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Israels
Genugtuung die Welt
4.4.11
Richter Goldstone revidiert seinen
kritischen UN-Bericht zu Gaza
Richard
Goldstone ist ein mutiger Mann, der seinem Gewissen
folgt, auch wenn er Fehler eingestehen muss. Israel
habe während einer Militäraktion im Winter 2008/2009
im Gazastreifen vermutlich Kriegsverbrechen und
möglicherweise sogar Verbrechen gegen die
Menschlichkeit begangen, hatte er in seinem für die
UN verfassten Untersuchungsbericht geschrieben und
so den Feinden des jüdischen Staates eine
Steilvorlage geliefert. Jetzt macht er einen
überraschenden Rückzieher: Während die Hamas
offensichtlich absichtsvoll Zivilisten ins Visier
genommen habe, sei der israelischen Armee so etwas
nach dem heutigen Wissensstand nicht mehr
anzulasten, schreibt er in der "Washington Post".
Das ist eine sensationelle Kehrtwende.
32
angebliche Kriegsverbrechen hatte Goldstone der
Armee zur Last gelegt. Alle Fälle wurden intern
untersucht: In vier Fällen forderte der israelische
Militärstaatsanwalt Strafverfahren gegen beteiligte
Soldaten, in 28 Fällen konnten keine Verstöße gegen
das Kriegsrecht festgestellt werden. Weitere 15
Verfahren laufen, 150 Beschwerden wurden seit
Kriegsende untersucht. Die israelische Armee ist
also durchaus in der Lage, sich selbst zu
kontrollieren. Was man von der Hamas nicht erwarten
konnte. Die Islamistenorganisation unternahm nichts,
Goldstones schwere Vorwürfe zu entkräften. Der
UN-Menschenrechtsrat, in dessen Auftrag Goldstone
seine Nachforschungen anstellte, ist ein
lächerliches und an Unglaubwürdigkeit kaum zu
übertreffendes Gremium. Der jetzt kaum wieder
gutzumachende Schaden wäre möglicherweise geringer
ausgefallen, wenn Israel sich sofort daran beteiligt
hätte, die Vorwürfe zu entkräften. Die Israelis aber
waren davon überzeugt, von der Weltgemeinschaft
allemal vorverurteilt zu sein, und hegten deshalb
keine Hoffnung auf einen fairen Prozess.
Die UN
sollten sich fragen, wie dieser Eindruck entstehen
konnte. Es steht nicht nur der Ruf Israels auf dem
Spiel, Richter Goldstones Kehrtwende fordert eine
Reaktion der Weltorganisation. Nur wenn sie den
unseligen Bericht zurückzieht, kann sie einen Teil
ihrer Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.
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Das
Horrorkabinett des UN-Menschenrechtsrates
die Welt 20.3.2011
Libyen wurde aus dem angeblich
höchsten Gremium der Humanität verbannt. Dort gibt es noch viel mehr Länder, die
dringend fliegen sollten.
Vergangenen Mittwoch wurde
Libyen wegen des gewaltsamen Vorgehens des Regimes gegen das eigene Volk aus dem
UN-Menschenrechtsrat ausgeschlossen. Das wurde als großer Sieg der
internationalen Diplomatie gefeiert. Dabei hätte das Land niemals in diesen Rat
aufgenommen werden dürfen. Wir jedenfalls wüssten noch ein paar
Verbrecherregime, die ebenfalls sofort aus dem Rat hinausgeschmissen werden
müssten. Die Bewertung der Menschenrechtslage in diesen Ländern beruht auf dem
Index des unabhängigen amerikanischen Think Tanks „Freedom House“ und auf dem
jährlichen Menschenrechtsbericht des amerikanischen Außenministeriums.
Freedom House misst an einer
Skala von 1 bis 7 (wobei 7 für die denkbar schlimmsten
Menschenrechtsverletzungen steht) die politischen und bürgerlichen Freiheiten,
die ein Staat seinem Volk gewährt. Außerdem werden Länder grob in die Kategorien
„frei“, „teilweise frei“ und „nicht frei“ eingeteilt. Als nicht frei gelten
Staaten, wenn politische Rechte nicht ausgeübt werden können und die Staaten
ihren Bürgern grundlegende bürgerliche Freiheiten verweigern. Die elf hier
aufgeführten Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats fallen allesamt in diese
Kategorie. Zudem wurden nur Mitglieder berücksichtigt, die einen Wert von 5 oder
schlechter auf der Skala der bürgerlichen Rechte erreichten.
Angola
gehört zu den Staaten, die erst
kürzlich in den Menschenrechtrat gewählt wurden und dort bis zum Jahr 2013
bleiben sollen. Und mit Menschenrechtsverletzungen hat man dort einige
Erfahrungen. Angola geht gewaltsam gegen missliebige Bürger vor. Die Polizei
genießt weitgehende Straffreiheit bei Erpressung, Korruption, Vergewaltigung und
Mord. In den Gefängnissen herrschen raue Bedingungen, für Verdächtige gibt es
außerordentlich lange Untersuchungshaft vor Prozessbeginn. Die voreingenommene
und ineffiziente Judikative befördert zudem Entgleisungen des Systems.
Defizite bei Presse-,
Versammlungs- und Meinungsfreiheit und Vertreibungen ohne Entschädigungen zeigen
die schwierige Lage der Bevölkerung. Die staatliche Kontrolle der Medien
verhindert zudem öffentlichen Widerstand gegen das Regime. Angolas Vertreter
wissen also aus Tätersicht, wovon sie reden, wenn im Rat
Menschenrechtsverletzungen verhandelt werden. Deshalb hat es sich das Land auch
verdient, einen von drei stellvertretenden Vorsitzenden zu stellen.
Bahrain
ist noch bis Juni 2011 Mitglied
des Rates. Was man dort unter Menschenrechten versteht, hat das Regime gerade
erst wieder unter Beweis gestellt, als es friedliche Demonstranten einfach über
den Haufen schießen ließ. Dazu schränkt die Monarchie bürgerliche Freiheiten
massiv ein – etwa die Presse-, Rede-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Die
herrschende Al-Khalifa-Dynastie unterdrückt und diskriminiert die schiitische
Mehrheit der Bevölkerung. Auch Benachteiligung von Menschen aufgrund des
Geschlechts und der Nationalität, sowie häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder
gehören zum Alltag. Zugleich sind auch die Restriktionen für ausländische
Arbeiter sehr groß.
Mauretanien
soll dem Rat bis zum Jahr 2013
angehören. Auch hier vergibt Freedom House nur schlechteste Noten. Der
Horrorkatalog von Vorwürfen gegen das Land umfasst Sklavenarbeit, Gewalt gegen
Frauen, weibliche Genitalverstümmlung, die Praxis der Kinderehe und
Kinderarbeit. Daneben bestehen weder Presse- und Versammlungsfreiheit noch eine
unabhängige Gerichtsbarkeit. So wurden zum einen Journalisten und friedliche
Demonstranten Opfer polizeilicher Gewalt, und zum anderen müssen Regimegegner
bei Verhaftungen unhaltbare Bedingungen in den mauretanischen Gefängnissen
ertragen. Folter und Misshandlung von Gefangenen sowie Korruption und
Straffreiheit von Staatsbediensteten sind an der Tagesordnung.
Katar
Das Emirat pflegt die
Menschenrechte besonders intensiv. Vermutlich war das der Grund dafür, dass der
Staat vor kurzem in den Menschenrechtsrat gelangte. Diese Wahl könnte befördert
worden sein durch die lange Untersuchungshaft unter gnadenlosen
Gefängniszuständen in Katar, sowie die anschließende Deportation von Gefangenen.
Der Zensor der Medien und vor allem des Internets sorgt verlässlich für die
Entfernung von unerwünschten politischen Inhalten aus der Öffentlichkeit.
Überhaupt glaubt man in Katar, dass Meinungs, Versammlungs-, Presse- und
Religionsfreiheit Dinge sind, die gemeinhin überschätzt werden.
Aber auch die zahlreichen
ausländischen Gastarbeiter haben ihre liebe Not mit dem Regime. So werden ihnen
etwa Reisen ins Ausland erschwert. Menschenhandel, insbesondere im Bereich der
Haushaltstätigkeiten und die Ausbeutung von einfachen und Gastarbeitern, sind in
Katar gang und gäbe. Die Integration von Frauen in die Gesellschaft wird durch
legale, kulturelle und institutionelle Diskriminierung nahezu unmöglich gemacht.
Der legale Status von staatenlosen Personen in Katar bleibt weiterhin
unreguliert und führt dadurch zur Diskriminierung.
Jordanien
Das Königreich soll dem Rat bis
2012 angehören. Der junge König gilt im Ausland als gefragter Gesprächspartner.
Da kann man schon einmal darüber hinwegsehen, dass er seinen Untertanen
ebenfalls wenig politische und bürgerliche Freiheiten gewährt. Zum einen durch
die eingeschränkte Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Zum anderen
durch die Diskriminierung von Frauen, religiösen Minderheiten und Menschen mit
palästinensischer Abstammung, die in Jordanien alltäglich sind. Über
leichfertige Tötung und Folter von Gefangenen wird berichtet.
Menschenrechtsorganisationen beanstanden, dass Angeklagte keinen angemessenen
Prozess erhalten und sich die Politik in gerichtliche Angelegenheiten einmischt.
Auch Gewalt gegen Kinder und Frauen und die Ausbeutung von ausländischen
Gastarbeitern gehören zu den häufigen Menschenrechtsverletzungen.
Russland
ist bis 2012 Mitglied des
Menschenrechtsrates. Und die Regierung hat gerade im Prozess gegen Michail
Chodorkowski, den wichtigsten politischen Gefangenen Russlands, wieder deutlich
gemacht, wie wichtig man dort die Unabhängigkeit der Justiz nimmt. Damit sich
der Richter nicht inkommodieren muss, hat man das Urteil im Kreml gleich selbst
geschrieben. Moskau unterdrückt die Meinungsfreiheit, und politische Gegner und
Regimekritiker haben die seltsame Angewohnheit, zuweilen entweder zu
verschwinden oder zusammengeschlagen oder gar ermordet aufgefunden zu werden.
