Mittelstand PRO NRW             

aufgeschlossen konservativ -  freiheitlich  - verfassungstreu  - strikt antikommunistisch

Der Mittelstand pro NRW ist einer von mehreren Arbeitskreisen der Bürgerbewegung pro NRW,

der seine politischen Inhalte und Ziele auf dieser Internetseite vorstellt und diese im Gesamtverband in den innerparteilichen Diskussionsprozess einbringt

 

 

Verfassungs-Soll:

Auszüge Landesverfassung  und Schulgesetz NRW 

                                                                                           siehe dazu zunächst: § 2Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule   

Artikel 4

(1) Die im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom 23. Mai 1949 festgelegten Grundrechte und staatsbürgerlichen Rechte sind Bestandteil dieser Verfassung und unmittelbar geltendes Landesrecht.

Artikel 5 (Fn 3)

(1) Ehe und Familie werden als die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft anerkannt. Sie stehen unter dem besonderen Schutz des Landes. Die Mutterschaft und die kinderreiche Familie haben Anspruch auf besondere Fürsorge.

Artikel 6 (Fn 3a)

(1) Jedes Kind hat ein Recht auf Achtung seiner Würde als eigenständige Persönlichkeit und auf besonderen Schutz von Staat und Gesellschaft.

(2) Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und den Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Staat und Gesellschaft schützen sie vor Gefahren für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl. Sie achten und sichern ihre Rechte, tragen für altersgerechte Lebensbedingungen Sorge und fördern sie nach ihren Anlagen und Fähigkeiten.

Artikel 7 (Fn 4)

(1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

(2) Die Jugend soll erzogen werden im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und Friedensgesinnung.

Artikel 8

(1) Jedes Kind hat Anspruch auf Erziehung und Bildung. Das natürliche Recht der Eltern, die Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu bestimmen, bildet die Grundlage des Erziehungs- und Schulwesens.

Die staatliche Gemeinschaft hat Sorge zu tragen, daß das Schulwesen den kulturellen und sozialen Bedürfnissen des Landes entspricht.

Artikel 11

In allen Schulen ist Staatsbürgerkunde Lehrgegenstand und staatsbürgerliche Erziehung verpflichtende Aufgabe.


 

Vor diesem Hintergrund müßten also auch an Schüler übergebene Informationsmaterialien behandelt und beurteilt werden. Während mit ihren Schmutzpostillen die Schulen überschwemmen darf und bei gemeldeten Schüler-Fragen sogar Lehrerbelehrungen in Spezialstunden verabreicht werden, reicht bei der von PRO Köln und PRO NRW veranstalteten Flyer-Aktion Anti-Rassismus und NAZI-Hetze ohne weitere Überprüfung aus und erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung. Mit Hilfe der Lehrer und der GEW werden unsere Schüler, d.h. Kinder systematisch einem sozialistischen Brainwash unterzogen und aus derartigen linken Zeitgeistidioten dann u.a. die ANTIFA requiriert. Unsere Schulen sind Ausbildungsstätten des Sozialismus geworden, wie bei Hitler und Honecker. Das dem so ist ergibt sich aus den Besuchsprotokollen der Verteiler der PRO Bewegung. Sie , liebe Eltern sollten endlich zur Gegenwehr übergehen. Wir helfen Ihnen dabei! Wenn Sie uns nicht glauben, wir nehmen Sie bei den Happenings gerne mit. Melden Sie sich unter 0221 2577049. Bequemlichkeit der Eltern hat sich in der Vergangenheit noch nie ausgezahlt, in Ihrem Renten-Alter und dem forgeschrittenen Alter der Kinder bekommen Sie die Quittung dafür!

 

Gegen Verfassung gerichtet:                                         Ist-Situation:

Bericht 1 März 2009

 4. März 2009 Lise- Meitner- Gymnasium

 Insgesamt 4 Personen von Pro Köln bzw. Pro NRW haben an der Verteilaktion teilgenommen. Zuerst wurde je 2 Personen an 2 Ausgängen postiert, die mit der Verteilung gegen 7.30 Uhr begannen. Nach einigen Minuten waren dann alle 4 Verteiler am Haupteingang. Das war gegen 7.40 Uhr. Zu der Zeit wurde auch die Polizei um Hilfe gebeten, da alle 4 Verteiler verbal attackiert worden sind und sowohl bedroht wie beleidigt worden sind. Die Polizei hat die Strafanzeigen aufgenommen.

