspritzer müssen herkömmliches Super tanken - und Ford, wo man bei den Buchstaben SCi aufpassen muss.

Mehrverbrauch und ethische Aspekte
Unabhängig von der Frage der Verträglichkeit werden in den Medien weitere Aspekte diskutiert. So erinnern Verbraucherschützer daran, dass E10-Sprit einen geringeren Energieinhalt als herkömmlicher Super-Kraftstoff besitzt, was zu einem Mehrverbrauch führt. Außerdem wird diskutiert, ob der Anbau von Mais und anderen Pflanzen für die Bioethanol-Gewinnung ethisch gerechtfertigt ist, und ob auf diesem Wege die CO2-Emissionen nicht sogar höher sind, als wenn weiter Super in den Tank kommt.

Politiker sind sich uneins
Auch die Politiker sind sich uneins. FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring will den E10-Sprit schlicht vom Markt nehmen. Dagegen verteidigt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die E10-Einführung - sie verringere die Abhängigkeit vom Öl. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lädt zu einem Benzin-Gipfel am 8. März 2011 ein. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erkennt Defizite bei den Mineralölkonzernen, die ihrer Informationspflicht nicht nachkämen. Diese wiederum lassen verlautbaren, dass sie zu wenig Informationen über die Autos und ihre Eigenschaften haben, um hieb- und stichfeste Informationen bieten zu können. Inzwischen meldet sich fast jede Institution zu Wort, die eine Presseabteilung besitzt - von den Bauern bis zu den Autovermietern. Man darf gespannt sein, ob der Benzin-Gipfel endlich Klarheit schafft.

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"E10 Super" als Nachfolge im Links-Grünen "Klima und Energie"-Beschiß?

"Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber" meint die Volksweisheit, Weisheit eines Volkes, welches es zunehmend nicht mehr gibt.

2011: Benzinpreise steigen und steigen, dazu ein Verwirrspiel um den neuen E10 Superkraftstoff . Tanken wird noch deutlich teurer werden, weil auch die Ölmultis den Bürger für das neue Gesetz fallen lassen. Eigentlich sollte der neue Superkraftstoff mit höherem Bioanteil seit Jahresbeginn im Handel sein. Das ist jedoch nicht der Fall. Der neue E10 Superkraftstoff wirft immer noch viele Fragen auf. Anfang 2011 sollte es eigentlich losgehen. Das kündigte zumindest die Bundesregierung im Herbst 2010 an. Sie teilte dazu mit, dass neben dem neuen E10 Super mit zehnprozentigen Bioanteil weiterhin das herkömmliche Super (E5) mit 5- prozentiger Biobeimischung vorhanden sein werde. Januar 2011 kam, mit ihm viele Presseberichte über die neue Sportsorte, E10 tauchte aber an den Tankstellen nicht auf. Selbst Mitte Januar 2011 hatte sich daran noch nichts geändert. Aus rein politischem Kalkül wurde die Einführung einer höheren Beimischung von Kraftstoffethanol zu mineralischen Kraftstoffen in der Europäischen Union verpflichtend beschlossen. Damit werden zuerst öffentlich vorgetragene Interessen der Agrarwirtschaft befriedigt.  Da Superbenzin fortan teurer als E10 verkauft wird, beschert die Einführung der Mineralölindustrie zusätzliche Gewinne

Die Mineralölbranche schiebt die Schuld also zu Recht der Politik zu. Dieser habe sich u.a. auch zu viel Zeit gelassen. Das Gesetz sei erst Mitte Dezember in Kraft getreten. Ein Dutzend Raffinerien und 15.000 Tankstellen in ganz Deutschland könne man nicht binnen zwei Wochen auf eine komplett neue Sportsorte umstellen. E10 werde deshalb erst Anfang April flächendeckend vorhanden sein. Dabei redet man nicht davon, dass auch die Großraffinerien seit Monaten in die Planungen rund um die Neuregelung eingebunden waren.

E10 als neues Biogemisch gehört nur in solche Fahrzeuge, die es vertragen. Schon einmaliges fehlbetanken eines E10-untauglichen Autos kann den schleichenden Motor-Exitus bedeuten. Der ADAC hat unter www.adac.de/ero  die Freigaben aller Fahrzeughersteller und viele Zusatzinformationen zu E10 bereitgestellt; außerdem DAT.