Diese Fälle stehen
selbstverständlich in keinem Zusammenhang mit der Regierung oder
Sicherheitsbehörden. Es ist reiner Zufall, dass in Russland derjenige
verschwindet oder ermordet wird, der öffentlich das System anklagt. Die
Gefängnisbedingungen für Insassen sind zudem hart und lebensbedrohlich. Daneben
sind soziale Minderheiten Gewalt, polizeilicher Willkür und Korruption
ausgesetzt. Korrupte Beamte werden von der Regierung geduldet und gehen oftmals
straffrei aus. Friedliche Proteste wurden in manchen Fällen mit unangemessener
Härte der Polizei niedergerungen. Russische Staatsbürger müssen außerdem mit den
Folgen häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie Menschenhandel leben.
Dschibuti
gehört dem Rat ebenfalls bis
2012 an. Die Verhältnisse im Land sind ähnlich wie in Bahrain oder Angola. Mit
dem Unterschied, dass sich ein noch negativerer Trend in der Zukunft abzeichnet.
Zwar ließen sich in letzter Zeit Verbesserungen im Bereich des judikativen und
polizeilichen Amtsmissbrauchs, sowie im Umgang mit Opfern von Gewalt gegen
Frauen feststellen. Viele massive Beeinträchtigungen der Menschenrechte halten
jedoch weiter an. Korruption, rücksichtlose Verhaftungen bei keiner bis geringer
Beweislage und Straffreiheit für offizielle Staatsdiener gehören dazu. Bürger
müssen auch erhebliche Einschränkungen ihrer Persönlichkeitsrechte hinnehmen und
auf Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit verzichten. Auch gegen die
verbreitete Genitalverstümmlung bei Frauen geht der Staat nicht vor. Aufgrund
seiner Expertise als Menschenrechtsverletzer darf Dschibuti also als wertvolles
Mitglied des UN-Menschenrechtsrates gelten.
Kamerun
Auch das Ratsmitglied Kamerun
weiß, dass Menschenrechte so wertvoll sind, dass man sie den eigenen Bürgern am
besten vorenthält. Die Zustände in den dortigen Gefängnissen sind katastrophal
und lebensbedrohlich. Politische Abweichler werden gezielt verfolgt,
Persönlichkeitsrechte missachtet. Presse- und Meinungsfreiheit werden genauso
unterdrückt wie die Wahl des eigenen Wohnortes. Weitere Probleme sind Missbrauch
der Staatsgewalt bis hin zur Anwendung von Folter, Korruption von offizieller
Seite, Diskriminierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen wie
Homosexuellen, Gewalt gegen Frauen, weibliche Genitalverstümmlung,
Menschenhandel und Kinderarbeit. Institutionen zum Schutz der Arbeiterschaft,
wie unabhängige Gewerkschaften, werden nur beschränkt zugelassen.
China
ist bis 2012 Mitglied des
Rates, erhält aber noch schlechtere Werte bei der Einhaltung von Menschen- und
Bürgerrechten als Kamerun. Im Land herrscht eine eingeschränkte Presse- und
Informationsfreiheit, inklusive der Zensur des Internets. Massive Mängel gibt es
auch bei der Gerichtsbarkeit. Verdächtige werden zuweilen ohne Gerichtsbeschluss
exekutiert, Folter und erzwungene Geständnisse zementieren Chinas Status als
Menschenrechtssünder. Der Staat beobachtet politisch Andersdenkende,
Journalisten und Aktivisten scharf und verweigert ihnen außerdem prinzipielle
Menschenrechte. Darüber hinaus ist das Regime bekannt für seine
Ein-Kind-Politik, die teilweise mit Zwangsabtreibungen und -sterilisation
gewaltsam durchgesetzt wird. Zudem stellt der Menschenhandel, insbesondere mit
kleinen Kindern, auch infolge dieser Politik, ein großes Problem dar.
Saudi-Arabien
hat sich seinen Platz im Rat
bis 2012 schon allein deshalb verdient, weil es eines der repressivsten Länder
unter den Unterdrückungsregimen der arabischen Welt ist. Verschwundene Personen,
die unbegründete Festnahme von Bürgern, die körperliche Misshandlung und die
Anwendung von Folter gehören hier zum Alltag. Die Gefängnisse sind in
erbärmlichem Zustand und manchmal wird Inhaftierten auch ein ordentlicher
Prozess verweigert. Das politische System leidet außerdem unter Intransparenz
und Korruption. Bürgerliche Freiheitsrechte wie Presse-, Meinungs-, und
Versammlungsfreiheit werden nicht gewährt. Es findet außerdem eine Zensur der
Medien, insbesondere des Internets, statt. Frauen sind häufig Opfer von Gewalt
und Diskriminierung. Aber auch Minderheiten wie Schiiten genießen weniger
Rechte, genauso wie Kinder.
Kuba
hat sich seinen Platz bis 2012
im Menschenrechtsrat durch die besondere Ausdauerfähigkeit des dortigen Regimes
ersessen. Das repressive sozialistische System schneidet bei politischen
Freiheiten mit 7 und bei bürgerlichen Rechten mit 6 ab, verweigert seinen
Bürgern also zentrale Menschenrechte. So sind etwa die Bedingungen in
Gefängnissen potenziell lebensbedrohlich und unzumutbar. Regimekritiker und
Abweichler werden oft verhaftet, ohne dass es danach zur Anklage oder einem
Prozess kommt. Presse-, Meinungs-, Versammlung-, Religions-, und
Standortfreiheit werden verweigert. Auch die Prostitution von Minderjährigen,
häusliche Gewalt, Menschenhandel, Unterdrückung von Gewerkschaften und
Diskriminierung von Menschen mit afrikanischer Abstammung entlarven Kuba als
Staat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt. Klar, dass das Land für diese
Bilanz auch einen Posten als stellvertretender Vorsitzender des Rates verdient
hat.
UNO: Die Neue
Inquisition
Die Presse 07 Juli 2008
VON PASCAL BRUCKNER
Fanatiker und Tyrannen machen
die UNO zur Plattform für Hassexplosionen gegen den Westen: Warum Europa die
„Durban Review Conference“ in Genf boykottieren muss.
Im September 2001 versammelte
sich in der südafrikanischen Stadt Durban die dritte Konferenz der Vereinten
Nationen gegen den Rassismus, die die öffentliche Anerkennung von Sklaverei und
Kolonialismus als Verbrechen zum Ziel hatte. Die ganze Menschheit sollte nach
dem Wunsch der Veranstalter der Geschichte ins Antlitz blicken und mit
Gelassenheit ihre Chronik schreiben. Schöne Absichten, aber sie führten zu einer
Atmosphäre der Opferkonkurrenz und der Lynchjustiz gegenüber israelischen
Organisationen und allen Personen, die man verdächtigte, Jude zu sein. Das
Vorhaben, durch eine Art kollektive Therapie zu einer Heilung der Vergangenheit
und neuen Menschenrechtsstandards zu gelangen, führte nur zu einer
Explosion des Hasses, die durch die Attentate des 11. September, die einige Tage
später verübt wurden, allerdings schnell in Vergessenheit geriet.
Eine Komödie der Verdammten
Erinnern wir uns also: Gegen
den Willen der Veranstalter wurde Durban zu einer Arena, in der man sich
anschrie und die Komödie der Verdammten dieser Erde im Angesicht ihres weißen
Eroberers neu aufführte. Durch den Mund ihrer Nachfahren verlangen die Toten
nach Gerechtigkeit, denn der Schmerz und der Zorn sind noch da – „The pain and
anger are still felt.
The dead, through
their descendants, cry out for justice“, hatte Kofi Annan am 31.
August desselben Jahres
gesagt; eine erstaunliche Ausdrucksweise für einen UN-Generalsekretär, eher ein
Ruf nach Rache als Versöhnung.
Die Delegierten, besonders aus
den arabisch-muslimischen Staaten, nahmen ihn auch so wahr und machten aus der
Konferenz zusammen mit der afrikanischen Gruppe einen Ort antikolonialistischer
Revanche. Der von Natur aus völkermörderische Westen sollte seine Verbrechen
anerkennen, um Verzeihung bitten und den ehemals Unterdrückten symbolische und
finanzielle Reparationen zahlen. Der Zorn kochte hoch und wurde von den
Berichten über die von der israelischen Armee niedergeschlagene 2. Intifada noch
angeheizt.
Man verdammte sogleich den
Zionismus als gegenwärtige Form des Nazismus und der Apartheid, aber auch den
„weißen Furor“, der „mit dem Menschenhandel, der Sklaverei und dem Kolonialismus
in Afrika einen Holocaust nach dem anderen verursacht hat“. Israel sollte
verschwinden, seine Politiker sollten vor einem internationalen Strafgericht
ähnlich dem von Nürnberg verurteilt werden. Antisemitische Karikaturen machten
die Runde, Exemplare von „Mein Kampf“ und der „Protokolle der Weisen von Zion“
wurden herumgereicht: Unter einem Hitler-Foto hieß es, Israel hätte niemals
existiert und die Palästinenser hätten ihr Blut nicht vergießen müssen, wenn er
gesiegt hätte. Einige Delegierte wurden physisch bedroht, man rief „Tod den
Juden“. Die Farce erreichte ihren Gipfel, als Sudans Justizminister Reparationen
für die Sklaverei forderte, während in seinem Land weiterhin schamlos Menschen
versklavt werden. Als würde sich ein Kannibale plötzlich für Vegetarismus
aussprechen.
Man könnte meinen, dass diese
finstere Komödie der UNO zu denken gab. Aber man darf die Entschlossenheit der
Diktaturen und Fundamentalisten nicht unterschätzen, die die
UN-Menschenrechtskommission zur Plattform ihrer Forderungen machen. Für 20. bis
24. April 2009 ist in Genf die „Durban Review Conference“ angesetzt, ein Durban
2, das eine Wiederholung von Durban 1 verspricht.
Rassismus schon seit den
Kreuzzügen
Seit sechs Jahren werden
Berichte und Projekte formuliert, die das Schlimmste fürchten lassen. Am 14.