 Schüler und auch ein Teil des Lehrkörpers hat, teils sehr vehement dazu aufgefordert, die Verteilaktion einzustellen.

 Unerwartete Hilfe erhielten die Verteiler vom Marktleiter, der die teils sehr heftigen Beschimpfungen gegen die Verteiler beobachtet hat. Der Marktleiter wies auf die Meinungsfreiheit hin und erteilte einigen Schülern Platzverbot. Fraglich, ob er dies überhaupt durfte. Das spielt aber keine Rolle.

 Es wurden sehr viele an die Schüler verteilte Flugblätter von den Schüler ungelesen zu Boden geworfen.

 Martin Schöppe wurde sehr stark von südländisch aussehenden Schüler verbal attackiert und bedroht und man sagte ihm, dass man sich sogar dahin gehend absprechen würde, zu behaupten, dass er die Schüler angegriffen hätte, wenn wir uns nicht davon machen würden.

 Die Verteilung war etwa gegen 8.15 Uhr beendet.


4. März 2009 Städt. Gymnasium Leichlingen

 Auch hier waren insgesamt 4 Verteiler anwesend. Die Verteilung begann etwa 7.30 Uhr. Die Verteiler postierten sich an 2 Eingängen.

 Wir wurden während der Verteilung von der Polizei kontrolliert und unsere Personalien wurden aufgenommen. Die Polizei wurde von einem Lehrer gerufen.

 Eine Lehrerin fragte im Laufe der Verteilung, ob wir eine Verteilung überhaupt durchführen dürften, da wir uns angeblich auf städtischem Boden befinden würden. Sie wollte sch erkundigen, ob die Verteilung erlaubt sein würde.

 Im Laufe der Verteilung wurden Gereon Breuer und ich von einer Gruppe Schüler sehr stark bedrängt, wobei der Anführer der Türke Murat Günendi, 9. Klasse, war. Zuerst fragte er uns, ob wir das Gleiche mit den Türken vor hätten, was mit den Juden passiert sei. Darauf hin fragen wir ihn, ob er uns beleidigen wollte. Weiter wurde von uns die Frage gestellt, ob er Antisemit sei. Dies bejahte er ausdrücklich. Er unterstrich nochmals eindeutig und sogar sehr ausführlich, dass er bekennender Antisemit sei und dazu stehen würde. Darauf hin rief ich erneut die Polizei. Bis die Polizei erschien, wurden insgesamt 3 Flaschen von einer Gruppe Schüler geworfen, die allesamt ein südländisches Erscheinungsbild hatten.

 Eine der Flaschen hat mich an der rechten Schulter getroffen.

 Nach dem Vorfall erschien erneut die Polizei mit 2 Streifenwagen, die Strafanzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung wurden aufgenommen.

 Ich konnte im Internet den Namen, die Klasse und die Mailadresse recherchieren. Im Laufe des Tages wurden auf der Internetseite der Schule alle Hinweise zu Schülern gelöscht.

 


aus JUNGE FREIHEIT Dienstag, 01.04.2008

Das deutsche Schulsystem, einst führend in der Welt, steckt in der Krise

"Schule in der Zange"

Von Moritz Schwarz

Herr Dr. Holzapfel, brauchen wir ein neues Schulsystem?

Holzapfel: Nein, aber die Reformen ab den sechziger Jahren haben zu suboptimalen Ergebnissen geführt. Das müßte man ändern.

Und wie?

Holzapfel: Indem wir zunächst mal nach den Gründen für die Fehlentwicklungen fragen. Die sind natürlich mannigfaltig. Aber als langjähriger Gymnasiallehrer habe ich unter anderem miterlebt, wie wir immer mehr in eine Zangenbewegung aus – ich möchte es mal so formulieren – Beliebigkeit und Lebensdienlichkeit geraten sind.

Damit meine ich: Erstens, was einer lernt, ist immer stärker in sein Belieben gestellt worden, sollte also von seiner persönlichen Wahl abhängen. Die Idee war: Was einer auswählt, entspricht seinen Interessen und seinen Fähigkeiten, also wird er sich wohlfühlen, anstrengen und bessere Erfolge erzielen.

Aber?