Warum gibt es überhaupt E10?

Die europäische Union hat im Zuge ihrer Klimapolitik Richtlinien erlassen, um erneuerbare Energien durchzusetzen mit der angeblichen Absicht, die Abhängigkeit von den Ölförderstaaten zu verringern. Diese Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments zwingt alle Mitgliedstaaten, Ottokraftstoff mit bis zu zehn Volumenprozent Kraftstoffethanol (Euphemismus Bioethanol) unter dem Branchenkürzel E10 (von Ethanol 10 %) auf den Markt zu bringen. Deutschland reagierte, wie immer pflichtbewußt, mit einem "Bio-Kraftstoffquotengesetz", welches bis 2014 einen Bioenergieanteil von 6,25 % am gesamten Kraftstoffabsatz vorschreibt. Dieses lässt sich nur erreichen, wenn mehr Treibstoff pflanzlichen Ursprungs im Verkauf vorhanden sein wird. Dies gilt für den Ottokraftstoff, weil beim Diesel der Bioanteil mit 7 % bereits technisch ausgereizt ist. Seit Jahresbeginn sollen und müssen Bio-Sprit-Hersteller nachweisen, dass ihre Produkte (vom Feld bis zur Verbrennung im Motor) mindestens 35 % weniger CO2 freisetzen als herkömmlicher Treibstoff. Die Verwendung von Kraftstoffethanol soll nämlich angeblich diese mindestens 35 % CO2 Ersparnis bringen, was bisher weder wissenschaftlich noch durch Erfahrung nicht belegt ist. Der geforderte Nachweis wird also schwierig, wenn nicht unmöglich werden.

Eine Modellrechnung, anhand derer diese von der Politik ohne Quellenangabe übernommene Einschätzung bestätigt werden könnte, ist nicht bekannt. Beträchtliche Mengen an externer Energie werden ohnehin für die Verteilung der beizumischenden Ethanolmengen benötigt.

Natürlich macht die höhere Biobeimischung den Sprit noch teurer. Entsprechendes gibt die Ölbranche auch unumwunden zu. so teilt diese mit, beigemischtes Bioethanol sei um fast 50 % teurer als fossile Benzinbestandteile. Auch sonst sei die Erfüllung des Gesetzes äußerst kostspielig. Die affinerien müssten mit E10 einen völlig neuen Kraftstoff produzieren. Außerdem fallen zusätzliche Logistik- und Lagerkosten an. Die Umrüstung aller Tankstellen verschlingt ungeheuer viel Geld. Dieser Äußerung steht entgegen, dass die Ölbranche andererseits in den letzten Jahren mit immer neuen Premium-Sorten die Kraftstoffvielfalt gesteigert hatte, wobei Umstellungs- nd Logistikkosten offensichtlich kein Problem waren.

Die Ölmultis wollen künftig erkennbar möglichst viel E10 verkaufen. Bei Nichterfüllung der gesetzlichen Bio-Sprit-Qote drohen ihnen nämlich hohe Strafzahlungen an den Fiskus. Einerseits wird begründet, dass gleichwohl "E10 günstiger sein werde als klassisches Super". So die Ausführungen eines Managers eines großen Ölkonzerns. Ein Aufschlag von 2-3 Cent auf das "alte Super" sei realistisch. Etwaige Strafzahlungen an den Staat seien dann schon vorsorglich "eingepreist".

Auch für Dieselfahrer können die Zeiten noch schwerer werden. Der Diesel-Boom sorgt hierzulande für eine Überproduktion an Ottokraftstoff und ein Unterangebot an Diesel. Die Ölbranche ist auf zusätzliche Dieselimporte, insbesondere aus Russland, angewiesen. Ottokraftstoff wird dabei gleichzeitig in die USA exportiert. Dort sinkt aber auch die Nachfrage. Gleichzeitig stehen die diese Lieferungen aus dem Osten in ihrer Verlässlichkeit auf mehr als wackeligem Boden. Mit größeren Investitionen können die Ölmultis ihre deutschen Raffinerien für mehr Dieselausstoß umrüsten. Stattdessen sprechen Sie aber der Europäischen Union die Empfehlung aus, Steuervorteile auf Diesel, in Deutschland zum Beispiel rund 0,18 EUR, zu streichen. Das soll das Dieselangebot für den Käufer preislich unattraktiver machen. Eine entsprechende europäische Richtlinie ist bereits in Arbeit. Diese lässt dabei völlig außer acht, dass Dieselfahrer bereits deutlich mehr Kraftfahrzeugsteuer zahlen als die anderen Kfz-Inhaber.Eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs ist mit E10 auch nicht zu erreichen, da der Energiegehalt von Ethanol unter dem von teilweise höhermolekularen Alkan-Gemischen bei gleichem Volumen liegt, aufgrund der geringeren Energiedichte von Ethanol steigt der Kraftstoffverbrauch gegenüber ethanolfreiem Kraftstoff um etwa drei Prozent und damit die CO2-Emissionen.