September 2007 hielt Doudou Diene, der UN-Sonderberichterstatter für Rassismus,
Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, eine Rede vor den Vereinten Nationen
in Genf. Darin beschuldigt er die westlichen Länder zum wiederholten Male, seit
dem 11. September 2001 die perfidesten Formen der Islamophobie ins Werk zu
setzen. Diese Islamophobie definiert er als einen Rassismus, der bereits auf die
ersten Kontakte zwischen Islam und Christentum zurückgeht, besonders die
Kreuzzüge und die spanische Reconquista. Zwar erwähnt er Antisemitismus,
Christenfeindlichkeit und andere Formen religiöser Unterdrückung, doch der
„antimuslimische Rassismus“ liegt ihm besonders am Herzen. In ganz Europa und
den USA hätten sich Intellektuelle und Politiker aller Richtungen einer Reihe
von Verfehlungen gegenüber der Religion des Propheten schuldig gemacht.
Da sind die Laizität, das
„Verbot religiöser Zeichen an öffentlichen Schulen“, drohendes Verbot der Burka
in öffentlichen Gebäuden Englands, Erklärungen gegen Schleier und Kopftuch.
Diene glaubt, der „dogmatische Säkularismus“ werde benutzt, um die „Freiheit der
Religion zu manipulieren“. Der Westen als „Stützpfeiler der Sklaverei und des
Kolonialismus“ führe eine „Hetzkampagne gegen muslimische Intellektuelle“ an (er
denkt vor allem an Tariq Ramadan), verfolge die Idee eines Huntingtonschen
„Kampfs der Kulturen“.
Die Verfolgungen christlicher
Minderheiten im Nahen und Mittleren Osten, Afrika und Indien sind dagegen seiner
Meinung nach die bedauerliche Konsequenz der Missionsarbeit evangelikaler
Gruppen aus Nordamerika, die ihre Religionsgenossen für ihre Bigotterie büßen
lassen. Jede Kritik eines Dogmas, jede Infragestellung eines religiösen Glaubens
sollte nach Diene einer rassistischen Beleidigung gleichgestellt und bestraft
werden. Jesus, Moses, Mohammed werden so zu unberührbaren Ikonen, die gegen
verbrecherische Attacken geschützt werden müssen. Sollte der Straftatbestand der
Blasphemie, der von den Fundamentalisten der drei Monotheismen gefordert wird,
tatsächlich wieder eingeführt werden?
Dieser Bericht wird von der
Islamischen Konferenz und einer Mehrheit der Blockfreien-Bewegung, in der sich
die Demokratien an den Fingern einer Hand abzählen lassen, heftig unterstützt.
Denn Doudou Diene achtet darauf, den autoritären Regimes in Asien, Afrika und
Lateinamerika Kritik zu ersparen. Seine Munition bewahrt er für die Staaten
Europas und Nordamerikas auf, denen er regelrechte Pogrome gegen ihre
Minderheiten unterstellt. Man wird auch nicht erstaunt sein, dass der Iran im
April 2007 zum Vizepräsidenten, Syrien zum Berichterstatter der
Abrüstungskommission ernannt wurden. Es wäre zum Kaputtlachen – wäre es nicht so
tragisch!
UNO als Werkzeug der
Unterdrückung
Kurz: Der Antirassismus ist
in der UNO zur Ideologie der totalitären Bewegungen geworden, die ihn für
ihre Zwecke benutzen. Diktaturen oder notorische Halbdiktaturen (Libyen,
Pakistan, Iran, Saudi Arabien, Algerien; Kuba, Venezuela usw.) bemächtigen sich
einer demokratischen Sprache und instrumentalisieren juristische Standards, um
sie gegen die Demokratien in Stellung zu bringen. Eine Neue Inquisition
etabliert sich, die den Begriff der „Verunglimpfung der Religion“ hochhält, um
jeden Zweifel, besonders in islamischen Ländern, zu unterdrücken. Und das im
Moment, wo sich Millionen Muslime, besonders in Europa, von Frömmelei und
Fundamentalismus lösen wollen. Umkehrung der Werte: Der von den Despoten
verfochtene Antirassismus stellt sich in den Dienst des Obskurantismus, der
Unterdrückung der Frauen! Er soll genau jene Dinge rechtfertigen, gegen die er
ursprünglich formuliert wurde, Unterdrückung, Vorurteile, Ungleichheit.
Die UNO wird in den Händen
dieser Lobbys zu einem Instrument des Rückschritts in der Welt, als sei sie
nicht ins Leben gerufen worden, um Recht, Frieden, menschliche Würde zu
verbreiten.
Angesichts dieses Narrenstücks
ist eine klare Haltung Europas gefordert: der Boykott. Wie ihn Kanada bereits
beschlossen hat. Es ist nicht zu ertragen, dass die Lobbys der Fanatiker und
Tyrannen im Jahre 2008 – wie einst in den 30er-Jahren – ausgerechnet jene
Nationen vor das Tribunal der Geschichte ziehen, die das Recht, den
Mehrparteienstaat und die Meinungsfreiheit anerkennen.
Pascal Bruckner
*1948,
französischer Romancier und Essayist. 2008 erschien „Der Schuldkomplex: Vom
Nutzen und Nachteil der Geschichte für Europa“ (Pantheon).
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Religionsfreiheit vor Menschenrecht?
Spiegel Online 08 Juli 2008
Von Henryk M. Broder
Der Menschenrechtsrat der Uno
ist ein Gremium mit wenig Tatkraft, aber viel Symbolwirkung. Umso schlimmer,
dass er sich jetzt selbst damit ausgehebelt hat, indem er die islamische Scharia
für sakrosankt erklärt. Wie weit darf Rücksicht auf Religion gehen, fragt Henryk
M. Broder.
Alles, was man über den
Menschenrechtsrat der Uno wissen muss, um verlässlich seine Arbeit beurteilen zu
können, ist eine Episode aus dem Jahr seiner Gründung, 2006.
Weil sich der Rat aufgrund der
damals vorliegenden Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen nicht
auf eine Verurteilung der sudanesischen Regierung wegen der Darfur-Krise
verständigen konnte, setzte er eine eigene Untersuchungskommission unter dem
Vorsitz der amerikanischen Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams ein.
Als diese im März 2007 einen
Bericht vorlegte, in dem die sudanesische Regierung beschuldigt wurde, für das
Blutbad in Darfur verantwortlich zu sein, wurde der Bericht verworfen und eine
neue Kommission eingesetzt. Die kam im Dezember 2007 zu den gleichen
Erkenntnissen - und wurde kurzerhand vom Rat aufgelöst.
Immerhin hat der
Menschenrechtsrat in anderen Fällen bewiesen, dass er auch entschlossen zur Tat
schreiten kann und dabei keine Konfrontation scheut. Er empfahl beispielsweise
England, die Monarchie abzuschaffen und endlich eine geschriebene Verfassung
einzuführen. Die Schweiz wurde aufgefordert, den Rassismus im eigenen Land
intensiver zu bekämpfen.
Und nun hat der
Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, dessen Mitglieder sich regelmäßig im
schönen und weltoffenen Genf treffen, das Meisterstück seiner inzwischen
zweijährigen Existenz abgeliefert und die Scharia, das islamische Gesetz, für
sakrosankt erklärt.
Dabei waren es genau solche
Eskapaden zwischen Impotenz und Selbstüberhebung, die dazu geführt haben, dass
die alte Menschenrechtskommission der Uno aufgelöst und an ihrer Stelle der
Menschenrechtsrat etabliert wurde.
Die "Reform", die der letzte
Uno-Generalsekretär Kofi Annan mit viel Aufwand durchgesetzt hatte, war von
Anfang an nichts als Etikettenschwindel. Die Zahl der Mitglieder wurde
von 53 auf 47 reduziert, sonst änderte sich eigentlich nichts. Schon gar nicht
die Zusammensetzung des Gremiums.
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Achse der
Absager die
Welt 6.1.2011
Die Ereignisse um den
diesjährigen Nobelpreis zeigen: China ist zum Anführer von Ländern geworden, die
die liberale Demokratie ablehnen und sich in Konkurrenz zur freien Welt sehen
Der leere Stuhl des
Dissidenten Liu Xiaobo bei der Nobelpreiszeremonie in Oslo erzählt sehr viel
über China und die Welt. Die Wochen zuvor waren angefüllt mit wütenden
Äußerungen und Verunglimpfungen der Chinesen gegen Liu Xiaobo, das
Nobelpreiskomitee ("blöde Clowns") und den Westen insgesamt. Die ganze
Janusköpfigkeit des heutigen Chinas entlarvte sich in brutaler Offenheit, seine
Stärke genauso wie seine Schwäche. Seine Stärke, weil es Peking gelungen ist,
eine nicht unbedeutend große Gruppe von Staaten auf seine Seite zu ziehen und
zur Absage ihrer Teilnahme an der Nobelpreiszeremonie für Liu Xiaobo zu bewegen.
Seine Schwäche, weil das unsouveräne Auskeilen des Riesenreiches offenbart, wie
schmerzhaft bewusst der Pekinger Führung der Mangel an demokratischer
Legitimation ihres Regimes ist. Wer einen einzelnen Mann und seine Frau so sehr
fürchtet, dass er sie ins Gefängnis wirft und an der Ausreise hindert, der hat
ein akutes Bewusstsein für die wackelige Basis, auf der die eigene Herrschaft
ruht. Wie der Vorsitzende des norwegischen Nobelpreiskomitees Thorbjörn Jagland
bei der Festzeremonie sagte: "Viele werden fragen, ob Chinas Schwäche - bei
aller Stärke, die das Land gegenwärtig zeigt - sich nicht in diesem Bedürfnis
manifestiert, einen Mann für elf Jahre einzusperren, nur weil er seine Meinung
kundgetan hat, wie sein Land regiert werden sollte."
Die Boykottbewegung zeigt aber auch die neuen ideologischen Trennlinien
der Welt auf. China hat einen illustren Klub der Diktatoren und Autokraten um
sich versammelt, von Venezuela über Russland, Saudi-Arabien, Ägypten, Iran,
Kasachstan, Tunesien, Vietnam, Sudan, Kuba und Marokko. Die Liste wäre beliebig
erweiterbar, aber nicht alle Autokratien dieser Welt haben eine Einladung zur
Osloer Zeremonie bekommen, denn nicht alle unterhalten dort Botschaften. Peking
hat sich jedenfalls vor der Nobelpreiszeremonie damit gebrüstet, "mehr als 100
Staaten und Organisationen" auf seine Seite gezogen zu haben.