Holzapfel: Aus dem Belieben wurde Beliebigkeit: Zuviel Lust und Laune, zuwenig Anstrengung einerseits – und Taktik andererseits. Nach dem Motto: „Wie komme ich am leichtesten durch?“ Zweitens hat eine falsche Deutung der Idee, die hinter dem alten Lateinergrundsatz „Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir“ steckt, also der Gedanke, daß Schule auf das Leben vorbereiten soll, dazu geführt, daß diese mit allen möglichen lebensdienlichen Inhalten überfrachtet wurde.

Prinzip: „Der ACI ist nicht so wichtig wie die Gesundheit, also machen wir mehr Ernährungserziehung und weniger Latein!“ Darüber gerieten uns mit der Zeit wichtige Inhalte und Prinzipien aus dem Auge.

"Auch Pädagogik verändert und entwickelt sich"

Also ad fontes – Zurück zu den Quellen?

Holzapfel: Ich habe früher mitunter zu meinen Schülern gesagt: „Wenn ihr könntet, würdet ihr mich jetzt wegzappen.“ Ich will damit deutlich machen, daß die Welt von heute eine andere, das Bewußtsein der Schüler von heute ein anderes ist.

Wir können also das Rad nicht einfach zurückdrehen. Wenn ich sage, wir müssen unser bewährtes Schulsystem wiederherstellen, meine ich also, eine Reform orientiert an den Problemen der Gegenwart – aber aus den alten Prinzipien heraus.

Bis wohin müßte man zurückgehen, um diese alten Prinzipien wiederzufinden? Wann haben Sie erstmals festgestellt, daß das alte System lahmgelegt war?

Holzapfel: Sie irren, wenn Sie sich vorstellen, das System sei außer Funktion. So ist es nicht. Im Laufe der Zeit sind Vorstellungen in unser Schulsystem eingeflossen, die zwar zu Fehlentwicklungen geführt haben, die aber an sich nicht verkehrt sind. Man kann also nun nicht einfach zu dem Punkt vor diesen Ideen zurückgehen.

Die Mißstände, die ich etwa eingangs skizziert habe, entspringen zum Beispiel dem positiven Gedanken, mehr auf die Schüler einzugehen sowie immer mehr Schüler zu höheren Abschlüssen zu führen. Man kann nicht so tun, als gebe es einen objektiv richtigen Endpunkt in der Pädagogik, zu dem wir zurückkehren. Auch Pädagogik verändert und entwickelt sich.

„Man hat Bildungspolitik mit Sozialpolitik verwechselt“

Haben tatsächlich vor allem die Achtundsechziger Schuld an der Misere, wie manche Kritiker behaupten, oder ist das ein Klischee?

Holzapfel: Da ist schon was dran. Denken Sie zum Beispiel nur daran, daß im Zuge der Achtundsechziger-Zeit etwa der Bildungskanon abgeschafft und der Leistungsgedanke diskreditiert wurde. Aber um fair zu sein, es waren nicht nur die Achtundsechziger. Manches reicht auch weiter zurück. Wie kann man so schön bei Wolfgang Hinrichs lesen: „Als vor über vierzig Jahren Georg Picht die deutsche Bildungspanik hervorrief.“ Das war etwa 1965, und Picht war ein Pädagoge, der den Begriff „Bildungskatastrophe“ einführte.

Oder der bis 1965 existierende Deutsche Ausschuß für das Erziehungs- und Bildungswesen, der hatte mit den Achtundsechzigern nichts zu tun, übte aber einigen reformerischen Einfluß aus. Und sicher muß man auch Sympathie haben für manchen Achtundsechziger-Lehrer. Mitunter waren das Leute, die mit einem enormen Idealismus ans Werk gingen. „Wir können jeden zu allem befähigen“, war das Motto. Gut gemeint, aber die reine Utopie!

Von den bürgerlichen Bildungspolitikern jedoch würde man erwarten, sie hätten für die Pflege des klassischen Schulsystems schon Sorge getragen. Haben die ehemals bürgerlichen Parteien CDU und FDP versagt?

Holzapfel: Das ist mir zu allgemein formuliert. Aber sicher stimmt, daß man Bildungspolitik zunehmend mit Sozialpolitik verwechselt hat. Aber Schulpolitik ist bei uns ja Ländersache, und wir sehen, daß in langfristig konservativ geführten Bundesländern  wie Bayern oder Baden-Württemberg das Bildungssystem seine Wertschätzung und seine Leistungsfähigkeit bewahrt hat.

„Fehlt nur ein Stuhl, ruft man gleich nach der Einheitsschule“

Welche Rolle spielt die Einwanderung für die Krise?

