Der Mittelstand pro NRW ist
einer von mehreren Arbeitskreisen der Bürgerbewegung pro NRW, der seine
politischen Inhalte und Ziele auf dieser Internetseite vorstellt und diese im
Gesamtverband in den innerparteilichen Diskussionsprozess einbringt
Populismus scheuen die Sozialisten bei Anderen wie der Teufel das
Weihwasser, denn es war und ist ihre eigene Erfolgstaktik!
Es ist
ja nicht
falsch,
neue
Technologien
zu
fördern;
Es ist
aber
eine
ausgewogene
Energiebalance
zu
schaffen
und zu
wahren.
Grüner
Irrwitz
ist
genau
hier
fehl am
Platze!
Andere
Ideologen
mit
solchen
noch
unwirtschaftlichen
Ideen
ebenfalls.
"Fotovoltaikanlagen haben derzeit nur einen Wirkungsgrad von maximal 16 Prozent", erläutert Voigt-&-Collegen-Geschäftsführer Klughardt. Sie können somit bestenfalls 16 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlen in Strom umwandeln - und sind damit weit weniger leistungsfähig als Gas- und Kohlekraftwerke. Zwar sind die Preise für die Siliziumchips in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen. Dennoch ist die Produktion von Solarstrom noch immer viel teurer als die Energiegewinnung aus fossilen Rohstoffen. "Neue Siliziumzellen zeigen in Laborversuchen einen Wirkungsgrad von über 30 Prozent", sagt Klughardt. Wenn diese Chips in drei Jahren an den Markt kommen, werde es möglich sein, in besonders sonnenreichen Regionen wie Sizilien Solarstrom zu vergleichbaren Preisen von Gas- und Kohlekraftwerken zu erzeugen.
Bis dahin sind die Fotovoltaikanlagenbetreiber jedoch auf Subventionen angewiesen. Europaweit haben die Staaten Energieversorger deshalb verpflichtet, für Solarstrom Preise weit über Marktniveau zu zahlen. Die Versorger reichen die Zeche über höhere Stromkosten an die Endverbraucher weiter. Allein in Deutschland verteuerte sich Strom in diesem Jahr um teilweise mehr als 14 Prozent. Dagegen protestieren in ganz Europa immer mehr Menschen.
In Spanien ist der Druck so groß geworden, dass die Regierung jüngst die Einspeisevergütung rückwirkend massiv gekappt hat. "Die Tarifabsenkung reicht bis zu 45 Prozent", sagt Steffen Möller von der Ratingagentur Scope. Einen anderen Weg geht Tschechien. Das Land hat einen Weg gefunden, die gegen die hohen Strompreise protestierenden Haushalte zufriedenzustellen, ohne sich auf juristisches Glatteis zu begeben. Prag hat eine Sondersteuer von 26 Prozent auf Solarerträge erlassen. Das daraus gewonnene Geld soll an die Versorger fließen, damit diese die Stromkosten für Privathaushalte und Industriebetriebe reduzieren können.Schon jetzt verlagern Unternehmen Produktionsstätten ins Ausland - weil die Förderung erneuerbarer Energien ihre Kosten zu stark erhöht hat
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Der große Solarschwindel: Das sagt der Forscher Welt am Sonntag 3.7.11
Vergangene Woche haben wir uns in einem fünfseitigen "Titelthema" kritisch mit der Subventionierung der Solarenergie auseinandergesetzt. Der Beitrag fand große Aufmerksamkeit - bei politischen Entscheidern ebenso wie in Wirtschaft und Wissenschaft
Das Fraunhofer ISE ist mit mehr als 1000 Mitarbeitern das größte Solarforschungsinstitut Europas. Institutsleiter Eicke R. Weber ist zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Physik/Solarenergie an der Fakultät für Mathematik und Physik an der Technischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Weber ist bekennender Anhänger der Solarförderung - und begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, die Subventionen nicht zu deckeln.
Welt am Sonntag: Herr Weber, die Gesetze zur Energiewende sind seit Donnerstag dieser Woche beschlossene Sache. Es gibt leichte Einschnitte bei der Vergütung der Solarenergie. Wird der Ausbau der Fotovoltaik dadurch gebremst?
Eicke Weber: Ich glaube, dass der Zubau von Solarmodulen in der zweiten Jahreshälfte wieder an Tempo zunehmen wird. Der von der Bundesregierung angestrebte "Zielkorridor" von 2500 bis 3500 Megawatt wird dabei wohl überschritten. Ob wir aber wieder mehr als 7000 Megawatt erreichen, wie im vergangenen Jahr, ist schwer vorherzusagen. Anfang 2012 wird die Vergütung dann in einem weiteren Schritt zwischen zehn und 24 Prozent gesenkt, je nach Zubaumenge 2011. Das könnte sich auf den deutschen Solarmarkt dämpfend auswirken. Aber auch die Anlagenpreise werden weiter sinken, weil die Hersteller unheimlich innovativ sind. Deshalb erwarte ich, dass sich der Solarmarkt in Deutschland weiter positiv entwickelt, solange wir die Grundpfeiler des Erneuerbare-Energien-Gesetzes unangetastet lassen. Es war gut, dass die Bundesregierung nicht dem Vorschlag gefolgt ist, die Solarförderung durch einen festen Ausgabendeckel zu begrenzen.
Welt am Sonntag: Warum? Von den milliardenschweren Solarbeihilfen, die der deutsche Verbraucher Jahr für Jahr mit seiner Stromrechnung zu zahlen hat, profitiert doch vor allem die chinesische Solarindustrie, die schon im vergangenen Jahr mehr als 70 Prozent der hierzulande installierten Module geliefert hat.
Eicke Weber: Eben deshalb wäre es schade, wenn die Politik die Solarindustrie durch eine zu starke Senkung der Einspeisevergütung in die Billig-Ecke drängte. Der Kostendruck wird dadurch so groß, dass die deutschen Hersteller gegenüber der chinesischen Konkurrenz weiter ins Hintertreffen geraten würden. Allerdings werden viele chinesische Module auf Produktionsanlagen aus Deutschland gefertigt und von unseren Handwerkern installiert, die wirtschaftlich davon profitieren.
Welt am Sonntag: Chinesische Solarmodule sind anerkanntermaßen genauso gut wie die aus deutscher Produktion. Warum sollte die Politik dann künstlich dafür sorgen, dass der deutsche Verbraucher für ein gleich gutes Produkt mehr zahlen muss?