Was immer diese Länder
voneinander unterscheidet, so eint sie doch die Abneigung gegen die Demokratie.
Und das Verständnis, zusammenstehen zu müssen, um der Welle der Demokratisierung
zu widerstehen, die nach dem Fall der Mauer über die Welt geschwappt ist. Ein
wenig voreilig sind die demokratischen Gesellschaften in den 90er-Jahren davon
ausgegangen, dass die Demokratie als Sieger aus der Systemkonkurrenz
hervorgegangen ist und dass sich ihre Gesellschaftsform unaufhaltsam über den
Globus verbreiten würde. Tatsächlich ist dieser Trend längst gestoppt. Seit
mehreren Jahren vermeldet die unabhängige amerikanische Organisation Freedom
House die Stagnation von Freiheit und Demokratie in der Welt oder gar deren
Rückgang. Die Spezies Autokratie, die vor Jahren noch als bedrohte Art galt,
gewinnt neue Stärke.
Wir erleben also eine neue
Runde in jenem Konflikt zwischen liberalen Demokratien und autoritären Regimen,
der seit den Revolutionen in Frankreich und Amerika anhält. Anders als in den
ersten mehr als 100 Jahren, in denen die Enklaven der Demokratie ständig bedroht
schienen, kämpfen nun die Autokratien um ihr Überleben. Als die Amerikaner 1917
in den Krieg gegen das wilhelminische Deutschland eintraten, sagte der damalige
US-Präsident Woodrow Wilson, er tue dies, um "die Welt sicher zu machen für die
Demokratie". Seine Angst war, dass ein Übergewicht autoritärer Staaten in der
Welt auch das Ende der Demokratie in den Vereinigten Staaten bedeuten könnte. In
den letzten zwei Jahrzehnten fühlten sich nun die Autokratien ähnlich bedroht
wie einst die Demokratien. Deshalb haben sie Abwehrmechanismen entwickelt gegen
die demokratische Welle. Sie beherrschen den UN-Menschenrechtsrat und viele
andere UN-Institutionen. Sie lernen voneinander, wenn es darum geht, Gesetze
gegen Nichtregierungsorganisationen zu formulieren oder "Wahlen" zu
organisieren, die einen Firnis von Legitimation schaffen sollen, obwohl die
Ergebnisse immer schon vorher feststehen. Und sie springen einander bei, wenn es
brenzlig wird.
Der Systemkonflikt ist also
wieder da, auch wenn er nicht dieselbe ideologische Schärfe besitzt wie im
Kalten Krieg. Und China ist das unfreiwillige Zentrum dieser weltweiten
antidemokratischen Allianz. Das hat verschiedene Gründe. Einmal, weil China als
aufsteigende Weltmacht unter den autoritären Regimen neben Russland am meisten
Gewicht auf die Waage bringt. Aber auch, weil das chinesische Modell inzwischen
erhebliche Anziehungskraft auf die Autokraten dieser Welt ausübt. Kaum eine
Diktatur, die in den letzten Jahren nicht verkündet hätte, dem chinesischen
Modell folgen zu wollen. Selbst im Westen wird ja gern die chinesische Effizienz
und Schnelligkeit bei der Durchsetzung von großen Infrastrukturprojekten
gepriesen, besonders dann, wenn im eigenen Land mal wieder zehn Jahre über einen
neuen Flughafen oder Bahnhof diskutiert wird.
Anzeige
China strebt
nicht an, der Welt eine alternative Ideologie zur Demokratie anzubieten, wie es
die Sowjetunion wollte. Aber seine pragmatische Diktatur ist vergleichsweise
erfolgreich und nährt im Klub der Autokraten die Hoffnung, es sei eben doch
möglich, ihre Herrschaft zu konsolidieren und gleichzeitig wirtschaftlich
erfolgreich zu sein. Dabei wird meist übersehen, dass China einmalige
Bedingungen aufweist, die in seiner schieren Größe begründet sind.
Internationale Unternehmen waren in der Zusammenarbeit mit Peking bereit,
Fesseln bei ihren Investitionen zuzustimmen, die sie anderswo nie akzeptiert
hätten, nur um Zugang zu diesem riesigen Markt zu erhalten. Dennoch ist China
ein Beleg für nicht demokratische Regime, dass ihre Stunden eben doch nicht
gezählt sind und Diktator ein Beruf mit Zukunft ist.
China hat immer wieder
beteuert, sich friedlich in die Weltordnung integrieren zu wollen, eine
Außenpolitik der "Harmonie" zu verfolgen und eine allmähliche Öffnung des Landes
zu verfolgen. All diese Ziele sind in den vergangenen Wochen als bloße
Sprechblasen entlarvt worden. China hat gezeigt, was seine "Rückfallposition"
ist: Repression gegen Regimegegner im Innern und aggressives Auftreten nach
außen. Peking hat gewütet, wie es nicht einmal die Sowjetunion oder das
kommunistische Polen getan haben, als Andrej Sacharow und Lech Walesa den
Friedensnobelpreis erhielten. China versucht, sich als weltoffenes, modernes
Land zu verkaufen. Aber in einer Krise haben offenbar alle Politiker das Gefühl,
sie müssten eine 100-prozentige Parteilinie vertreten und ihre Regimetreue mit
besonderer Unnachgiebigkeit beweisen. Der Kommiss-Ton der Polit-Kamarilla in
Peking erinnerte jedenfalls an die Hochzeiten der Sowjetunion. Hier zeigt sich
das aggressive Potenzial von Diktaturen. Da es keine kritische Debatte über den
Kurs des Landes gibt, übertreffen sich die Herrschenden gegenseitig mit harten
Forderungen. Das verheißt nichts Gutes für mögliche zukünftige Konfliktfälle.
Das amerikanische Sprichwort "Es geht wie eine Ente, es quakt wie eine Ente, es
schwimmt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente" lässt sich auf
China anwenden. Peking hat sich in den letzten Wochen benommen, wie es nur
schlimmste Diktaturen tun, und sein wahres Gesicht gezeigt.
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Durban
II-Konferenz
Die Konfrontation mit dem Kommunismus
als Global Player entschied der Westen im "Kalten Krieg" auf der Basis
weltanschaulicher Konfrontationen. Der Zusammenbruch der DDR und des
Sowjet-Imperiums setzte jedoch mit den zunächst arbeitslos gewordenen
Geheimdiensten ein ungeheures Potential an antidemokratischer Bedrohung in die
Welt, die sich künftig in einem neuen Betätigungsfeld beschäftigen mußte und
sollte. Es geht nach wie vor um die Herbeiführung des Untergangs des westlichen
Kapitalismus, nunmehr aber mit anderen Mitteln, wie sie die moderne Welt bietet,
wie sich zeigt auch mit dem Islam.
Wer hier im Hintergrund die
erkennbar abgestimmten weltweiten Operationen auf Grund seine enormen "Know Hows"
lenkt und steuert erscheint noch weitgehend im Dunklen, die Umsturzkooperation
des Islamismus mit der Kommunistischen und sozialistischen Internationalen ist
schon in vollem Gange. Die verwendeten "Handschriften" bei Umsturzoperationen
lassen unschwer erkennen, dass sowohl KGB als auch STASI mit beratende und
gestaltende Funktion haben.
Der Islamismus reift zunehmend zum
echten "Global Player", unterstützt durch Kommunistenhilfe. Islamismus und
Kommunismus sind sich in der Ideologieart nicht fremd, eigentlich gleichwohl
Konkurrenten, wie die damaligen iranischen tödlichen Abläufe um Khomeini und
iranische Kommunisten belegt. Gleichwohl gibt es in den im Nahen Osten
vorhandenen Baath-Parteien islamisch-sozialistische (wohlgemerkt
nicht sozialistisch-islamische Varianten!)
Im Konflikt des christlichen Westens
mit islamischer Weltanschauung fehlt den westlichen Polit-Akteuren fast
ausschließlich das Bewußtsein, dass der aufgekommene aggressive Konflikt
tatsächlich auch eine weltanschauliche Dimension besitzt. Insbesondere trägt der
überwiegende Teil der islamischen Akteure die sich verstärkende
Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Religionen bewußt auf
weltanschaulichen Plätzen aus. Als gelegen kommendes Hilfs-Mittel werden dazu
die Vereinten Nationen (UNO) instrumentalisiert, wie die bedenklichen
Entwicklungen im Zusammenhang mit der durchgeführten "Antirassistenkonferenz"
der UNO in Genf ( wegen ihrer Vorgängerkonferenz in Durban auch als "Durban
II" bezeichnet) erkennen lassen.
Früher von fast ausschließlich
christlich westlichen Grundsätzen geprägt, die sich in unzähligen Resolutionen
und Verträgen wie internationalen Regelungen niedergeschlagen haben, lassen sich
diese zunehmend als Gegenmittel gegen die christlichen Vorstellungen
unwidersprochen einsetzen .Deshalb wurde seinerzeit auch ein Boykott der
Konferenz von Kritikern gefordert, weil schon damals auf Grund der auf der
Konferenz zu erwartenden starken Islam-Kräfteverhältnisse im UNO-Bereich eine
negativ zu bewertende Abschlußerklärung zu erwarten war, deren Inhalte ganz klar
einen direkten Angriff auf westlich-liberal-demokratische politische Ordnungen
darstellen würde. Wer schon, wie die Islamisten nach der
Kairoer Erklärung über Menschenrechte die
Schari'a als alleinige Grundlage von „Menschenrechten“ definiert, wird sich
wohl kaum an den jüdisch-christlich geprägten "Allgemeinen Menschenrechten"
orientieren. Auf denen fußt aber die UNO!
Vorwiegend islamische Länder
wie Sudan,
Pakistan,
Iran, und
Saudi-Arabien kritisierten die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte wegen der, ihrer Ansicht nach, fehlenden Einbeziehung des
kulturellen und religiösen Bezugs der nichtwestlichen Länder. 1981
fasste der iranische Vertreter bei den
Vereinten Nationen, Said Rajaie-Khorassani, die iranische Position
zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zusammen, indem er sagte,
sie sei „eine säkulare Interpretation der judäo-christlichen Tradition,
die von Muslimen nicht ohne Bruch des islamischen Rechts befolgt werden
könne“.