Holzapfel: Natürlich senken Schüler, die nicht richtig Deutsch sprechen können, oder die vielleicht aus kulturellen Gründen weder Lehrer noch die Schule respektieren, Qualität und Ergebnisse des Unterrichts. Die Frage ist nur, ist es sinnvoll, das als Schuldzuweisung zu formulieren?

Gilt es nicht, Mißstände klar zu benennen?

Holzapfel: Natürlich, aber konstruktiv, also als zu lösende Problemstellung.

Von wo erwarten Sie die Lösung? Von der Bildungspolitik? Der Pädagogik? Oder den Eltern, die durch Taktieren innerhalb des Systems (Stichwort „Scheinumzüge“) oder Flucht aus dem System (Stichwort „Privatschulen“) das Bildungs-Establishment unter Druck setzen?

Holzapfel: Eine Lösung wird es nur geben, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Frage ist, in welche Richtung es geht: Mißstände werden nämlich auch benutzt, um radikale Lösungen zu fordern. Überspitzt gesagt: Wenn in einer Schule ein Stuhl fehlt, ruft die GEW gern gleich nach der Einheitsschule.

Was die Privatschulen angeht: Ich bin ein Anhänger des staatlichen Schulsystems, weil nur dieses das leisten kann, was vonnöten ist. Dennoch aber haben auch Privatschulen ihren Platz, da sie mitunter das staatliche System ideal ergänzen und mit ihrer Rolle als Stachel im Fleisch das staatliche System auch unter produktive Konkurrenz setzen.

Dr. Winfried Holzapfel ist Vorsitzender des Bundes Freiheit der Wissenschaft. Der Oberstudiendirektor a. D. war 35 Jahre als Lehrer für Latein und Philosophie, 15 Jahre in der Lehrerausbildung und – bis 2004 – 14 Jahre als Leiter einer staatlichen Schule in Nord­rhein-Westfalen tätig. Geboren wurde er 1940 in Düsseldorf.

 


 aus JUNGE FREIHEIT:

Familien werden systematisch betrogen. Nun sollen sie auch noch ihr höchstes Gut geben: die Kinder

"Von der Leyen hat versagt"

Von Moritz Schwarz

Herr Bergmann, zu „tumultartigen Szenen“  kam es am Sonntag auf dem Parteitag der Linken, als Lafontaines Ehefrau Christa Müller ihren Antrag zur Familienpolitik vorstellte.

Bergmann: Vielleicht hätten sich die Damen und Herren Delegierten einmal fragen sollen, wie es morgens wirklich in einer Kinderkrippe zugeht: Von wegen, daß dort glückliche, selbstverwirklichte Frauen lachende Kinder an ihre individuellen Erzieherinnen übergeben und dann entspannt ihrer Karriere nachgehen.

Tatsächlich weinen die Kinder, und die Frauen haben feuchte Augen, während die Erzieherinnen selbst beim besten Willen mit fünf, sechs Kindern pro Kraft überlastet sind. Die Mütter trennen sich beklommen, meist nicht um Karriere zu machen, sondern um hinter der Kasse, Theke oder Büroschreibmaschine zu malochen.

„Da schlägt einem der blanke Haß entgegen“

Sie kennen Frau Müller persönlich.

Bergmann: Ja, und ihre familienpolitischen Vorschläge sind sehr vernünftig. Übrigens zielen sie keineswegs einseitig darauf, Krippen zu verhindern. Müller plädiert lediglich dafür, Eltern die Freiheit der Wahl zu lassen. Diese haben die meisten aber nur, wenn sie genug Unterstützung bekommen.
 
Für Joachim Wagner, Moderator der ARD-Sondersendung zum Parteitag und Vize-Leiter des Hauptstadtstudios, war Christa Müllers Position einfach nur „altbacken“.

Bergmann: Fragen Sie den Herrn doch mal, wie viele Buchseiten er je über Bindungsforschung und frühkindliche Erziehung gelesen hat. Mich würde nicht wundern, wenn es keine einzige wäre. Die meisten Journalisten wissen nichts. Sie schließen sich an die politische korrekte „Mehrheitsmeinung“ an, treten noch ein bißchen nach und freuen sich, wenn der Chef sagt: „Gut gemacht!“

Das Eva-Herman-Phänomen

Nach der Abstimmungsniederlage für Müller kam es zur Verhöhnung und Demütigung der Unterlegenen. Ex-PDS-Vizechefin Petra Pau sah sich schließlich gezwungen, ans Mikrofon zu treten und das Treiben öffentlich zu verurteilen. Woher kommt dieser Haß?