Für Fahrzeuge, die diese Sorte E10 nicht vertragen, muss laut EU-Richtlinie mindestens bis 2013 das bisherige Benzin als sogenannte Bestandsschutzsorte weiterhin angeboten werden. Danach wird ggf. nur noch die Benzinsorte Super Plus für die Fahrzeuge zur Verfügung stehen, die den Kraftstoff mit 10 % Ethanol nicht vertragen. Dieselfahrzeuge sind von der Änderung nicht betroffen. Etwa 90 % aller benzinbetriebenen PKW in Deutschland vertragen E10. Neufahrzeuge sind in der Regel E10-tauglich.

Das ARD-Magazin „Fakt“ berichtete am 6. Dezember 2010, dass Wissenschaftler als Folge der veränderten Beimischung hochgiftige Verbindungen wie Blausäure und Ozon in den Abgasen gefunden hätten. Dann mal "Frohes Tanken"!

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Wozu ist der neue Biosprit gut? die Welt 27.2.2011

Das Öko-Benzin E10 soll die Umwelt schonen - was unter Forschern umstritten ist. Fakten rund um den Ethanol-Kraftstoff

Seit Anfang des Jahres bieten Tankstellen die neue Benzinsorte "Super E10" an. Die Einführung geht auf einen Beschluss des Europäischen Parlaments zurück. Was es mit E10 auf sich hat, was er für die Kraftfahrzeugbesitzer bedeutet und ob der Anspruch der geistigen Väter erfüllt wird, lesen Sie in den folgenden Antworten.

Woraus besteht E10?

E10 für Ottomotoren besteht aus Superbenzin mit einer Beimischung von bis zu zehn Prozent Ethanol, also jenem Alkohol, den auch alkoholische Getränke enthalten. Bisher wurde Benzin bis zu fünf Prozent Alkohol zugemischt (E5).

Wie wird der Zusatz hergestellt?

Der Ethanol-Zusatz stammt aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen - also aus Biomasse. Deshalb heißt der Zusatz auch Bioethanol. Europa setzt auf Zuckerrüben, Mais und Weizen, Südamerika auf Zuckerrohr, Nordamerika auf Mais, Asien auf Maniok. In Raffinerien zerlegen Enzyme die Stärke aus den Pflanzen zu Zucker. Eine weitere enzymatische Reaktion (Fermentation mit Hefekulturen) wandelt Zucker in Alkohol um, allerdings nur bis zu einer Konzentration von etwa zwölf Prozent. Eine anschließende energieintensive Destillation konzentriert den Alkohol auf knapp 100 Prozent. Angestrebt wird, auch aus zellulosehaltigen Pflanzen und Pflanzenabfällen (z. B. bestimmte Gräser und Holzschnipsel) Ethanol zu gewinnen. Das ist aber noch nicht praxisreif.

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Warum wurde E10 eingeführt?

Der Zusatz von Bioethanol verringert die Menge an verbranntem Benzin aus fossilem Erdöl. E10 aus nachwachsenden Rohstoffen dient also dem Klimaschutz dadurch, dass der Alkohol aus Pflanzen bei der Verbrennung nur so viel Treibhausgas freisetzt wie die Pflanzen zuvor aus der Luft aufgenommen haben. 35 Prozent weniger Treibhausgase als konventionelles Benzin soll Bioethanol verursachen. E10 kann zudem die Abhängigkeit von den Erdöl produzierenden Ländern vermindern, denn der Anteil von E10 am verkauften Benzin soll bis 2020 auf 20 Prozent steigen. Es ist zwar kein offizielles Ziel, aber die Biospritproduktion ist auch ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein für Landwirte.