Eicke Weber: Weil die deutschen Kunden sich schon aus emotionalen, psychologischen Gründen eigentlich lieber deutsche Solarmodule aufs Dach setzen würden. Der Kunde kauft lieber ein Produkt von einer Firma, die er weiter verfolgen und ansprechen kann. Auch die Handwerker, die meist erster Adressat bei Garantiefällen sind, würden lieber Module aus deutscher Produktion verbauen. Die alle greifen doch jetzt nur zähneknirschend zu den billigeren chinesischen Modulen.
Welt am Sonntag: Fotovoltaik gehört schon jetzt zu den teuersten ökologischen Stromerzeugungsarten. Jetzt plädieren Sie dafür, dass noch nicht einmal die in der globalen Solarindustrie erzielten Kostensenkungen voll an die deutschen Kunden weitergegeben werden sollten. Wie lange soll die Fotovoltaik denn noch der Preistreiber bleiben dürfen?
Eicke Weber: Sehen Sie sich einmal die Strompreisentwicklung in den vergangenen zehn Jahren an. Die Preise pro Kilowattstunde sind seit 1998 jährlich recht konstant und linear um 3,8 Prozent gestiegen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob es ein Erneuerbare-Energien-Gesetz gab oder nicht. Wenn der Strompreis also nicht aufgrund des EEG steigen würde, würde er aus anderen Gründen steigen. Zum Beispiel, weil Steuern und Abgaben sowie die Kosten von Öl und Gas weiter steigen. Wir sind an diese Preissteigerungsrate gewöhnt, und solange die Fotovoltaik nicht für einen zusätzlichen Anstieg sorgt, sehe ich in ihrer Förderung kein Problem.
Welt am Sonntag: Ein Grund, warum die deutsche Solarindustrie gegenüber der chinesischen Konkurrenz ins Hintertreffen geraten ist, liegt in den geringen Forschungsanstrengungen der Unternehmen. Nach den Zahlen der Branche selbst wurden bislang nur 2,5 Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Für eine junge Hightech-Branche in einem Wachstumsmarkt ist das äußerst wenig.
Eicke Weber: Ich sehe nicht, dass in Deutschland zu wenig Forschung betrieben wird. Die deutschen Forschungsinstitute sind die besten und effektivsten der Welt. Das können Sie vielleicht schon an der Tatsache ablesen, dass unser Institut für Solare Energiesysteme in Kürze zu den stärksten Fraunhofer-Instituten überhaupt zählen wird. Um unsere Forschungslandschaft werden wir weltweit beneidet.
Welt am Sonntag: Das bedeutet nichts anderes, als dass sich die Solar-Hersteller auch noch die Forschung und Entwicklung mit Steuergeldern bezahlen lassen.
Eicke Weber: Das ist so nicht ganz richtig. Wir finanzieren 90 Prozent unseres Forschungsetats mit Projekten. Und die Hälfte der Projektaufträge stammt dabei aus der Solarindustrie. Die Branche unterstützt und nutzt die vorhandene Forschungslandschaft damit auf eine sehr effiziente Weise.
Welt am Sonntag: Mehr als die Hälfte der Einspeisevergütung fließt aus den Taschen der Verbraucher in die Fotovoltaik, obwohl deren Anteil an der Stromversorgung derzeit kaum drei Prozent ist. Warum sollte sich der Verbraucher gerade diese teure Technologie leisten, deren Ertrag viel niedriger ist als etwa Windkraft?
Eicke Weber: Die Fotovoltaik hat gegenüber dem Wind einen unschätzbaren Vorteil: Die Sonne geht jeden Morgen auf. Das Solarstrom-Aufkommen ist viel besser prognostizierbar als das Windaufkommen und kann dezentral, nahe am Verbraucher eingespeist werden. Das ist für die Netzstabilität wichtig. Zudem produziert die Solarkraft gerade zur Tagesmitte die besonders wertvolle Spitzenlast. Und weil Fukushima im Frühling und nicht im Herbst passiert ist, leistet die deutsche Fotovoltaik heute einen wichtigen Beitrag dazu, die Abschaltung der acht ältesten Atomkraftwerke abzufedern.
Welt am Sonntag: Ein Beitrag, der allerdings im Winter wochenlang auf nahezu null fallen wird.
Eicke Weber: Stimmt, aber das ist wie Weihnachten vorhersagbar. Da kann man sich drauf einstellen. In Zukunft wird es wichtig sein, das deutsche Verbundnetz stärker mit der Wasserkraft in Österreich und Norwegen zu vernetzen, um Solarstrom auch saisonal speichern zu können.
Welt am Sonntag: Was die Kosten erneut deutlich erhöhen würde.
Eicke Weber: Sicherlich ist Solarstrom heute noch teurer als anderer Ökostrom. Die Kosten der Fotovoltaik sinken aber schneller als die anderer erneuerbarer Energien. Schon in zwei oder drei Jahren, so haben wir seriös errechnet, werden die Stromgestehungskosten der Fotovoltaik mit denen der Offshore-Windkraft vergleichbar sein. Jenseits des Jahres 2020 wird Deutschland durch seine erneuerbaren Energien einen echten Standortvorteil haben. So gesehen nimmt die jetzige Generation eine Last auf sich, damit künftige Generationen über saubere und günstige Energie verfügen: Das ist doch eine wundervolle Story.
Das Gespräch führte Daniel Wetzel
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Märchen vom grünen Jobwunder Welt am Sonntag 3.4.2011
Politiker verkaufen erneuerbare Energien als "Jobmotor". Dabei dürften Subventionen für Ökostrom unter dem Strich mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen
Der designierte Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann (Grüne), hat immer auch die Wirtschaft und Arbeitsplätze seiner Heimat im Blick - selbst wenn es um so heikle Themen wie Atomkraft geht. "Was muss man da jetzt die alten Monopolisten stärken?", fragte Kretschmann, nachdem sein Amtsvorgänger Stefan Mappus (CDU) für das Land Anteile am AKW-Betreiber EnBW gekauft hatte. "Die dynamischen Sektoren liegen ganz woanders", kritisierte Kretschmann: "In dem Feld der erneuerbaren Energien liegen 300 000 Arbeitsplätze."
Mit seinem Glauben an das große Arbeitsmarktpotenzial der erneuerbaren Energien steht Kretschmann nicht allein. In dem an Landtagswahlen nicht armen Jahr 2011 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Politiker das Lied vom "grünen Jobwunder" anstimmt, das sich einstellen werde, wenn die Ökobranchen nur weiter genügend Fördergelder bekommen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) etwa wird nicht müde, die erneuerbaren Energien zu einem "Jobmotor für Deutschland" zu erklären.
Klimaschutz und Versorgungssicherheit haben als Rechtfertigung für üppige Ökostrom-Subventionen ausgedient: Im Wahljahr 2011 mit seinen sieben Landtagswahlen kommen Politiker beim Bürger mit dem Arbeitsplatz-Argument offenbar besser an. Nur: Ist am grünen Jobwunder überhaupt etwas dran?