Bergmann: Das frage ich mich auch. Denn das gleiche Phänomen haben wir ja schon bei Eva Herman erlebt. Ich bin davon auch nicht verschont geblieben: Es schlägt einem wirklich der blanke Haß entgegen. Vermutlich steckt dahinter eine tiefe Angst vor einer angeblichen Rückkehr zur Unterdrückung der Frau. Und bei vielen kommt auch schlicht der autoritäre Charakter zum Vorschein, der ja typisch für totalitäre Systeme ist. Denn es ist auffällig, daß alle totalitären Systeme ihre Hand gerne nach den Kindern ausstrecken und darauf achten, daß diese möglichst früh von der Familie getrennt werden.

Wir wissen aus der Bindungsforschung, daß eine frühe Trennung dazu führt, daß Kinder unsicher werden und demzufolge später eine besondere emotionale Unselbständigkeit und Anlehnungsbedürftigkeit entwickeln, die sich diese Systeme zunutze machten. Zu Demokratien dagegen paßt das nicht, denn für ihre freiheitliche Ordnung stellt eine solche Mentalität ein Gefahrenpotential dar.

Hochindividualisierte Umwelt

Das heißt, die Krise um das Kind, und mitunter die Krise der Freiheit, haben einen gemeinsamen Ursprung: die Krise der Familie?

Bergmann: Die moderne Familie, ganz anders als die Großfamilie früher, ist ein isoliertes, extrem fragiles Gebilde und existiert ohne einen stützenden sozialen Rahmen, wie er etwa früher auf dem Dorf oder im Kiez großer Städte gegeben war. Das so extrem auf sich selbst fixierte und allein gelassene Ehepaar ist zudem unerfüllbaren, medial angeheizten, Sehnsüchten ausgesetzt, denen gleichzeitig der Wunsch nach Treue und Liebe gegenübersteht.

Dazu kommt eine hochindividualisierte Umwelt mit all ihren Ansprüchen und dominierenden Denkmustern. All diese Motive und Einflüsse werden nicht von einer großen Gemeinschaft aufgefangen, sondern belasten diese zerbrechliche Zweier-Konstruktion enorm. Das Kind, das da hineingeboren wird, wird nun zum neuen Zentrum.

Mit ihm kommt erstmals ein anderes Motiv als Egoismus ins Spiel. Die Partnerschaft, die bisher nur aus dem Gedanken bestanden hat, „Was bietet mir diese Beziehung?“, erhält nun ein neue Grundlage. Das war in der alten Großfamilie auf dem Dorf noch ganz anderes, da „liefen“ die Kinder so nebenbei „mit“.

So aber ist heute das Kind einerseits eine Last, weil man wegen ihm soviel von seinem bisherigen egoistischen Leben entbehren muß – von der Freizeit bis zum Geld –, andererseits ist es das Liebeszentrum, das verhätschelt und verwöhnt und mit absurden Ansprüchen belastet wird, schon viel zu früh alles mögliche zu lernen. In Hessen gibt es etwa eine Gruppe von Zweieinhalbjährigen, die Chinesisch lernen, weil die Eltern meinen, China ist der Markt der Zukunft.

„Wenn sie könnte, wäre Frau von der Leyen noch radikaler“

Sie sprechen in Ihren Büchern vom „Drama des modernen Kindes“ und von der „Kunst der Elternliebe“.

Bergmann: Ja, denn ungehemmtes Fördern der Kinder ist ebensowenig echte Elternliebe wie das dauernde Verwöhnen. Dazu kommt, daß viele Mütter die Botschaft der Emanzipation, ohne Beruf bin ich keine vollwertige Person, verinnerlicht haben. Dabei entgeht ihnen ebenso wie ihren Kindern viel von dem einzigartigen Glück, das in der ganz besonderen Mutter-Kind-Beziehung liegt und das später insgesamt in unserer Gesellschaft fehlt.

Die Publizisten Susanne und Marcus Mockler weisen in ihrem Buch „Familie, der unterschätzte Glücksfaktor“ darauf hin, daß nur hier diese für die Gesellschaft unentbehrliche Ressource produziert wird.