Die Kairoer Erklärung wurde am
5.
August 1990
von 45
Außenministern der aus 57 Mitgliedern bestehenden Organisation der
Islamischen Konferenz angenommen. Sie soll den Mitgliedsstaaten als
Richtschnur in Bezug auf die Menschenrechte dienen, besitzt allerdings
damit keinen völkerrechtlich bindenden Charakter und ist auch im
nationalstaatlichen Recht der meisten OIC-Mitgliedsländer von wenig
Belang. Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte weicht von der
"Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" in vieler Hinsicht ab, vor
allem dadurch, dass sie eindeutig nur diejenigen Rechte anerkennt,
welche im Einklang mit der Schari’a stehen.
Die Organisation "UN-Watch"
stellte mit den Ergebnissen von Durban II fest:
Der Anti-Rassismus ist in
der UNO zur Ideologie der totalitären Bewegungen geworden, die ihn für
ihre Zwecke mißbrauchend benutzen. Diktaturen oder notorische
Halbdiktaturen (Libyen, Pakistan, Iran, Saudi Arabien, Algerien, Kuba,
Venezuela etc. bemächtigen sich einer demokratischen Sprache und
instrumentalisieren juristische Standards, um sie gegen die klassischen
Demokratien in Stellung zu bringen und sich selbst niemals in Frage zu
stellen. Eine neue Inquisition etabliert sich, die den Begriff der
"Verunglimpfung der Religion" hoch hält, um jede Regung des Zweifels,
besonders in islamischen Ländern, zu unterdrücken.
Aus sicherheitspolitischer
Sicht erscheint es besonders problematisch, dass versucht wird, das
Konzept der "Islamophobie" bzw. "Verunglimpfung der Religion" im
Völkerrecht zu verankern. Erkennbar wurde das Konzept in zumindest
beratender Koordination mit Kräften von Links (Rot-Rot-Grün, wie wir
jeden Tag erleben) auch von islamischen Akteuren geschaffen, um
Kritik deren handeln als "Rassismus" und "Nazitum" in Europa und
weltweit zu delegitimieren, um insoweit islamische Weltanschauung unter
besonderen rechtlichen Schutz zu stellen.
Saudi-Arabien, bzw. die von
Saudi-Arabien dominierte "Organisation
der islamischen Konferenz"(OIK)( zu der mehr und mehr auch die
Türkei unter Erdogan tendiert) versucht seit Jahren, das Konzept
auf völkerrechtlicher Ebene in seltsamer Eintracht mit den globalen
Links-Bewegungen (siehe Vorgänge um Hamas und Gaza 2010) zu propagieren.
Die OIK hat auch Durban II wesentlich beeinflußt. Absicht ist es, den
Geltungsanspruch islamischen Rechts auf globaler Ebene einzufordern!
Auch die Konzentration der
Abschlußerklärung auf Israel
erscheint mehr als problematisch. Die Autoren versuchen den Eindruck zu
schaffen und aufrecht zu erhalten, der Westen führe mit Israel einen
Krieg gegen den Islam, um so die islamische Welt aufzuhetzen.
Unterstützung erhalten die
Islamisten durch die Kooperation mit den Links-Bewegungen in Europa, die
eigene Zwecke der
"Übernahme" Europas in der " Neuen Welt" nach dem Kalten Krieg
anstrebt. Letztlich als Global-Player-Konkurrent oder Partner in der
aufgeteilten Welt bleibt abzuwarten
Die Links-Bewegungen nutzen
ebenfalls die UN-Regelungen mißbräuchlich aus. Über die
UNESCO- Regelung 1978, "Rassen und Rassenvorurteile" wurden die
westlich geprägten "Prinzipien über Toleranz" für die Welt bestimmt.
Gleichzeitig zur Durchsetzung weltweit auf Institutionen delegiert. Für
"EUROPA" auf eine linke Vereinseinrichtung delegiert (siehe "Operation
Übernahme"), die europaweit u.a. durch und in Städtekoalitionen
unter der Ägide der UNESCO platzverweisend definiert, wer "Nazi" und
"Rassist" ist und wer "Anti-Rassist". Kritiker der
Islamisierungstendenzen lassen sich so schnell mundtot machen. Auf dem
Wege der "Affirmative
Action" lassen sich dann auch die immigrierten Urbevölkerungen
der einzelnen europäischen Länder "negativ diskriminieren" die Migranten,
insbesondere islamischen, "positiv zumindest für 2 Generationen
diskriminieren", d.h. zum Nachteil der Urbevölkerung benachteiligen.
P.B. 7/10

Der von moslemischen Ländern
dominierte UN-Menschenrechtsrat will künftig darüber wachen, dass die
Medien flächendeckend die These vom Islam als der Friedensreligion verbreiten.
Der Islam darf keineswegs negativ dargestellt werden. Als wenn dafür eine
Resolution notwendig wäre!
Foxnews:
Einige Beobachter äußerten sich besorgt
über eine mögliche Zensur, nachdem die 56 Staaten der „Organisation der
Islamischen Konferenz“ (OIC), die eine enorme Stimmgewalt innerhalb der
Vereinten Nationen aufweisen, erfolgreich eine Resolution zur Beobachtung der
Darstellung von Religion in den Medien durchboxten.
Die OIC behauptet, die verabschiedete
Resolution diene der religiösen Toleranz indem sie garantiert, dass Religionen
nicht diffamiert werden können. Als Beispiel nannte die Organisation der
Islamischen Konferenz die dänischen Mohammed-Karikaturen, deren Veröffentlichung
zu muslimischen Ausschreitungen führte. Die UNO-Ratsmitglieder der USA und der
europäischen Gemeinschaft opponierten gegen die Resolution, da sie der
Auffassung sind, dass eine solche Resolution die Presse zensiert und der
Meinungsfreiheit auf diese Weise ein Maulkorb verpasst wird.
Die am Freitag verabschiedete
Resolution eröffnet nun dem UN-Menschenrechtsrat die Möglichkeit einen
Sonderermittler für religiöse Freiheiten zu benennen. Dieser müsse „eng mit den
Massenmedien zusammenarbeiten um sicherzustellen, dass die Medien eine
Atmosphäre des Respekts, der Toleranz und der kulturellen Vielfalt
transportieren.“
Da wird die Islam ist Frieden™-These ja
noch mehr Verbreitung finden als bisher.
Reines islamisches Blendwerk: siehe Kairoer Erklärung der Menschenrechte!
Die Kairoer
Erklärung der Menschenrechte weicht von der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte in vieler Hinsicht ab, vor allem dadurch, dass sie eindeutig nur
diejenigen Rechte anerkennt, welche im Einklang mit der Schari’a stehen.
Artikel 24 legt fest: „Alle in dieser Erklärung
festgelegten Rechte und Freiheiten sind der islamischen Schari'a nachgeordnet
Die Rolle des islamischen Rechts als alleinige Quelle der
Rechtsfindung wird durch Artikel 25 bestätigt, dieser legt fest: „Die islamische
Schari'a ist die alleinige Referenz für die Erklärung oder Erläuterung aller
Artikel dieser Erklärung“
Die Kairoer Erklärung steht im Widerspruch zum
internationalen Verständnis der Menschenrechte, weil sie die Unumstößlichkeit
der Religionsfreiheit nicht anerkennt. Artikel 5 verbietet jede Einschränkung
des Heiratsrechts was „Rasse“, „Hautfarbe“ oder „Nationalität“ betrifft, führt
allerdings die Religion nicht auf, so dass Männer und Frauen auf Grundlage ihre
Religionszugehörigkeit Heiratsbeschränkungen unterworfen werden können.
Adama Dieng, ein Mitglied der
Internationalen Juristenkommission, kritisiert die Kairoer
Erklärung, weil
-
sie den interkulturellen
Konsens ernstlich bedrohe, der die Grundlage der internationalen
Menschenrechte ist
-
sie, im Namen der
Verteidigung der Menschenrechte, zu untragbaren Diskriminierungen
von Nichtmuslimen und Frauen führe
-
sie, in Bezug auf bestimmte
grundlegende Rechte und Freiheiten, einen gezielt einschränkenden
Charakter aufweise, so dass bestimmte, wesentliche Bestimmungen
unter dem geltenden Standard einiger islamischer Ländern lägen
-
sie, unter dem Schutz der
islamischen Schari’a, die Legitimität von Praktiken, beispielsweise
der Körperstrafen, bestätige, welche die Integrität und Würde des
menschlichen Wesen angriffen.
In den Artikeln Artikel 24 und
25 der Erklärung sieht die
Soziologin
Necla Kelek die wichtigsten Feststellungen: „Alle Rechte und
Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt werden, unterstehen der
islamischen Scharia … Die islamische Scharia ist die einzig zuständige
Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser
Erklärung.“ Sie erwähnt auch die Präambel: „Die Mitglieder der
Organisation der Islamischen Konferenz betonen die kulturelle Rolle
der islamischen Umma, die von Gott als beste Nation
geschaffen wurde und die der Menschheit eine universale und
wohlausgewogene Zivilisation gebracht hat.“
Anders als in demokratischen
Verfassungen sei hier nicht vom Individuum die Rede, sondern von der
Gemeinschaft der Gläubigen als
Kollektiv. Infolge erkenne die Erklärung nur die im Koran
festgelegten Rechte an, und werte schariatisch nur solche Taten als
Verbrechen, über die auch Koran und Sunna gleichermaßen urteilen: „Es
gibt kein Verbrechen und Strafen außer den in der Scharia festgelegten“
(Artikel 19). Gleichberechtigung sei in dieser Erklärung nicht
vorgesehen, dafür legitimiere sie soziale Kontrolle und Denunziation,
wie Artikel 22 deutlich mache: „Jeder Mensch hat das Recht, in
Einklang mit den Normen der Scharia für das Recht einzutreten, das Gute
zu verfechten und vor dem Unrecht und dem Bösen zu warnen.“ Das
sei eine mittelbare Rechtfertigung von
Selbstjustiz.