Deutschlands Politiker beziehen sich bei ihren Verheißungen auf eine Reihe von Untersuchungen, in denen schlicht die Arbeitsplätze in den verschiedenen Ökostrom-Technologien zusammengezählt werden. 100 000 Menschen arbeiten in der Windkraft-Industrie, 60 000 in der "Fotovoltaik" genannten Solarstromtechnik, weitere 70 000 im Bereich Biomasse. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin kam Ende vergangenen Jahres zu dem Schluss, dass die erneuerbaren Energien in Deutschland Beschäftigung für 340 000 Personen bieten - eine Verdopplung innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Kein Wunder, dass der Titel der Studie euphorisch klingt: "Erneuerbare Energien - ein Wachstumsmarkt schafft Beschäftigung in Deutschland".
So eine Botschaft verbreiten Politiker gern. Doch die Wahrheit sieht bei genauerem Hinsehen anders aus. Denn die Milliarden für die Ökostrom-Branche fallen nicht vom Himmel. Sie fehlen in der Wirtschaft an anderer Stelle - und schlagen sich dort auch in Form von Arbeitsplatzabbau nieder. "Es gibt eine Reihe von Studien, die das Blaue vom Himmel herunterlügen", schimpft Joachim Ragnitz vom ifo-Institut in Dresden. "Diese Studien berücksichtigen nicht, wie makroökonomische Wirkungen ablaufen, sondern rechnen nur aus, wie viel Beschäftigung die verteilten Fördermittel schaffen." Es werde "nicht danach gefragt, an welchen anderen Stellen in der Volkswirtschaft das Geld fehlt".
Eine ganze Reihe von Forschern hat sich daher daran gemacht, den eigentlichen "Netto-Effekt" der Ökostrom-Subventionen auf den Arbeitsmarkt zu untersuchen. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus: "Indem die Budgets der privaten und industriellen Haushalte durch höhere Strompreise geschmälert werden, stehen weniger Mittel für alternative, eventuell profitablere Investitionen zur Verfügung", heißt es etwa in einer Studie, die am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen erstellt wurde. "Die mit den höheren Strompreisen einhergehenden Kaufkraftverluste und der Entzug von Investitionskapital bewirken negative Arbeitsplatzeffekte in anderen Sektoren."
Tatsächlich hat die EEG-Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien enorme volkswirtschaftliche Dimensionen angenommen. "Die über eine Erhöhung der Strompreise von den Verbrauchern zu bezahlenden jährlichen Einspeisevergütungen von derzeit zwölf Milliarden Euro pro Jahr verringern die ökonomische Aktivität in anderen Sektoren", warnt Manuel Frondel, Leiter des Bereichs Umwelt und Ressourcen beim RWI: "Der Kaufkraftverlust der privaten Verbraucher summiert sich infolge höherer Strompreise über 20 Jahre hinweg insgesamt auf über 100 Milliarden Euro."
Ein Verlust an Kaufkraft in dieser Größenordnung ist für die übrige Wirtschaft nicht leicht zu verschmerzen. Denn viele energieintensive Branchen sind doppelt getroffen. Weil die EEG-Umlage den Strom verteuert, zahlt etwa ein Bäckerei-Betrieb zum einen mehr für den Betrieb des Ofens. Zum anderen sinken die Erlöse, weil die Kunden weniger Geld in der Tasche haben. Es sei zu bezweifeln, sagt RWI-Experte Frondel, dass "die Arbeitsplatzeffekte der Subventionierung ,grüner' Technologien im Saldo überhaupt positiv ausfallen können".
Andere Forscher haben nicht nur Zweifel, sie sind sich sogar sicher: Durch die Milliardenausgaben für Ökostrom-Technologien gehen unter dem Strich eher Arbeitsplätze verloren. Zu diesem Ergebnis kamen in früheren Jahren bereits Untersuchungen des Bremer Energieinstituts. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) bestätigte, dass bei Berücksichtigung von Investitionskosten und der Verdrängung privater Verwendungen der Mittel, "praktisch keine Beschäftigungseffekte mehr festgestellt werden konnten".
Zuletzt zog das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart das Fazit, dass "das EEG keine dauerhaft positiven Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt erzielen kann, sodass die beschäftigungspolitische Begründung der Förderung der erneuerbaren Energien nicht zu bestätigen ist". Der Befund gilt immer noch - und für das bald grün-regierte Baden-Württemberg. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat gerade im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg die Beschäftigungswirkungen der erneuerbaren Energien im Lande untersucht. Bis zum Jahr 2020 sollen demnach zwar durch die geplante Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien zehntausend Arbeitsplätze entstehen, heißt es in der Studie, die der "Welt am Sonntag" vorliegt.
Doch Andreas Löschel, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Umwelt- und Ressourcenökonomik, gibt zu bedenken, dass viele Jobs nur auf Zeit entstehen, nämlich während der Errichtung der Anlagen. Und: "Die Solarindustrie könnte sich zulasten anderer Branchen, wie etwa dem Anlagenbau entwickeln." Die Beschäftigtenstrukturen sähen sich sehr ähnlich. "Da wir aber in Deutschland nur einen begrenzten Pool an qualifizierten Arbeitskräften haben, würden die von der einen Industrie in die subventionierte Industrie abwandern. Dort würde an Innovationspotenzial eingebüßt, dort gehen teilweise auch Jobs verloren."
Dass dies nicht nur akademische Gedankenspiele, sondern bereits reale Folgen der Ökostrom-Förderung sind, zeigt sich an mehreren Beispielen von Industrieunternehmen, die aufgrund der steigenden Energiekosten Werke schließen oder ins Ausland abwandern mussten.
So gab der Holzwerkstoff-Konzern Pfleiderer kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres die Werke in den Gemeinden Gschwend, Ebersdorf und Nidda auf, weil "mit den ständigen Preissteigerungen des Rohstoffs Holz und Leim sowie der Energiekosten ein Weiterbetrieb der Werke nicht mehr möglich ist", wie die Geschäftsführung erklärte. Hintergrund: Die Holzpreise waren in den fünf Jahren zuvor um 75 Prozent angestiegen, weil die Verbrennung von Holz zur Stromerzeugung durch die EEG-Förderung so attraktiv geworden ist. Der Rohstoff war wegen der Nachfrage von Kraftwerksbetreibern im Umkreis der Pfleiderer-Werke knapp und letztlich zu teuer geworden, um daraus noch Spanplatten zu fertigen. Schon diese 350 Arbeitsplätze müssten bei einer fairen Betrachtung von der Erfolgsstatistik des grünen Jobwunders abgezogen werden.