Bergmann: Genauso ist es. Wer je ein Kind gehabt hat, weiß, daß sich das ganze Leben völlig verändert. Die Liebe, die man erlebt, dadurch daß das Kind zum wichtigsten für einen wird, das Vertrauen, das es einem entgegenbringt, und die Verantwortung, die man für es übernimmt, stellen einzigartige Gefühle und Erfahrungen dar, die man nirgendwo sonst in unserer Gesellschaft erlebt.

Debatte um Äußerlichkeiten

Sie werfen Bundesfamilienministerin von der Leyen vor, „versagt zu haben“.Warum?

Bergmann: Weil es ist ihr nicht gelungen ist, diese zentralen Aspekte, die Bedürftigkeiten des Kindes und die besondere unersetzliche Bedeutung der Eltern, in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen. Statt dessen hat sie lediglich eine Debatte über äußerliche Aspekte wie Finanzierung und wirtschaftliche Notwendigkeiten begonnen.

Weshalb hat sie dies versäumt?

Bergmann: Ich glaube, sie ist dieser enormen seelischen entwicklungspsychologischen und gesamtkulturellen Komplexität des Themas nicht gewachsen. Allerdings kann man die Union nicht auf Frau von der Leyen reduzieren.Tatsächlich ist die CDU/CSU bei dem Thema keineswegs einheitlich.

Ich habe diverse Vorträge in der Partei gehalten und erlebt, daß große Teile der Basis ganz anders denken. Und neben Frau von der Leyen gibt es in der Union auch Politiker, die ganz hervorragende, klar kinderfreundliche Positionen vertreten, wie etwa der thüringischen Familienminister Klaus Zeh.

Diese Fraktion setzt sich aber nicht durch.

Bergmann: Ja, aber ohne diese Fraktion wäre Frau von der Leyen noch viel radikaler.

„Kinder als Problem statt als Quell der Freude“

In der Öffentlichkeit genießt Frau von der Leyen hohes Ansehen. Offensichtlich sind die Deutschen mit ihrer Familienpolitik zufrieden.

Bergmann: Die Leute folgen natürlich vor allem dem, was die medialen Meinungsführer vorbeten. Aber diese – ich wiederhole es – wissen meist einfach nicht Bescheid. Was ich hier sage, ist ja nicht meine persönliche Meinung, sondern Stand der Forschung. Die Menschen sehen in Frau von der Leyen nur diejenige, die ihnen ihr „Problem“ Kind mit Krippenplätzen erleichtert.

Sie bedenken nicht, daß nicht die Kinder, sondern die Art und Weise der Diskussion bei uns das Problem ist. Daß nämlich nicht das Kind und die – anstrengenden und trotzdem überwältigend schönen – Freuden der Elternschaft im Mittelpunkt stehen, sondern Kinder stets als Problem dargestellt werden, das man sich möglichst rasch vom Halse, sprich in die Krippe, schafft.

Kein Wunder, wenn potentielle Eltern Kinder unterschwellig nur noch als Gefahr, Bedrohung und fast unlösbare Aufgabe empfinden. Unsere Gesellschaft ist unterschwellig kinderfeindlich. In dieser Atmosphäre muß die frühkindliche Krippe nicht als Übel, sondern als Erlösung erscheinen.

"Mit dem Kindeswohl hat das nichts zu tun"

Als Ursache für diesen Zustand betrachten Sie den „Verlust an freiheitlicher Nationalkultur in Deutschland“.

Bergmann: So ist es, denn in unserer Kultur sind Verstand und Moral eng verschwistert mit der Vernunftordnung des Staates. Das finden Sie schon bei Hegel. Für mich steht außer Frage, daß es bei der Krippendiskussion im Grunde darum geht, daß die Frauen möglichst schnell wieder dem ökonomischen Prozeß zugeführt werden sollen. Das ist auch für Ursula von der Leyen ein wesentliches Motiv. Natürlich ist das nachvollziehbar, ökonomische Zwänge sind objektive Probleme, aber mit dem Kindeswohl hat das nichts zu tun.

Und auch die Quintessenz der linken Argumentation für Krippen zielt auf den ökonomischen Prozeß, weil die Linke, egal ob Sozialisten oder Sozialdemokraten, traditionell einen Begriff von Arbeit pflegt, der aus dem Protestantismus kommt – Stichwort Max Weber: Der Mensch verwirklicht sich nur durch seine Werke.