Die Kairoer Erklärung stellt
also alle ihre Artikel, auch den zur Glaubensfreiheit, ausdrücklich
unter den Vorbehalt der Scharia und betont in ihrer Präambel die
Führungsrolle der islamischen Gemeinschaft bei der Lösung der
„ständigen Probleme“ der „materialistischen Zivilisation“.
Hans Zirker stellt fest, dass sich über „das individuelle
Selbstbestimmungsrecht in Fragen von Religion, Glaube,
Weltanschauung“ in der Kairoer Erklärung nichts finde, diese sei der
muslimischen Tradition fremd.
UNO ein Witz
Die Illusion der Nonproliferation
Dem iranischen Präsidenten
Mahmoud Ahmadinejad ist gestern bei der UN-Nonproliferationskonferenz eine
Plattform geboten worden. Bret Stephens hat dies im Wall Street Journal zum
Anlass einer grundsätzlichen Kritik an der gegenwärtigen
Nonproliferationspolitik genommen.
"Dies sind seltsame Tage für
die Besten von New York City. Am Wochenende haben sie alles aufgeboten, um den
Terroristen zu finden, der am Times Square eine Bombe zünden wollte. Gestern
haben sie alles aufgeboten, um den Terroristen zu schützen, der Präsident des
Iran ist. Einer der Kerle macht in Propangas, Feuerwerkskörpern und Benzin; der
andere in angereichertem Uran, Polonium-Triggern und ballistischen Raketen.
Dieser andere Typ - der, der
nicht mit einem Pathfinder in die Stadt gerollt ist - war in Manhattan, um sich
auf der diesmonatigen UN-Folgekonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NPT) zu
entladen. Und er entlud sich: über die Truman-Adminstration, über die
Obama-Administration, über das ,zionistische Regime´, über Ungeneralsekretär Ban
Ki-moon, über den NPT selbst. Bei all dem gilt Iran noch immer als
vollberechtigtes Mitglied des Vertrags, mit Anrecht auf einen Sitz in der
Internationalen Atomenergiebehörde und auf Atomreaktoren."
"Der Iran versucht nun unter
stillschweigender Duldung der üblichen Verdächtigen im Nahen Osten (und ihrer
nützlichen Idioten im Westen) den NPT als Knüppel einzusetzen, um Israel zur
Entwaffnung zu zwingen. Das ergibt voll und ganz Sinn, wenn man sich, wie Herr
Obama es tut, der Theologie nuklearer Abrüstung verschreibt. Es ergibt keinen
Sinn, wenn man denkt, dass der ausschlaggebende Unterschied in Bezug auf
Atomwaffen zwischen verantwortungsbewussten demokratischen Staaten auf der einen
und hemmungslosen, instabilen und diktatorischen auf der anderen Seite besteht.
Niemand liegt nachts wach, weil er darüber nachsinnt, was David Cameron tun
könnte, wenn er seinen Finger an den nuklearen Abzug des Vereinigten Königreichs
kriegen sollte.
Die Welt bewegt sich heute
rasant auf das zu, was der Stratege Andrew Krepinevich das ,zweite
Atomzeitalter´ nennt, in dem Abschreckung nicht länger so funktioniert wie
während des Kalten Krieges. ,Es könnte sein´, schreibt er, ,das die Führer der
neu bewaffneten Atomstaaten die Kosten und Nutzen nicht in ähnlicher Weise wie
die Vereinigten Staaten abwägen.´ Doch wir haben noch nicht einmal damit
begonnen ernsthaft darüber nachzudenken, wie in diesen Wassern zu navigieren
ist. Hillary Clintons sinnlose Aufrufe von gestern über die Stärkung des NPT
werden nicht reichen.
Eines Tages könnte ein
Pathfinder mit getönten Fensterscheiben am Times Square mit etwas anderem als
Propanbehältern auf dem Rücksitz parken. Womöglich werden wir ihn nicht stoppen
können. Aber wir werden sicherer leben, wenn der Fahrer des Wagens genau weiß,
was wir als Nächstes zu tun gedenken
The NPT
Illusion
Disarmament fantasies help the
Iranian regime.
These are
strange days for New York City's finest. Over the weekend, they deployed in
force to find the terrorist who tried to bomb Times Square. Yesterday, they
deployed in force to protect the terrorist who is president of Iran. One of
these guys works in propane, fireworks and gasoline; the other guy in enriched
uranium, polonium triggers and ballistic missiles.
That other
guy—the one who didn't roll into town in a Pathfinder—was in Manhattan to unload
on this month's U.N. review conference of the Nuclear Nonproliferation Treaty.
And unload he did: on the Truman administration, on the Obama administration, on
"the Zionist regime," on U.N. Secretary General Ban Ki-Moon, on the NPT itself.
For all this, Iran is still considered a member in good standing of the treaty,
entitled to its seat at the International Atomic Energy Agency and its right to
the nuclear reactors.
Does this
make sense? In the upside-down universe of Turtle Bay—the same one in which Iran
was just elected by acclamation to the U.N.'s Commission on the Status of Women—it
does. What's stranger is that it also makes sense to President Obama, who has
called the NPT the "cornerstone of the world's efforts to prevent the spread of
nuclear weapons." If that's the cornerstone, it's no wonder the edifice on top
of it is collapsing.
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Associated
Press
Mahmoud Ahmadinejad at the U.N. yesterday. He has a lot to smile about.
The case for the NPT is that it has slowed nuclear proliferation by offering a
grand bargain between the world's nuclear haves and have-nots. The haves promise
to work toward the elimination of their arsenals via arms-control treaties; the
have-nots get access to civilian nuclear technology while promising not to build
weapons of their own.
As a show of global good citizenship, last month President Obama signed another
arms-control treaty with Russia, and yesterday disclosed previously classified
information about the exact size of the U.S. nuclear arsenal. This surely made a
deep impression in Denmark, Sweden, Norway and Bhutan, where conspicuous
displays of moral stainlessness are considered the essence of geopolitical
strategy.
As for the effect of the administration's gesture politics, it probably hasn't
been what Mr. Obama envisioned. A biting U.N. sanctions resolution on Iran is
nowhere in sight.
The
regime's nuclear bids proceed undeterred. Countries like Saudi Arabia and Egypt
are openly entertaining doubts about U.S. seriousness—while entertaining nuclear
futures of their own.
And it turns out that when it comes to a U.N. beauty contest, Mahmoud
Ahmadinejad beats Barack Obama every time.
Twenty-four
countries walked out of Ahmadinejad's speech yesterday. Another 168 remained in
their seats, including those virtuous Scandinavians.
There's a
reason the NPT has failed the administration. It enshrines a status quo that is
40 years out of date. Today, four of the world's nine nuclear-weapons states are
not signatories to the treaty. Of those four, three—India, Israel and Pakistan—are
democracies and allies of the U.S. And yet the NPT treats them as pariahs for
not subscribing to a treaty that fails to recognize their imperative national
security interests, at least as they themselves perceive them.
The Canadas of the world may be happy to go along with the NPT, secure as they
are under America's nuclear umbrella. That was a luxury India, Israel and
Pakistan did not enjoy when they embarked on their nuclear programs.
Now Iran, in connivance with the usual Middle Eastern suspects (and their useful
idiots in the West), is trying to use the NPT as a cudgel to force Israel to
disarm. That makes perfect sense if you subscribe, as Mr. Obama does, to the
theology of nuclear disarmament. It makes no sense if you think the distinction
that matters when it comes to nuclear weapons is between responsible, democratic
states, and reckless, unstable and dictatorial ones. Nobody lies awake at night
wondering what David Cameron might do if he gets his finger on the U.K.'s
nuclear trigger.
The world today is rapidly moving toward what strategist Andrew Krepinevich
calls the "second nuclear age," in which deterrence no longer works as it did
during the Cold War. "It may be," he writes, "that leaders of the newly armed
nuclear states do not calculate costs and benefits in a manner similar to the
United States." Yet we haven't even begun to think seriously about how to
navigate these waters. Hillary Clinton's mindless calls yesterday about
strengthening the NPT won't do.
One day a Pathfinder with tinted windows may park itself in Times Square with
something more than propane tanks in the back seat.
We may not
be able to stop it. But we will live more securely if the driver of that car
knows exactly what we intend to do next.
Kommentare:
45 Zahal (04. Mai
2010 18:39)
Das geht doch schon viel
länger und niemand wollte es bemerkt haben.
Oriana Fallaci:
Ich habe mich immer gefragt,
ab wann denn nun international die Kampagne gegen Israel gefahren wurde, welcher
Grund vorlag, nun bin ich gestern endlich dazu gekommen, Oriana Fallaci: “Die
Kraft der Vernunft” zu lesen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Sie
zitiert darin auf Seite 163 die Recherchen von Bat Ye’or.
Befruchtet hat das
herangereifte Ei (sie nennt es Drücker, Sprengkapsel) der 16. und 17. Oktober
1973. Also die Konferenz, die die OPEC- Repräsentanten (Saudi-Arabien, Kuweit,
Iran, Irak, Katar, Abu Dhabi, Bahrain, Algreien Libyen ect) während des Yom
Kippur Krieges in Kuweit City abhielten und auf dem sie den Ölpreis de facto
vervierfachten: Von 2,46 Dollar pro Barrel Rohöl hoben sie ihn auf 10,46 Dollar.
Dann kündigten sie an, daß sie die Erdölförderung fortlaufen monatlich um 5
Prozent drosseln würden, belegten die Vereinigten Staaten sowie Dänemark und
Holland mit einem Embargo und erklärten, dass sie die Massnahme auf jeden
anwenden würden, der ihre politischen Forderungen abweisen oder nicht
unterstützen würde. Welche Forderungen waren gemeint?
1.) Den Rückzug Israels aus
den besetzen Gebieten, Anerkennung der Palästinenser, die Präsenz der OLP bei
ALLEN Friedensverhandlungen.
2.) und jetzt kommt es:
Anwendung des in der UNO Resolution 242 enthaltenen Grundsatz (des Grundsatzes,
der es auf Grundlage eines einseitigen, allein zu Gunsten der arabischen Länder
ausgelegten Pazifismus verbietet, Gebiete durch Krieg zu erobern.)