Woher stammen die Rohstoffe für das in der EU verkaufte E10?

Von landwirtschaftlichen Flächen der EU, aber in zunehmendem Maß auch aus Übersee. Auf den Flächen werden zukünftig einige Million Tonnen Rohstoffpflanzen zusätzlich angebaut.

Werden für die Produktion des Alkohols (Ur-)Wälder gerodet?

Die EU-Verordnung verbietet das. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Biomasseproduktion den Lebensmittelanbau auf neu zu erschließende Flächen verdrängt. Das könnte die Rodung von Regenwäldern mittelbar forcieren.

Steht die E10-Herstellung in Konkurrenz zur Nahrungsproduktion?

Wenn neue Flächen für die Biospritproduktion benötigt werden (siehe oben), ist eine zunehmende Konkurrenz wahrscheinlich. Die Märkte für Lebensmittel sind bereits heute globalisiert, die Agrarflächen begrenzt. Lebensmittelkonzerne nutzen in zunehmendem Maß Flächen in Entwicklungsländern zur Produktion von Nahrungsmitteln für Industrieländer. So gesehen dürfte jede Ausweitung der Biospritproduktion letztlich in Konkurrenz zur Ernährung treten - zulasten vor allem einkommensschwacher Konsumenten in Entwicklungsländern.

Warum verursacht E10 Schäden an manchen Autos und Motorrädern?

Modelle, die älter als etwa zehn Jahre sind, sowie einige wenige neuere Benzin-Direkteinspritzer vertragen den erhöhten Alkoholanteil nicht. Alkohol ist chemisch aggressiver als Benzin. Komponenten aus Aluminium, Gummi und Kunststoff, die mit Alkohol in Kontakt kommen, korrodieren deshalb, etwa Ventile, Dichtungen und Benzinleitungen. Schätzungsweise zehn Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge vertragen E10 nicht - etwa vier Millionen Autos und eine Million Zweiräder. Bereits eine Tankfüllung richtet irreversible Schäden an. Vor dem ersten Tanken von E10 sollte man deshalb eine Vertragswerkstatt befragen oder in Listen auf www.adac.de oder www.dat.de/e10 nachsehen, ob das eigene Fahrzeug E10 verträgt.

Verändern sich die chemischen Prozesse im Motor?

Es ist naheliegend, dass Ethanol die Verbrennungsprozesse verändert. Es gibt bereits den Verdacht, dass sich die Abgaszusammensetzung ändert. Einige Wissenschaftler sagen, es entstehe giftige Blausäure und mehr Ozon, das für Sommersmog verantwortlich ist.

Wird auch in anderen Ländern E10 oder ähnlicher Sprit verkauft?

In den Ländern der EU ist E10 Vorschrift. In Brasilien und den USA hat Bioethanol eine jahrzehntelange Tradition, wobei Absatz und Verbrauch nicht vorgeschrieben sind; Biosprit ist steuerlich subventioniert. In Brasilien enthält Biosprit 20 bis 25 Prozent Alkohol aus Zuckerrohr, der von mehr als 80 Prozent der neu verkauften Autos vertragen wird. Auch Motoren für die Verbrennung von reinem Ethanol gibt es. Brasilien exportiert Bioethanol vor allem in die USA, die der bedeutendste Importeur und zugleich ein wichtiger Produzent sind. Dort existieren Biosprit-Varianten mit zehn und 85 Prozent Ethanol.

Steigt der Kraftstoffverbrauch durch Zumischung von Ethanol?

Ja, um drei bis fünf Prozent, weil Alkohol einen geringeren Energiegehalt hat als die Kohlenwasserstoffe des Benzins. Deshalb muss man auch häufiger tanken. Super E10 ist teurer in der Herstellung als E5. Experten nehmen an, dass E10 dennoch nicht teurer verkauft wird, weil die Mineralölkonzerne verpflichtet sind, den Anteil von Super E10 am verkauften Sprit zu steigern; sie haben also ein Interesse am steigenden Absatz. Mittelfristig wird E10 deshalb, so nimmt man an, zum Preis des bisherigen E5 verkauft, und E5 wird einige Cent teurer - eine Art Quersubventionierung. Für die Spritkosten bedeutet das: Wer nun E10 tankt und pro Liter dasselbe zahlt wie bisher, aber einen etwas höheren Spritverbrauch hat, muss nun um einige Prozent höhere Verbrauchskosten einkalkulieren.