Dahinter steckt, daß es bei uns keinen Begriff von Freiheit gibt, sondern nur von Dienen, Unterordnen und Funktionieren, weil es in Deutschland, im Gegensatz zu Frankreich, nie eine erfolgreiche Freiheitsrevolution gab.

Aber genau im Namen der Freiheit, nämlich der Befreiung der Frau, argumentieren die Linken doch.

Bergmann: Das ist richtig, aber was ist das für eine Freiheit? Eine Freiheit, die nicht aus der Bindung, aus der Liebe und aus der Ordnung des Lebens entsteht, sondern aus der Erfüllung einer gesellschaftlichen Pflicht.
Gerade die Revolution ist ein linkes Projekt, und ihr Ziel ist die Zerstörung von Bindungen und natürlicher Ordnung zugunsten einer konstruierten Zukunft.

Zerstörung von Bindungen als Ziel

Die Idee der Freiheit aus Bindung, aus der natürlichen Ordnung des Lebens heraus gehört dagegen zum Kanon der politischen Philosophie des Konservatismus.

Bergmann: Unter konservativ verstehe ich alles, was den Menschen unter gesellschaftlichen oder ökonomischen Primat stellt. Es ist aber richtig, der Begriff der Liebe kommt aus dem christlich-mystischen Denken, es ist der paulinische Liebesbegriff. Diesen halte ich nicht für genuin konservativ.

Aber andererseits wehre mich auch nicht gegen das Wort „konservativ“, denn es stimmt schon, daß die Idee, das Augenmerk auf den Einzelnen und auf seine Liebes- und Bindungsfähigkeit zu richten und vorwiegend daraus, aus seiner individuellen Besonderheit und seiner Bindungsfähigkeit, lebbare soziale Modelle zu entfalten, eine Idee ist, die seit der Aufklärung und in besonderer Weise seit der Romantik unser Denken prägt.

Übrigens stammen aus diesem Zusammenhang auch die Ideen des 1782 geborenen Friedrich Wilhelm August Fröbel, des Vaters des Kindergartens. In diesem Sinne – und Fröbel war auch ein Konservativer – bin ich in der Tat konservativ, sogar romantisch-konservativ.

Die deutsche Romantik hat neben manchen patrizentrischen Verschwiemelungen ein enormes Potential an Freiheitsdenken in die deutsche Kultur gebracht – um die uns andere Nationen, nicht zuletzt die Franzosen, beneiden –, jedenfalls sehr viel mehr als etwa der deutsche Idealismus mit seinem Staatsdenken.

„Familiennetzwerk ‘Familie ist Zukunft’ unterstützen!“

Was kann getan werden, um die von Ihnen geschilderte Geisteshaltung unserer Gesellschaft zugunsten der Kinder zu ändern?

Bergmann: Sicherlich ist zum Beispiel eine Initiative wie das Familienetzwerk Deutschland „Familie ist Zukunft“ eine sinnvolle Unternehmung. Nachdem es einen drohenden Fundamentalismus zu Beginn überwunden hat, ist es inzwischen auf politischer Ebene zu einem sehr wichtigen Faktor geworden, vermutlich – als Stimme der Kleinen – zum wichtigsten organisierten Faktor in Deutschland überhaupt und daher aller Unterstützung wert.

Denn die Stärke von „Familie ist Zukunft“ ist, daß es getragen wird von einer den Menschen oft gar nicht bewußten, aber in uns allen tief verankerten Bindung: die Liebe für Mutter und Vater, früh erworben, tief verankert und prägend bis ans Lebensende.

 Das Nachrichtenmagazin Focus nennt Wolfgang Bergmann den „Advokat der Kinder“. Der Buchautor und Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie in Hannover ist bekannt aus Medienauftritten in Funk und Fernsehen, Gastbeiträgen in Zeit, Welt, Stern, Süddeutscher Zeitung und anderen Zeitungen und Zeitschriften sowie zahlreichen Buchveröffent­lichungen wie „Disziplin ohne Angst“ (Beltz, 2007), „Das Drama des modernen Kindes“ (Beltz, 2003) oder „Die Kunst der Elternliebe“ (Beltz, 2005)

Der Familien- und Kindertherapeut, Jahrgang 1948, betreut außerdem diverse Periodika und war von 1990 bis 1995 Chefredakteur der Deutschen Lehrer Zeitung. Immer wieder wird er auch zu Anhörungen in den Deutschen Bundestag geladen.

 

 

 


      
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