Auch Hightech-Arbeitsplätze wandern wegen hoher Energiekosten ins Ausland ab. Beispiel SGL Carbon: Der Wiesbadener Werkstoffhersteller produziert die Carbonfasern für die Fahrgastzelle des geplanten Elektroautos i3 von BMW - eine Revolution in der Fahrzeugtechnik. Als es an die Standortwahl für die 100-Millionen-Dollar-Investition ging, entschied sich der BWM-Zulieferer für die USA. Dafür, das Carbonfaserwerk im amerikanischen Moses Lake zu bauen, waren "die Verfügbarkeit von regenerativer Energie aus Wasserkraft sowie wettbewerbsfähige Energiekosten im Bundesstaat Washington maßgebliche Faktoren", heißt es bei SGL Carbon.
"Die Energiekosten", führt Konzernsprecher Tino Fritsch aus, "betragen in den USA im Vergleich zu Deutschland nur ein Drittel." Für die Fertigung des Zukunftswerkstoffs Carbon, aus dem auch immer mehr Flugzeugteile gefertigt werden, spielten Energiekosten eine hohe, Personalkosten dagegen eine geringe Rolle. "Deshalb wäre eine Produktion selbst in einem Hochlohnland wie Deutschland vorstellbar gewesen", betont Fritsch. "Das hätte schon alles gepasst."
Doch alle Vorteile einer Produktion nahe an den BMW-Fertigungsstätten in Bayern wurden durch hohe Energiekosten zunichtegemacht. Folge: SGL Carbon siedelt 80 Hightech-Arbeitsplätze lieber im Ausland an. Das scheint von der Größenordnung her zwar verschmerzbar. Doch die Fabrik ist ja auch nur ein Prototyp. Schon bald könnten aus den ersten 80 Jobs mehrere Tausend werden. Denn Automobilexperten glauben, dass die Carbon-Karosserie bei allen Autoherstellern die bisherigen Fahrgastzellen aus Stahl und Aluminium ablösen könnte. Die Karosseriefertigung in Deutschland müsste dann einpacken, ein milliardenschwerer Schlüsselbereich der Automobilindustrie wandert ab.
Zu den wenigen Studien, die trotzdem davon ausgehen, dass die Ökostrom-Subventionen einen positiven Netto-Effekt auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, gehört eine Untersuchung der Osnabrücker "Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung" (GWS). Erstellt wurde die Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums, das die Ergebnisse in einer Broschüre unter dem Titel "Erneuerbar beschäftigt!" veröffentlicht hat. Sehr detailliert werden darin Exportchancen deutscher Ökotechnologien abgeschätzt und in Arbeitsplätze umgerechnet: "Bei optimistischen Erwartungen steigt die positive Nettobeschäftigungswirkung bis 2030 auf Werte deutlich über 200 000", heißt es darin. Entscheidend für die heimische Beschäftigungsbilanz sei der Exporterfolg deutscher Solarkonzerne und Windkraftanlagenbauer. Bei ganz stark steigenden Energiepreisen und höchsten Exporterfolgen könnten bis 2030 sogar netto 300 000 Arbeitsplätze im Ökostrom-Sektor mehr entstehen als in anderen Branchen vernichtet werden. Selbst dieser Idealfall aber würde bedeuten, dass weniger als ein Prozent der Beschäftigung in Deutschland auf den Ausbau erneuerbarer Energien zurückgehen.
Hinzu kommt, dass Wissenschaftler wie RWI-Experte Frondel die Exportprognosen der Osnabrücker, die für den hohen Arbeitsmarkteffekt entscheidend sind, für "stark übertrieben" halten. Denn die deutsche Fotovoltaik-Industrie etwa ist als Exporteur bislang überhaupt nicht aufgefallen. Wegen der enormen EEG-Vergütung in Deutschland mussten sich die heimischen Hersteller auf dem Weltmarkt nicht anstrengen: Der deutsche Markt sog ihre gesamte Produktion auf. Nach Berechnungen der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Berlin importierte Deutschland im vergangenen Jahr Fotovoltaik-Produkte im Wert von 11,6 Milliarden Euro. Die Exporte der deutschen Hersteller waren mit 5,4 Milliarden noch nicht einmal halb so hoch.
Da ist es kein Wunder, dass deutsche Solarfirmen auf der Rangliste der größten Anbieter kaum noch auftauchen und wenn doch, dann nur noch auf hinteren Plätzen. Weltmarktführer dank EEG? Die drei größten Solarzellenhersteller der Welt sind Unternehmen aus USA, China und Japan. Selbst im Anlagenbau zur Solarzellenfertigung - bislang eine deutsche Domäne - tummeln sich bereits ausländische Anbieter wie Applied Materials aus den USA oder MeyerBurger aus der Schweiz. Die deutsche Solarbranche geht in ihrer "PV-Roadmap 2020" inzwischen selbst davon aus, im Jahr 2030 nur noch einen Weltmarktanteil von fünf Prozent zu halten.
Einzig die deutsche Windenergie-Branche macht mit ihrem hohen Exportanteil von 75 Prozent und einem Weltmarktanteil von 18 Prozent Hoffnung, auch ein Job-Beschaffer für Deutschland zu sein. Doch auch hier gibt es Wolken am Horizont: Auf der Top-Ten-Liste der weltgrößten Windkrafthersteller finden sich mit Sinovel, Goldwind, Dongfang, United Power und Suzlon inzwischen fünf chinesische und indische Unternehmen. Das einzige deutsche Unternehmen im Ranking der größten zehn ist Enercon. Wie lange die Firma sich dort noch halten kann, ist ungewiss. 2010 rutschte Enercons Weltmarktanteil deutlich ab: von 8,5 auf 7,2 Prozent.
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Der teure Solar-Irrsinn muss beendet werden die Welt 16.10.10
Deutschlands Solarbranche genießt das weltweit einmalige Privileg, die Verbraucher ohne Limit abzukassieren. Eine Obergrenze muss her.
Foto: dpa Selbst eine Reduzierung der Subventionen kann den Ausbau der Solarenergie in Deutschland nicht stoppen
Von Daniel Wetzel
Glaubt man Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), dann ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus Deutschland ein Exportschlager. Die Idee, Ökostrom durch gesetzlichen Kaufzwang und staatlich vorgegebene Einspeisetarife zu fördern, werde weltweit kopiert.
Allein: Das ist nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich haben die meisten Länder ihre Versionen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes inzwischen durch einen absoluten Ausgabendeckel ergänzt. Denn in allen weniger wohlhabenden Ländern als Deutschland gelten die volkswirtschaftlichen Kosten der unbegrenzten Ökostromsubvention längst als untragbar.