Ist E10 tatsächlich klimaschonend?

Die Bundesregierung sagt: Ja, die Menge an emittiertem CO2 nimmt ab. Doch das ist umstritten. Eine Studie des Instituts für europäische Umweltpolitik in London kommt zu dem Schluss, dass das Gegenteil der Fall ist: Durch Biosprit werde mehr CO2 produziert als eingespart. Der Biotreibstoffverband zweifelt diese Studie an. Die Berechnungen sind zweifellos komplex und allenfalls im Nachhinein sicher durchzuführen. Aber die Verkehrung des Anspruchs ins Gegenteil ist durchaus möglich, weil zusätzlicher Biosprit mit mehr Sprit für Traktoren und zusätzliche Transporte erkauft wird, außerdem mit zusätzlichen Pestiziden und Kunstdünger (was Energie benötigt). Vor allem aber ist die industrielle Verarbeitung energieintensiv.

Wer profitiert vom Biosprit?

Die Landwirte aufgrund der Herstellung der Rohstoffe. Die Hersteller des Ethanols, sie erleben einen Boom. Die Automobilindustrie, weil der Biosprit das Image ihrer Produkte hebt. Nach 2013 muss kein E5 mehr bereitgestellt werden, spätestens dann müssen E10-inkompatible Autos ausgewechselt werden. Der Staat, weil er durch höheren Benzinverbrauch zusätzliche Einnahmen aus der Mineralölsteuer erhält.

 


 

Kolumne aus FTD  5.9.2008

Thomas Fricke: Deutschland träumt noch wie üblich

von Thomas Fricke

Europa koppelt sich gerade eindrucksvoll von der US-Wirtschaft ab - nur leider in die falsche Richtung. Ein Desaster, das deutsche Notenbanker und Konjunkturpaket-Neurotiker in Erklärungsnot bringt.

Amerika hat eine Krise, mit der Deutsche und Europäer dank Reformen und Radikalkuren nur sehr bedingt zu tun haben. So oder so ähnlich klingt, was Bundesbanker und Regierung derzeit vor sich her erzählen. Die deutsche Wirtschaft sei doch in besserer Verfassung als die amerikanische, meldet Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.

Komisches Verständnis von wirtschaftlicher Verfassung. Die Europäer scheinen sich in der Tat gerade von der US-Konjunktur abzukoppeln - nur leider in die falsche Richtung. Ein Desaster. Könnte sein, dass US-Politiker auf Ölpreisexplosion und Finanzdramen viel besser reagiert haben, als es die Ultraszene europäischer Notenbanker, Finanzminister und sonstiger Konjunkturpaket-Neurotiker vermittelt.

Amerika hält sich wacker

Nach offizieller Schätzung ist die US-Wirtschaft zuletzt um gut drei Prozent gewachsen - die Euro-Wirtschaft um zwei Prozent geschrumpft. Die US-Industrie bekam im Juni fünf Prozent mehr Aufträge als im Januar, die deutsche ein Zehntel weniger. Die Amerikaner konsumieren trotz Benzinpreisrekorden ein Prozent mehr als zu Beginn des Ölschocks, die Deutschen 1,3 Prozent weniger. Und US-Firmen verkaufen ein Fünftel mehr Waren im Ausland - die Deutschen nur fünf Prozent (siehe Grafiken).

 Das kommt - davon

Dahinter stecken mehr als nur Ausreißer. Nach Umfragen unter Einkaufsmanagern wächst die US-Wirtschaft zwar nicht mehr kräftig, sie steckt aber auch in keiner Abwärtsspirale. Der Index pendelt seit Monaten um die neutrale 50er-Marke. Anders als in der Euro-Zone, wo er um 5 auf 47 Punkte eingebrochen ist und fast alle Frühindikatoren im freien Fall sind.

Noch im Juni glaubten Experten der OECD, die US-Wirtschaft werde 2008 langsamer wachsen als die Europas. Nach der neuen Prognose wird es erstmals seit drei Jahren umgekehrt sein. Die Ökonomen der Deutschen Bank rechnen bereits mit Rezession - im Euro-Raum, nicht in den USA, der Mutter von Subprime und Blasen.