3.) Tatsächlich knickten die
neun EWG Länder angesichts dieser Erpressung ein. Neunzehn Tage später traten
sie in Brüssel zusammen und unterzeichneten im Handumdrehen ein Dokument, in dem
sie proklamierten, daß Israel die besetzten Gebiete räumen müsste, dass die OLP
und Arafat an den Friedensverhandlungen teilnehmen sollten, dass der in der
Resolution 242 enthaltene Grundsatz UNANTASTBAR sei.
Seitdem werden Medien,
Apologeten, Wissenschaftler und Professoren angehalten, diese Regelungen zu
publizieren und weiter zu verbreiten. Das Ergebnis sieht man heute klarer denn
je, selbst unser Hosenanzug, der sich ja klar für Israel ausgesprochen hat,
knickt mittlerweile ein, von der EU, der UNO, neuerdings auch den USA ganz zu
schweigen.
Dazu kommt die Haltung der
proislamischen UNO. Einer UNO, von der Dummköpfe und Heuchler immer mit dem Hut
in der Hand sprechen, daß heisst als ob sie eine ernst zu nehmende Sache wäre,
eine gerechte und ehrliche, unparteiliche Mutter.
(Wenden wir uns an die UNO,
lassen wir die UNO eingreifen, lassen wir die UNO entscheiden).
Eine UNO, die zum
Hohn der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – ein Text, den die
muslimischen Länder nie unterschreiben wollten – im Jahr 1997 die Erklärung der
“Menschenrechte im Islam” veröffentlicht hat. Ein Dokument, in dessen Präambel
es schon heisst: In der folgenden Erklärung erfassten Rechte unterliegen dem
islamischen Gesetz, der Scharia. In den islamischen Ländern ist die Scharia
der alleinige und einzige Bezugspunkt für alles, was im Zusammenhang mit den
Menschenrechten steht.
Einer UNO, die
vermittelt durch ihre janusköpfigen Commission for the Human Rights im November
1997 in Genf ein Seminar beherbergte, daß von der islamischen Konferenz
finanziert wurde und den Titel: “Islamische Perspektiven zur Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte” trug. Dieses Seminar endete mit der
Aufforderung, man möge die “islamischen Ansichten zum Thema Menschenrechte
überall verbreiten”, sowie an “den Beitrag, den der Islam zur Schaffung der
Grundlagen für diese Rechte geleistet hat”, erinnern.
Einer UNO, die im
Jahr 1999 den Sondersprecher der UN Commission für Human Rights, Maurice Glèlè
Ahanhanzo zensierte, weil er in einem Bericht den in den islamischen Ländern und
im Iran verbreiteten Antisemitismus fünfundzwanzig Seiten gewidmet hatte.
Einer UNO, von der
der Botschafter Pakistans zu behaupten wagt, ohne dass jemand widerspricht,
“die erste Charta zum Thema Menschenrechte ist der Koran, und die erste
Erklärung zu den Menschenrechten ist die, die Mohammed in Medina abgegeben hat.
Einer UNO, die frech
die schmutzige Diktatur der islamischen Fundamentalisten im Sudan schützt und
die dem Anführer der sudanesischen Befreiungsbewegung, dem Christen John Garang,
nie erlaubt hat, vor einem Komitee oder in der Versammlung den Mund aufzumachen.
Einer UNO, die sich
gemeinsam mit der erhabenen Europäischen Union die Straftaten
“Islamfeindlichkeit” und “Diffamierung des Islams” ausgedacht hat.
Verschwörung kann man es
nicht nennen, denn es geschah öffentlich, vor laufenden Kameras, angeführt von
bekannten Politiker und Staatsmännern, von Leuten, denen die Bürger ihr
Vertrauen geschenkt hatten.
Wann wachen die Bürger
endlich auf und machen diesem Schei….. ein Ende? Wo sind noch ehrliche
Politiker, denen die Zukunft ihrer Kinder nicht am Ar….. vorbei geht
Neue UNO-Resolution schützt
den Islam
Während
viele Kirchenvertreter beim Thema Islam herumlavieren, bleibt zumindest die
Evangelische Allianz (Vereinigung von evangelischen Landes- und Freikirchen)
ihrem Glauben treu – und kommuniziert notwendige Kritik am Islam. So meint das
Islaminstitut der Evangelischen Allianz im Hinblick auf die zunehmende
islamische Dominanz in der UNO: „Die erneuerte UNO-Resolution schützt den Islam
auf Kosten der Menschenrechte“, heißt es in einer
Pressemitteilung zur UNO-Resolution
“gegen Diffamierung von Religionen” von Prof. Christine Schirrmacher (Foto r.).
Und weiter:
Mithilfe der Resolution
solle offensichtlich der Islam allein unter den Schutz der UNO-Verlautbarung
gestellt und so vor jeglicher kritischer Auseinandersetzung insbesondere mit dem
politischen Islam bewahrt werden. [...] Islamische Kräfte im
UN-Menschenrechtsrat setzen sich nachdrücklich für eine Definition der
Menschenrechte nach islamischem Verständnis ein.
Das jetzt vom
UNO-Menschenrechtsrat verabschiedete Dokument spricht im Titel zwar allgemein
von Religionen, die nicht diffamiert werden sollen, aber im Text werde
ausschließlich mehrfach der Islam namentlich genannt, erklärte Schirrmacher. Von
der zunehmenden Diskriminierung und Verfolgung christlicher und anderer
Minderheiten in islamischen Ländern ist dagegen an keiner Stelle die Rede.
Stattdessen enthält die Resolution eine scharfe Verurteilung des
Minarettverbots, ohne die Schweiz namentlich zu erwähnen. Als „Manifestationen
von Islamophobie“ könnten solche Diskriminierungen, so das Papier in drohendem
Unterton, zu einer „Polarisierung […] mit gefährlichen unbeabsichtigten und
unvorhergesehenen Konsequenzen“ führen. Die EU, die USA und mehrere
lateinamerikanische Staaten hatten gegen den Entwurf der Organisation
islamischer Staaten (OIC) gestimmt, der mit 20 Ja-Stimmen bei 17 Gegenstimmen
und acht Enthaltungen angenommen wurde.
Pakistanisches
Blasphemiegesetz bedroht jegliche Islamkritik mit dem Tod
Pakistan hatte den Entwurf
im Namen der OIC eingebracht. Das pakistanische Blasphemiegesetz bedroht
jegliche Islamkritik mit dem Tod und, so Schirrmacher, werde immer wieder zur
Unterdrückung religiöser Minderheiten und missliebiger Personen missbraucht.
Treppenwitz 1:
Iran wird Mitglied in
UN-Frauenrechtskommission
Wie
der amerikanische Nachrichtensender
Fox News
berichtet, wählen – oder vielmehr ernennen – die Vereinten Nationen den Iran zu
einem Mitglied der Kommission für Frauenrechte. Diese Kommission widmet sich
laut
ihrer Website
der Gleichheit der Geschlechter und dem Fortkommen von Frauen. Nur wenige Tage
nachdem der Iran es aufgegeben hatte, im hochkarätigen Menschenrechtsrat einen
Sitz zu erlangen, begannen die iranischen Vertreter mit einer verdeckten
Kampagne zur Erlangung eines Sitzes in der Kommission für Frauenrechte. Diesen
erhält der Iran nun.
(Zusammenfassung des
Artikels von Fox News)
Allerdings macht die UN über
diese Ernennung Irans kein großes Aufheben. Sie wurde lediglich in einer 2000
Worte umfassenden
Pressemitteilung
zur Ernennung von Mitgliedern nachgeordneter Gremien bekannt gegeben. Diese
Ernennung erfolgt nur eine Woche nach dem einer der höchstrangigen Kleriker des
Iran diejenigen Frauen für Erdbeben verantwortlich machte, die in seinen Augen –
vulgo aus islamischer Sicht – unangemessen gekleidet sind.
Nachdem Irans Absicht,
dieser Kommission beizutreten, bekannt geworden war, hatte eine Gruppe von
iranischen Menschenrechts-Aktivisten eine Petition an die UN gerichtet. Darin
wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, sich der Ernennung zu widersetzen.
“Irans diskriminierende Gesetze zeigen auf, dass die Islamische Republik nicht
an die Gleichheit der Geschlechter glaubt”, wird in dem Aufruf klar gestellt,
der von 214 Aktivisten unterzeichnet wurde und von über einem Dutzend
Menschenrechtsorganisationen unterstützt wird.
Der Brief zeichnet ein
düsteres Bild vom Status der Frauen im Iran. Frauen haben demnach nicht die
Möglichkeit, ihren Ehemann selbst zu wählen, haben nach der Heirat kein
eigenständiges Recht auf (Aus)Bildung, kein Recht auf Scheidung, kein Sorgerecht
für ihre Kinder, keinen Schutz vor gewalttätiger Behandlung im öffentlichen
Raum, ihr Zugang zur Universität wird durch Quoten beschnitten und sie werden
verhaftet, geschlagen und eingesperrt, wenn sie friedlich die Änderung solcher
Gesetze anstreben.
Die Aufgabe der Kommission
für Frauenrechte besteht darin, die Länder zu überwachen, die ebendiese Rechte
verletzen, diese Verletzungen aufzuzeichnen, zu berichten und ihren Erfolg beim
Fortschritt der Frauengleichstellung zu überwachen. Allerdings weisen Kritiker
der Menschenrechtslage des Iran darauf hin, dass der Iran alles nur erdenkliche
getan habe, um Frauen Gleichheitsrechte vorzuenthalten. “Im letzten Jahr wurden
im Iran Mütter von friedlichen Demonstranten für Menschenrechte festgenommen und
eingesperrt”, schreiben drei bekannte Menschenrechtsaktivisten in einer Kolumne,
die das “Foreign
Policy Magazin” veröffentlichte. Iran klagte Frauen an, die als Ehefrauen,
Töchter und Mütter Gleichheit in der Gesellschaft anstrebten, die nationale
Sicherheit zu gefährden und unterwarfen viele stundenlangen quälenden Verhören.