In Spanien etwa, wo die Sonne dreimal häufiger scheint als hier, fördert man jetzt nur noch einen Solarzubau von 500 Megawatt im Jahr. Das ist weniger als ein Fünfzehntel dessen, was in diesem Jahr auf Deutschlands schattige Dächer kommt. Auch das sonnenverwöhnte Frankreich glaubt, dass 500 Megawatt das Maximum dessen sind, was man sich an neuen Solarmodulen jährlich erlauben kann.
Hierzulande aber genießt die Solarbranche das weltweit einmalige Privileg, in unbegrenzter Höhe direkt in die Taschen der Verbraucher greifen zu dürfen. Mehr als 8000 Megawatt Solarmodule werden deshalb in diesem Jahr verbaut, und im nächsten Jahr sollen es noch mehr werden. Zum Bezahlen der teuersten Kilowattstunden der Welt ist der deutsche Verbraucher ja gesetzlich verpflichtet. Für die bis Jahresende verbauten Solarmodule müssen die Verbraucher laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung in den nächsten 20 Jahren mehr als 85 Milliarden Euro abstottern.
Ein gigantischer Verlust an Kaufkraft, der sich auch im Verlust von Jobs niederschlägt. Dafür decken diese Module kaum zwei Prozent des Strombedarfs, und sie tun auch dies nur an 900 der 8760 Jahresstunden unter Volllast. Nachts und in den Wintermonaten melden sich die hoch subventionierten Solarmodule fast völlig ab, dann müssen andere Kraftwerke den Saft für Fernseher und Lampen bereitstellen.
Es ist Zeit, diesen Irrsinn zu beenden. Die Bundesregierung geht laut Energiekonzept bis 2020 von rund 33.000 Megawatt installierter Solarleistung aus. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht man nicht jährlich 8000 Megawatt neu zu installieren, wie es derzeit geschieht. Es reicht auch ein Viertel dieser Zubaurate.
Nur mit einer Senkung der Einspeisevergütung aber kann man den volkswirtschaftlichen Skandal der Solarsubventionen nicht stoppen, wie man beim gescheiterten Kürzungsversuch in diesem Sommer gesehen hat: Der Solarausbau nahm seither sogar noch schneller zu. Um eine gesetzlich festgelegte absolute Obergrenze für Solarsubventionen wird die Bundesregierung deshalb nicht herumkommen.
So setzt sich der Stromtarif zusammen
So hat sich die durchschnittliche Stromrechnung eines Drei-Personen-Musterhaushalts im Monat in Euro entwickelt:
2000 Mehrwertsteuer 5,6
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,38
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 0,58
Stromsteuer (Ökosteuer) 3,73
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 25,15
Stromrechnung 40,66
2001 Mehrwertsteuer 5,75
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,58
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 0,67
Stromsteuer (Ökosteuer) 4,46
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 25,08
Stromrechnung 41,76
2002 Mehrwertsteuer 6,48
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,73
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 1,02
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,22
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 28,32
Stromrechnung 46,99
2003 Mehrwertsteuer 6,92
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,96
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 1,23
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 29,84
Stromrechnung 50,14
2004 Mehrwertsteuer 7,23
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,91
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 1,49
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 31,56
Stromrechnung 52,38
2005 Mehrwertsteuer 7,51
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,99
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 2,01
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 32,73
Stromrechnung 54,43
2006 Mehrwertsteuer 7,83
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,9
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 2,57
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 34,27
Stromrechnung 56,76
2007 Mehrwertsteuer 9,61
Konzessions-abgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,85
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 3
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 35,55
Stromrechnung 60,2
2009 Mehrwertsteuer 10,81
Konzessionsabgabe* 5,22
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz** 0,7
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)*** 3,83
Stromsteuer (Ökosteuer) 5,97
Stromerzeugung, transport und -vertrieb 41,17
Stromrechnung 67,7
Basis: Mittlerer Stromverbrauch von 3 500 Kilowattstunden im Jahr (ohne Nachttarif-Anteil); Jahresmittelwerte
*regional sehr unterschiedlich: ab 2002 je nach Gemeindegröße 1,32 bis 2,39 Cent/kWh
**ab 2009 nach dem KWK-Gesetz 2009
***bis 2000 Stromeinspeisungsgesetz
Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin
In
Deutschland
muss der
Solar-Irrwitz
aufhören
Subventionen
in
Milliardenhöhe
für
inneffiziente
Nischentechnologien
wie die
Solarenergie
sind
nicht
länger
zu
rechtfertigen.
von Daniel Wetzel
Strom aus Afrikas Wüsten für Europa
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Deutsche Firmen planen riesige Solarkraftwerke in der Wüste Sahara. Mit dem Projekt in Afrika, so die Planer von Desertec, könnten eines Tages 15 Prozent des Stromverbrauchs in Europa abgedeckt werden...
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Die über Kollektoren (Parabolspiegel) gebündelte Sonnenenergie erhitzt ein Wärmeleitmedium in Röhren, die im Brennpunkt von Parabolspiegeln verlaufen. Dafür wird ein Spezialöl oder schmelzbares Salz verwendet. Die heiße Flüssigkeit fließt zu einem Wärmetauscher, in dem Wasser verdampft. Der unter Druck stehende Dampf treibt eine Turbine an.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen In der spanischen Provinz Granada hat das Erlanger Unternehmen Solar Millennium bereits ähnliche Kraftwerke installiert. Das Foto zeigt die Montage der Parabolrinnen in der Anlage Andasol I.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Die erste Ausbaustufe des Kraftwerks bei Granada liefert bereits Energie für 200.000 Menschen.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen In den Rohren, die mit Solarrinnen verbunden sind, werden die Leitmedien (Öl oder schmelzbares Salz) erhitzt, die wiederum Wasserdampf erzeugen.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Um nachts Strom zu produzieren, wird Hitze in Salztanks gespeichert. Das flüssige Spezialsalz gibt in der Nacht die aufgenommene Wärme weiter ab und hält so den Dampfstrom und damit die Energieerzeugung in Gang, bis die Sonne wieder aufgeht.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen In Kalifornien in den USA werden solarthermische Kraftwerke seit den 1980er-Jahren genutzt.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Die Kraftwerke in der kalifornischen Mojave-Wüste versorgen bis zu 60.000 Menschen mit Strom (Quelle dieser Angabe: V. Quaschning).
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Der ehrgeizige Plan für Afrika: Das Desertec-Projekt will bis 2050 so viel Strom an Standorten in der Sahara erzeugen, dass sich alle europäischen Atomkraftwerke abschalten ließen. Das Foto zeigt den Bau des Andasol-Projekts in Spanien.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Um dieses Ziel zu erreichen, umwirbt Desertec führende Energiekonzerne auch in Deutschland, wie E.on und RWE. Auch Solartechnik-Hersteller wie Q-Cells sind aufgefordert worden, mitzuarbeiten.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Im Norden Afrikas wollen die Desertec-Visionäre 3600 Quadratkilometer mit solchen Parabolrinnen zupflastern.