Wenn das stimmt, drängt sich die Frage auf: Warum? Am Ölpreis kann es nicht liegen. Der ist ja für die Europäer nicht stärker gestiegen als für die Amerikaner. Im Gegenteil: Die Euro-Aufwertung trug lang dazu bei, dass die Verteuerung in Euro weniger schlimm ausfiel als in Dollar.


Analysten erwarten Euro-Talfahrt  (aus FTD)

Der Preisverfall bei Öl und die Furcht vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Europa lassen die Währung deutlich sinken. Der Euro rutschte zeitweise unter 1,44 $ ab - der langfristige Aufwärtstrend könnte gebrochen sein.

Der Euro gab am Mittwoch im Tief bis auf 1,4385 $ nach und war damit so günstig wie seit Ende Januar nicht mehr. Am Dienstag notierte er im Hoch noch bei 1,4618 $.

Der Ölpreis übe derzeit einen starken Einfluss auf die Wechselkursentwicklungen aus, schreiben die Analysten der Helaba. Dabei stehe die Erwartung im Vordergrund, dass die US-Konjunktur von einem sinkenden Ölpreis profitiere und die Federal Reserve deswegen eher zu Leitzinserhöhungen tendiere.

Dagegen scheine man in der Eurozone entgegengesetzt zu argumentieren, sagten die Analysten: Die EZB könnte wegen des sinkenden Inflationsdrucks die Zinsen senken, um der Konjunktur zu helfen. Die Stabilisierung des Euro lasse weiterhin auf sich warten. Der langfristige Aufwärtstrend scheine gebrochen, sagten Händler. Der 200-Tage-Durchschnitt beim Euro ist inzwischen leicht rückläufig, was Charttechniker oft für ein starkes Signal halten, dass ein längerer Trend gebrochen wurde.

 

Ölpreis in sieben Wochen rund 25 Prozent gefallen

Der Ölpreis war am Dienstag kräftig gefallen, nachdem sich am Markt die Erwartung von Versorgungsengpässen durch den Hurrikan "Gustav" abschwächte. Er war mit Hurrikan-Stärke zwei und Windgeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern in der Stunde schwächer als gedacht westlich von New Orleans auf das Festland geprallt. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich in der Spitze um 10 $ auf 105,46 $ und kostete damit so wenig sie seit Anfang April nicht mehr - im Tagesverlauf erhöhe sich der Preis dann wieder. Am Mittwoch kostete ein Barrel zeitweise 107,71 $.

Der Verfall am Dienstag von zeitweise 10 $ war der zweitgrößte Preisrutsch aller Zeiten binnen eines Tages. Am 17. Januar 1991 war der Ölpreis um 10,90 $ auf 21,10 $ abgerutscht. An dem Tag hatten die USA ihren Angriff auf Saddam Husseins Irak begonnen, nachdem er zuvor Kuwait besetzt hatte.

Der Ölpreis ist in den vergangenen sieben Wochen um rund 25 Prozent gefallen. Mitte Juli lag er noch bei 147 $. Analysten nennen als Gründe die weltweit zurückgegangene Nachfrage und den erstarkten Dollar. Experten gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Abschwächung in den USA, Europa und Japan auf Entwicklungsländer auswirken und die Ölnachfrage weiter drücken wird.

Sprit in Deutschland nur wenig günstiger

Experten machen den aktuellen Aufschwung des Dollar dafür mitverantwortlich, dass die Spritpreise trotz sinkender Notierungen für Rohöl hierzulande nicht so stark zurückgehen. Da die Weltmarktpreise in der US-Währung bestimmt würden, bedeute ein stärkerer Dollar einen höheren Euro-Preis für das Öl.

Ist der Euro schwächer, sind die Einkaufskosten für die Mineralölkonzerne hierzulande höher. Wäre der Euro-Kurs so hoch wie Anfang des Monats, wären die Preise rein rechnerisch rund vier Cent günstiger. Bei einem Euro-Kurs von rund 1,45 $ liegen die Einkaufskosten für einen Liter Benzin nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes bei knapp 52 Cent je Liter. Vor gut einem Monat kostete er nur 48,5 Cent, weil der Euro bei 1,56 $ stand. Superbenzin kostete am Dienstag nach Angaben des ADAC 1,485 Euro, Diesel 1,383 Euro.


 

 




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Stand: 18. Oktober 2011.