Die Gefängnisaufseher schlugen, folterten, vergewaltigten und missbrauchten
(sexuell) sowohl männliche als auch weibliche Demonstranten für Bürgerrechte.
Irans Wahl zum Mitglied der
Kommission ist ein Rückschlag und dies nur nur wenige Tage, nachdem die USA die
Anstrengungen zur erfolgreichen Verhinderung der Ernennung des Irans zum
Mitglied des Menschenrechtsrates angeführt hatte. Dieser ist bereits schon durch
Länder dominiert, denen von Menschenrechtsaktivisten vorgeworfen wird,
grundlegende Freiheiten zu verletzen. Die derzeitige Mitgliederliste der
Frauenrechtskommission ist nur wenig anders zusammengestellt.
Obwohl sich die Kommission
selbst als “der bedeutendste global agierende politische Akteur in Bezug auf
Frauenrechte” sieht, entscheidet sich die Zusammensetzung hauptsächlich nach
Geografie. Seine Mitglieder setzen sich sowohl aus Ländern zusammen, die sich
für die Menschenrechte einsetzen (einschließlich der USA, Japan und
Deutschland), aber auch aus anderen Nationen, die für ihre Geschichte der
anhaltenden Menschenrechtsverletzungen bekannt sind. Die Zahl der Sitze basiert
auf der Zahl der Länder in einer Region. Dabei ist die Größe der Bevölkerung
oder wie unzureichend der Respekt für die Menschenrechte unerheblich. Die
Kommission besteht derzeit aus 13 Mitgliedern aus Afrika, elf aus Asien, neun
aus Lateinamerika und der Karibik, acht aus Westeuropa und Nordamerika und vier
aus Osteuropa.
Im Rahmen der “Wahlen”, die
ohne Konkurrenz abliefen und bei denen es keine Abstimmung gab, ergaben sich
zwei Sitze für Asien für die Periode von 2011 bis 2015. Nur zwei Länder
nominierten Kandidaten für die freien Sitze – Iran und Thailand. Wie in den
meisten derartigen Kommissionen, entschieden auch hier Vereinbarungen in
Hinterzimmern, wer Sitze in der Kommission für Frauenrechte besetzen sollte. Die
Aktivisten plädierten in ihrem Brief dafür, einen Sitz der Asiengruppe unbesetzt
zu lassen, da dies der Vergabe eines Sitzes an den Iran vorzuziehen sei. Sie
warnten in ihrem Brief vor den negativen Auswirkungen der Ernennung des Irans in
diese Kommission.
Die für
diese Kommission zuständige Sprecherin der UN-Hauptabteilung für soziale und
wirtschaftliche Angelegenheiten reagierte weder auf Anrufe noch auf E-Mails, in
denen um eine Stellungnahme gebeten worden war. Wenn 2011 die Amtszeit des Iran
in dieser Kommission beginnt, werden folgende Länder ebenfalls Mitglieder
stellen: Belgien, die Demokratische Republik Kongo, Estland, Georgien, Jamaika,
Liberia, Holland, Spanien, Thailand und Simbabwe.
Treppenwitz 2:"Libyen"
kandidiert für den Menschenrechtsrat
Von
Richard Diethelm.
Aktualisiert am 12.05.2010
Die Uno-Vollversammlung
schrieb in die Gründungsakte des Menschenrechtsrates, seine Mitglieder sollten
mustergültig sein. Dennoch wird sie morgen Donnerstag Libyen in den Rat wählen.
Artikel zum Thema
Die
Nichtregierungsorganisationen UN-Watch und Freedom House, die sich als
«Wachhunde» über eine freie Welt verstehen, forderten kürzlich die Vereinten
Nationen dringend auf, Libyen, Angola, Malaysia, Mauretanien und Qatar nicht in
den Menschenrechtsrat zu wählen. «In einer Zeit, da die Zahl der Demokratien in
Afrika wächst, wäre es eine schreckliche Botschaft an die Welt, falls die Wahl
von notorischen Menschenrechtssündern wie Libyen nicht verhindert wird», warnte
Thomas Melio von Freedom House. Die beiden «Wachhunde», die der Rechten in den
USA und in Israel nahestehen, stehen mit ihrer Kritik nicht allein.
Die
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beanstandete wiederholt die Wahlen
in den Menschenrechtsrat, weil die Konkurrenz unter Kandidaten, welche die
Menschenrechte gut oder schlecht beachten, ausgeschaltet wurde. Bis auf wenige
Ausnahmen schlugen die fünf Ländergruppen, die Anspruch auf eine bestimmte Zahl
der 47 Ratssitze haben, jeweils nämlich nur so viele Kandidaten vor, wie Sitze
in ihrer Regionalgruppe frei wurden. Daher wird die UNO-Vollversammlung morgen
wohl oder übel Libyen und die drei weiteren Kandidaten der Afrika-Gruppe ebenso
wählen wie Spanien und die Schweiz, welche die Gruppe der westlichen Länder für
ihre zwei freien Sitze portiert hat.
Ein
abgekartetes Spiel
Mit
diesem abgekarteten Spiel unterlaufen die Vereinten Nationen eine Bestimmung,
die sie im März 2006 selbst in der Gründungsakte des Menschenrechtsrates
geschrieben haben. Danach haben «die gewählten Mitglieder des Rates die
striktesten Normen bezüglich Förderung und Schutz der Menschenrechte» zu
beachten. Aber dieselbe Resolution bestimmt auch, jedes Land habe das Recht, zu
kandidieren. Mit diesem Argument weist etwa der in der Afrika-Gruppe
einflussreiche Botschafter Algeriens in Genf, Idriss Jazaïry, Kritik am
Wahlvorschlag für Libyen zurück (siehe Interview). Vor den in New York
anstehenden Ersatzwahlen gesteht auch ein Schweizer UNO-Diplomat: «Gegen
Konkurrenten gewählt zu werden, wäre ehrenvoller. Aber wichtiger ist, dass die
Schweiz wieder Mitglied des Menschenrechtsrates wird.»
So sitzen
sich aller Voraussicht nach Libyen und die Schweiz, deren Beziehungen wegen der
Affäre um Ghadhafi und Göldi seit 2006 schwer gestört sind, die nächsten drei
Jahre im Menschenrechtsrat gegenüber. In diese Zeit fällt die von der
UNO-Versammlung verlangte Überprüfung der Arbeit des Rates nach fünf Jahren. Der
Menschenrechtsrat hat die anfänglich (zu) hoch geschraubten Erwartungen (noch)
nicht erfüllt. Das ist die Quintessenz aus Gesprächen mit Akteuren des
Menschenrechtsrates in Genf. Keiner geht so weit wie einige aussenstehende
Kritiker, die den permanenten Rat für keinen Deut besser halten als seine
Vorgängerin: die völlig diskreditierte UNO-Menschenrechtskommission.
Human
Rights Watch kann sich einbringen
Positiv
würdigt Thomas Greminger, der im Schweizer Aussendepartement die für
Menschenrechte zuständige Abteilung leitet, die ersten Erfahrungen mit der
Universellen periodischen Überprüfung (UPR) der Menschenrechtslage in allen
Mitgliedsstaaten. Der Rat hat sie für mehr als 110 Staaten bereits durchgeführt.
Dabei werden der – oft schönfärberischen – Selbstdarstellung des geprüften
Staates Feststellungen und Empfehlungen des UNO-Hochkommissariats für
Menschenrechte und von regierungsunabhängigen (Menschenrechts-)Organisationen
gegenübergestellt. Erst in der zweiten Runde der UPR lässt sich allerdings
feststellen, ob im betreffenden Staat die Menschenrechte inzwischen besser
beachtet werden.
Philippe
Dam von Human Rights Watch betont: «Wir haben im Rat mehr Gelegenheiten als
früher, unsere Standpunkte einzubringen. Aber es werden noch zu wenige
Empfehlungen umgesetzt, damit sich die Menschenrechtslage in den einzelnen
Staaten verbessert». Der Menschenrechtsanwalt attestiert dem Rat, er habe im
Bezug auf die weltweite Förderung von Standards beim Schutz der Menschrechte
recht gut gearbeitet. In einer anderen zentralen Aufgabe hat der Rat laut Dam
hingegen «kollektiv versagt, weil er sich in einigen der grössten Krisen der
Menschenrechte passiv verhielt».
Westen
in der Minderheit
Beispiele
sind die schweren Unruhen, die 2008 in Kenia ausbrachen, und die Angriffe des
iranischen Regimes auf Oppositionelle nach den umstrittenen
Präsidentschaftswahlen. Bezüglich der Tragödie in Darfur sowie der «Endlösung»,
welche die Regierung Sri Lankas im Kampf gegen die Tamil Tigers suchte, zögerte
die Mehrheit im Menschenrechtsrat eine Sondersession hinaus. Am Ende
verabschiedete er eine windelweiche Resolution zu Sri Lanka. Eine meist von der
Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) orchestrierte Mehrheit lässt
dagegen keine Gelegenheit aus, Israels Politik in den besetzten
palästinensischen Gebieten zu kritisieren.
«Die
Sondersession zu Sri Lanka war der Tiefpunkt», sagt der geistige Vater des
permanenten UNO-Gremiums zur Förderung der Menschenrechte, Walter Kälin. Der
Berner Staatsrechtler und langjährige Sonderberichterstatter bedauert, dass sich
bei ideologischen Fragen und schweren Konflikten in einem Land wie in der
früheren Kommission sofort Blöcke bilden. In solchen Situationen bringen die
OIC, die Afrika-Gruppe und die von Kuba angeführten «Blockfreien Staaten» mit
Hilfe Chinas und Russlands mehr Gewicht auf die Waage als die um die EU und die
USA gruppierten westliche Staaten.
«Ich
wäre frustriert»
Positiv
beurteilt Kälin dagegen, dass der Menschenrechtsrat sich mit dem Befund und den
Empfehlungen unabhängiger Experten eingehender befasst und er als
Sonderberichterstatter für intern Vertriebe gute Kontakte zu Regierungen
geprüfter Länder hat: «Ich wäre frustriert, wenn ich in solchen bilateralen
Gespräche nicht etwas bewegen könnte und meine Empfehlungen sich stattdessen an
der schönen Decke im Plenarsaal in Genf in Rauch auflösen.»
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