Foto: Solar Millennium AG, Erlangen Das Projekt ist schon vor der konkreten Planungsphase umstritten. Energiekonzerne wollen zunächst weitere Machbarkeitsstudien abwarten. Der Chef des deutschen Unternehmens Solarworld AG, Frank Asbeck, warnt vor dem Bau solcher Solarkraftwerke in "politisch instabilen Ländern".
Dass
der
Bundestag
im
Streit
um
die
Solarförderung
hart
geblieben
ist,
gibt
Anlass
zur
Hoffnung.
Es
zeigt,
dass
sich
in
der
Bundespolitik
langsam
die
Erkenntnis
durchsetzt,
dass
irrwitzige
Milliardensubventionen
für
eine
ineffiziente
Nischentechnologie
einfach
nicht
mehr
zu
rechtfertigen
sind,
wenn
die
Bürger
ansonsten
überall
den
Gürtel
enger
schnallen
müssen.
Solarzellen
erreichen
im
schattigen
Deutschland
nur
an
900
von
8760
Stunden
im
Jahr
ihre
Volllast.
Für
einen
geringen,
einstelligen
Beitrag
zur
Deckung
des
deutschen
Stromverbrauchs
verschlingt
die
Technik
Jahr
für
Jahr
Summen,
die
in
ihrer
Höhe
selbst
die
Dimensionen
des
jüngsten
Sparpakets
der
Bundesregierung
in
den
Schatten
stellen.
Allein
das,
was
in
diesem
Jahr
auf
die
Dächer
kommt,
verursacht
Folgekosten
von
rund
26
Milliarden
Euro
–
und
dürfte
die
Stromrechnung
aller
Verbraucher
im
kommenden
Jahr
um
10
bis
12
Prozent
verteuern.
Dabei
liefern
Solarmodule
während
der
langen
Wintermonate
fast
keinen,
in
der
Nacht,
wenn
Lampen
brennen
und
Fernseher
laufen,
überhaupt
keinen
Strom.
Die
Klagen
einiger
Bundesländer,
mit
den
geplanten
Kürzungen
werde
einer
deutschen
Hightech-Industrie
die
Luft
abgewürgt,
sind
Unsinn.
Denn
der
von
der
Solarlobby
neu
ins
Gesetz
geschriebene
„Eigenverbrauchsbonus“
hebelt
den
größten
Teil
der
Kürzung
ohnehin
wieder
aus.
Wenn
es
deutschen
Solarfirmen
schlecht
geht,
dann
nicht
wegen
der
Subventionskürzung.
Es
geht
ihnen
schlecht,
weil
der
größte
Teil
der
deutschen
Subventionsmilliarden
an
Solar-Hersteller
in
China
und
Malaysia
fließt,
was
dort
eine
schlagkräftige
Konkurrenz
entstehen
ließ,
die
das
angebliche
Hightech-Produkt
billiger
und
oft
sogar
besser
herstellen
kann,
als
die
deutschen
Anbieter.
Bedauerlich
an
dem
jetzigen
Kompromiss
im
Vermittlungsausschuss
ist
nur,
dass
die
Parlamentarier
die
Gelegenheit
nicht
genutzt
haben,
die
ausufernden
Solarkosten
nicht
gleich
mit
einem
festen
Ausgabendeckel
zu
begrenzen.
Solarschulden begrenzen
von Daniel Wetzel
(Die Welt 7.7.2010)
Dass
der Bundestag im Streit um
die Solarförderung hart
geblieben ist, gibt Anlass
zur Hoffnung. Es zeigt, dass
sich in der Bundespolitik
die Erkenntnis durchsetzt,
dass irrwitzige
Milliardensubventionen für
eine Nischentechnologie
nicht mehr zu rechtfertigen
sind, wenn die Bürger
überall sonst den Gürtel
enger schnallen müssen.
Solarzellen erreichen
hierzulande nur in 900 von
8760 Stunden im Jahr ihre
Volllast. Für einen
verschwindend geringen
Beitrag zur Deckung des
Stromverbrauchs verschlingt
die Technik inzwischen
Summen in einer Höhe, die
selbst das jüngste Sparpaket
der Bundesregierung in den
Schatten stellen. Allein
das, was in diesem Jahr auf
die Dächer kommt, verursacht
Folgekosten von rund 26
Milliarden Euro - und dürfte
die Stromrechnung aller
Verbraucher im kommenden
Jahr um zehn bis zwölf
Prozent verteuern. Dabei
liefern Solarmodule während
der langen Wintermonate fast
keinen, in der Nacht
überhaupt keinen Strom.
Die
Klagen einiger Bundesländer,
mit den Kürzungen werde
einer deutschen
Hightech-Industrie die Luft
abgewürgt, sind Unsinn. Denn
der von der Solarlobby neu
ins Gesetz geschriebene
"Eigenverbrauchsbonus"
hebelt den größten Teil der
Kürzung ohnehin wieder aus.
Wenn es deutschen
Solarfirmen schlecht geht,
dann nur, weil der größte
Teil der deutschen
Subventionsmilliarden an
Hersteller in China und
Malaysia abfließt, die das
angebliche Hightech-Produkt
Solarmodule ebenso gut
herstellen und günstiger
anbieten.
Bedauerlich an dem jetzigen
Kompromiss im
Vermittlungsausschuss ist
nur, dass die Parlamentarier
nicht die Gelegenheit
genutzt haben, die
ausufernden Solarkosten
gleich mit einem festen
Ausgabendeckel zu begrenzen.
Kürzung der Solar-Subventionen verschoben
Es bleibt insgesamt aber bei
Senkung der Einspeisevergütung um 16 Prozent - Länder
setzen sich nicht durch
von
Daniel Wetzel (Die Welt 7.7.2010)
Berlin
- Wer in den nächsten Monaten eine Solaranlage
auf seinem Dach montiert, erhält noch etwas mehr
Förderung als bisher geplant. Der
Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat
einigte sich darauf, die Förderung zum 1. Juli
zunächst nur um 13 Prozent abzusenken. Zum 1.
Oktober folgt dann ein zweiter Kürzungsschritt um
zusätzliche drei Prozent.
Zunächst
war geplant, die Förderung von Solaranlagen auf
Dächern gleich um 16 Prozent zu senken. Bei Anlagen
auf Freiflächen soll die Kürzung zwölf statt 15
Prozent betragen, bei Anlagen auf Konversionsflächen
um acht statt elf Prozent. Dies soll, wie
ursprünglich beschlossen, für alle Anlagen gelten,
die ab dem 1. Juli in Betrieb gehen. Ab 1. Oktober
wird die Förderung dann für alle Arten von Anlagen
um drei Prozent zusätzlich gekürzt.
Die
Koalition aus Union und FDP hatte im Frühjahr nach
langer Diskussion mit ihrer Bundestagsmehrheit
beschlossen, dass Betreiber neuer Solaranlagen
weniger Geld erhalten sollen.
Die
beschlossenen Kürzungen waren bei den Bundesländern
aber auf Widerstand gestoßen. Sie forderten eine
weniger starke Kürzung der Subventionen. Der
Bundesrat rief deshalb Anfang Juni den
Vermittlungsausschuss an und stoppte damit vorerst
die zum 1. Juli geplante Senkung der Subventionen.
Über den nun beschlossenen Kompromiss müssen noch
Bundestag und Bundesrat abstimmen; dies könnte am
Donnerstag beziehungsweise Freitag geschehen.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) begrüßte
die Einigung. "Investoren und Unternehmer haben
jetzt Klarheit für ihre Investitionsentscheidungen",
erklärte Röttgen. "Verbraucher haben nun endlich
Gewissheit, dass die Solarförderung nicht ins
Unermessliche steigt." Röttgen sagte, es führe kein
Weg an der Anpassung der Fördersätze vorbei. Der
Preis für Solaranlagen war zuletzt um rund 30
Prozent gesunken. Da die staatliche Förderung viel
schwächer zurückging, war der Sonnenstrom über viele
Jahre ein lohnendes Geschäft. "Einige wenige haben
unakzeptable Kapitalrenditen erzielt, und die große
Mehrheit der Verbraucher musste das über die
Stromrechnung bezahlen", sagte Röttgen. Der
umweltpolitische Sprecher der
FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kauch, bezeichnete
den Kompromissvorschlag ebenfalls als "faires
Ergebnis".
Der
parlamentarische SPD-Geschäftsführer Thomas
Oppermann kritisierte den Kompromiss dagegen als
"Rückschlag für die deutsche Solarwirtschaft".
Schwarz-Gelb wolle die "drastischen Kürzungen" nur
um drei Monate aufschieben. Damit gefährde die
Regierung Arbeitsplätze in einer innovativen
Wachstumsbranche.
Auch die
Solarwirtschaft zeigte sich enttäuscht von dem
Ergebnis. "Das Vermittlungsergebnis ist nur ein
kosmetischer Eingriff und enthält keine
substanziellen Nachbesserungen", erklärte der
Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft
(BSW), Carsten Körnig.
Allerdings
scheint die Solarbranche mit der Förderkürzung gut
leben zu können. An der Börse schossen die
Aktienkurse der deutschen Solarfirmen am Dienstag
jedenfalls in die Höhe. SMA Solar-Aktien legten um
23 Prozent zu, Solarworld stiegen um fünf Prozent,
Q-Cells um sechs Prozent. dpa/AFP/dgw
Solarenergie: Glühende
Landschaften
von Claus Hecking (Brandis) und Timm Krägenow (Berlin)
Die deutsche Solarindustrie boomt.
Dank üppiger Subventionen schreiben die Hersteller gigantische Profite. Bezahlen
muss die der Stromkunde. Nun droht die Aufbruchstimmung zu kippen.
Es ist ein Herbstmorgen, wie ihn Ingo
Rödner liebt. Nicht eine Wolke trübt den Himmel über Brandis bei Leipzig.
Ungehindert scheint die Sonne herab auf den "Energiepark Waldpolenz", speist die
Zehntausenden Solarmodule, die Rödners Mannen auf dem stillgelegten
Militärflughafen aufgestellt haben. In endlosen Reihen erstrecken sich die
schwarzen, gut drei Meter hohen Kollektorenblöcke, die die Strahlen einfangen
und in Elektrizität umwandeln.
Dabei ist die Anlage noch nicht einmal
halb fertig. Bis 2009 will der 36-jährige Rödner für seine Firma Juwi rund
500.000 Module aufbauen, auf einer Fläche von 150 Fußballplätzen. Mit 40
Megawatt Spitzenleistung soll Waldpolenz größtes Fotovoltaikkraftwerk der Erde
werden. Und nur wenige Kilometer weiter steht schon das nächste gigantische
Feld: Doberschütz, die Nummer acht der Weltrangliste.
Deutschland ist zum Solarpark geworden.
Jede zweite weltweit produzierte Zelle wird auf die Felder und Dächer der
Republik gepackt. 2009 werden fünf der zehn größten Fotovoltaikkraftwerke
zwischen Rhein und Oder stehen. Dass die hiesigen Gefilde nicht so
sonnenverwöhnt sind wie andere Erdregionen, stört die Branche kaum. Üppige
Subventionen machen Dauerregen, Atlantiktiefs und nasskalte Winter mehr als
wett: Seit Jahren wächst die Solarwirtschaft exponentiell.
Doch damit könnte es schon
bald vorbei sein. Die Aufbruchstimmung, die mit der Sonnenwende einhergeht,
droht umzuschlagen ins Gegenteil. Der Bau immer neuer Anlagen führt dazu, dass
den Stromverbrauchern die Kosten der Förderung über den Kopf wachsen. "Das
System wird total überreizt", sagt Manuel Frondel, Energieexperte des
Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Selbst besonnene
Branchenvertreter warnen vor einem ausufernden Wachstum: "Die Entwicklung hat
solche Dimensionen angenommen, dass sie die gesellschaftliche Akzeptanz der
Solarenergie gefährden könnte", fürchtet Jan Kai Dobelmann, Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie. Drehe sich die öffentliche Meinung
gegen die Fotovoltaik, sei der gesamte Markt in Gefahr.
Versorger müssen alles
aufkaufen
Ohne Subventionen gäbe es auch
Waldpolenz nicht. 130 Mio. Euro will der Projektentwickler Juwi in das Kraftwerk
stecken. Weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert, dass Waldpolenz
seinen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen darf. 20 Jahre lang, gegen
eine Vergütung von fast 38 Cent je Kilowattstunde für alle Anlagenbereiche, die
2007 in Betrieb gehen. Das ist siebenmal so hoch wie der derzeitige Preis an der
Leipziger Energiebörse. Mit diesen Tarifen könne die Solarwirtschaft in einem
normalen Markt nicht mithalten, so Wolfgang Pfaffenberger, langjähriger Leiter
des Bremer Energie-Instituts.
In Deutschland aber sind die Versorger
verpflichtet, alles aufzukaufen. 2004 änderte die rot-grüne Bundesregierung das
EEG, schaffte die Obergrenzen für die Einspeisung von Solarstrom ab und hob die
Förderung an. Was als Starthilfe für eine darbende Branche gedacht war, löste
einen Run aus, der alle Prognosen sprengt. Zwar senkt das EEG die Vergütung für
neue Anlagen um jährlich 5 bis 6,5 Prozent. Doch das reicht nicht aus, um den
Boom unter Kontrolle zu halten.
Die Zeche zahlen die Stromkonsumenten.
Schließlich legen die Versorger die Mehrkosten für Solar auf ihre Tarife um.
Knapp 1 Mrd. Euro mussten die Verbraucher 2006 für die Fotovoltaik hinblättern,
2008 werden die Kosten wohl die Steinkohlesubventionen von derzeit 2,5 Mrd. Euro
übertreffen. Und danach wird es erst richtig teuer. Das Branchenmagazin "Photon"
prognostiziert, dass ohne Änderung des EEG die Vergütung für alle bis 2010
installierten Fotovoltaikanlagen auf 77 Mrd. Euro anschwillt. "Ein
Subventionsgrab", urteilt Wissenschaftler Frondel.
Das Resultat ist mager. Der Solaranteil
am deutschen Energiemix liegt zurzeit bei rund 0,6 Prozent. Selbst der Strom des
Mammutfelds Waldpolenz wird nur für 10.000 Haushalte reichen. "Die
flächendeckende Förderung von Solarenergie in Deutschland ist der größte Unsinn
der Welt", sagt Frondel. "Man sollte Forschung und Entwicklung zukünftiger
Technologie unterstützen, nicht aber die Massenproduktion der gegenwärtigen,
wenig effizienten Technik."
Trotz der Subventionen sind die
Renditen der Anlagenbetreiber bescheiden. Juwi kalkuliert für das Feld in
Brandis mit jährlich sechs bis sieben Prozent Profit. Die Preise der Module sind
trotz technischen Fortschritts sehr hoch. Zwar fallen die Produktionskosten nach
Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie um etwa zehn Prozent
pro Jahr. Diese Einsparungen gibt die Industrie aber kaum weiter.
"Der Solarmarkt ist ein
Verkäufermarkt", sagt Ingenieur Rödner. Will heißen: Die Hersteller nutzen den
Nachfrageboom aus, um ihre Preise oben zu halten. Sie wissen genau, welche
Erträge die Betreiber beim gerade gültigen Vergütungssatz erzielen können - und
kalkulieren ihre Forderungen entsprechend hoch.
Das beschert den Fabriken gigantische
Margen: Siliziumproduzenten etwa machen bis zu 49 Prozent Umsatzrendite. "In der
Branche wird im Moment regelrecht abgezockt", räumte unlängst sogar der Schöpfer
des EEG ein, der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin.
So werden aus Garagenfirmen Giganten.
Der Bonner Konzern Solarworld etwa meldete 2003, vor der EEG-Novelle, noch rund
5 Mio. Euro Verlust - drei Jahre später aber einen Gewinn von 130 Mio. Euro. Der
Aktienkurs ist seit Mitte 2003 um atemberaubende 16.500 Prozent nach oben
geschossen. Der Zellenhersteller Q-Cells, der seinen Profit seit 2003
verdreißigfacht hat, wird von den Anlegern inzwischen höher bewertet als
Dax-Konzerne wie TUI oder Hypo Real Estate. Dabei hat die Firma erst 2001 ihre
Produktion gestartet.
"Wir Stromverbraucher finanzieren die
Profite dieser Firmen mit Einspeisevergütungen", kritisiert Frondel.
Solarworld-Chef Frank Asbeck bestreitet dies: "Die Gewinne entstehen nicht durch
teure Module für den deutschen Markt, sondern durch den Export."
Mittlerweile hat auch die
Bundesregierung das Problem erkannt. Umweltminister Sigmar Gabriel bezeichnete
im Juli die Fotovoltaik als "überfördert" und kündigte eine Korrektur der
Einspeisevergütung an. Nach seinen Plänen soll sie von 2009 an jährlich um 7 bis
8,5 Prozent sinken, von 2011 an um 8 bis 9,5 Prozent.
Das werde die Branche nicht gefährden,
so Gabriel. "Aufgabe des Erneuerbare- Energien-Gesetzes ist es ja, erneuerbare
Energien wirtschaftlicher, und nicht tüchtige Solarunternehmer in möglichst
kurzer Zeit zu Millionären zu machen." Auch der energiepolitische Sprecher der
CDU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, fordert: "Wir müssen deutlich runter."
Solarworld-Chef Asbeck hält dagegen: Eine Senkung von mehr als sieben Prozent
gefährde die deutschen Hersteller.
Einen Kahlschlag wird die Große
Koalition nicht vornehmen. Die SPD will den Heimatmarkt erhalten.
Wo die dicksten Fördertöpfe
stehen
Die Solarhersteller scheinen derartigen
Versprechen zu vertrauen und investieren weiter kräftig - mit Unterstützung der
öffentlichen Hand. Ihre neuen Fabriken bauen sie bevorzugt dort, wo die dicksten
Fördertöpfe stehen.
So siedeln sich in Frankfurt an der
Oder gleich drei Solarhersteller an: Conergy, Odersun und der US-Konzern First
Solar, mit einem Börsenwert von gut 8 Mrd. $ ein Branchenriese. Fast 120 Mio.
Euro der von ihnen investierten 370 Mio. Euro stammen aus Fördermitteln des
Landes, des Bundes und der EU. Brandenburg habe es geschafft, First Solar ins
Segment der kleinen und mittleren Unternehmen einzustufen, sagt Andreas Dietze,
Bürgermeister von Brandis. "So genehmigt die EU mehr Förderung."
Dietze fühlt sich bei der
Solarstromwirtschaft manchmal an die DDR erinnert. "Damals haben die
Kleingärtner ihre Erdbeeren beim Konsum abgeliefert, für 2 Mark pro Schale. Dann
sind sie nach vorn in den Laden gelaufen und haben ihre Beeren für 1 Mark
zurückgekauft", erzählt der 49-Jährige. Ähnlich läuft es bei Juwi. Das Kraftwerk
speist zunächst seinen gesamten Strom ins Netz des Versorgers Envia ein, für 38
Cent je Kilowattstunde. Dann kauft man die zum Bau und Betrieb des Felds nötige
Elektrizität von Envia zurück. Das kostet nicht einmal die Hälfte.
An solchen Praktiken sei "die DDR
zugrunde gegangen", sagt Dietze. Sollten Deutschlands Politiker nicht bald
die Subventionsflut eindämmen, droht der hiesigen Solarwirtschaft womöglich ein
ähnliches Schicksal.
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Stand: 28. Juni 2011.