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Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und Werte
Liebe Leser,
hier geht es um die intellektuelle
Auseinandersetzung mit den linken Kollektivisten. Kommen wir gleich zur Sache:
Vor dem Recht und dem Gesetz müssen alle Bürger
gleich sein. Das ist Gerechtigkeit. Es ist wie ein Spiel mit festen Regeln.
Heute kann zum Beispiel jeder mit jedem weltweit über das Internet Schach
spielen, auch wenn die Beteiligten unterschiedliche Sprachen sprechen und sich
deshalb nicht verständigen können. Es spielt keine Rolle, ob der Mitspieler jung
oder alt, dumm oder intelligent, gesund oder krank ist. Die Regeln sind bekannt
und für alle gleich. Würde man einem ›Spielleiter‹ das Recht einräumen,
Ausnahmeregeln festzulegen – beispielsweise: ›Der Spieler X hat eine schlechtere
Schulbildung genossen als der Spieler Y, deshalb darf er einen Zug
zurücknehmen‹, so dürfte sich der Spielleiter anmaßen, allmächtig die Vor- und
Nachteile der Spieler zu bewerten und in Sonderregeln umzusetzen. Umso mehr muss
das Prinzip der Gleichheit vor dem Recht im Verhältnis der Bürger zum
Gewaltmonopolisten Staat gelten. Das ist Gerechtigkeit. Sie lässt sich also ganz
klar definieren. Es gibt aber keine objektiven Kriterien, was ›soziale
Gerechtigkeit‹ ist. Verschiedene Menschen haben dazu unterschiedliche Ansichten.
Weil der Begriff leer ist, ist es unredlich, ihn zu benutzen. In den
Wahlprogrammen und Reden aller Parteien kommt aber diese Floskel ständig vor.
Noch in der Nachkriegszeit definierten SPD und
CDU in ihren Parteiprogrammen: ›Freiheit und Gerechtigkeit bedingen einander‹
und ›Gerechtigkeit gibt jedem die gleiche Chance, sich frei zu entfalten und für
sich und andere Verantwortung zu übernehmen.‹ Das war sehr gut, mutierte dann
aber allmählich zur sozialen Gerechtigkeit, womit meist Gleichheit im Ergebnis
gemeint ist, nicht gleiche Chance.
Je freier die Menschen sind, umso ungleicher
werden sie. Gleichheit im Ergebnis ist nur durch Unfreiheit möglich.
Fast alle staatsgläubigen Menschen sind nur
ahnungslose Mitläufer. Einige Strategen allerdings wollen unsere überlieferten,
kulturprägenden Werte durch neue ersetzen, um den Weg in die utopische,
glückliche ›Eine Welt‹ zu ebnen: Als Nachbeben der Aufklärung tritt an die
Stelle eines Schöpfergottes die Natur als Gott. Die Menschen als Teil dieser
Natur sollen sich nicht voneinander abgrenzen, sondern eine homogene Einheit
werden. Dieser ›neue Mensch‹ soll grenzenlos tolerant sein, soll keine
Unterschiede in der Wertigkeit zulassen. Deshalb ist nur ›politisch korrekt‹,
wer Homo- und Heterosexualität, Ehe und Homo-Ehe, christliche Religion und
Islam, gesund und krank, klug und dumm als gleichwertig betrachtet. Aber
Kinderschänder und Friedensnobelpreisträger sind nicht gleichwertig.
Wir Bürgerlichen sollten selbstbewusst diesen
selbsternannten Intellektuellen den gesunden Menschenverstand entgegenhalten.
Man kann nicht Gutes bewundern, ohne Schlechtes zu verachten.
Der Geist der ›politischen Korrektheit‹ hält
Wahrheit für relativ, deshalb gilt sein Kampf nicht der Unwahrheit, sondern der
›Intoleranz‹, also der Differenzierung.
Die Umwertung überlieferter - letztlich
christlicher - Werte wird sehr geschickt propagiert: ›Vielfalt statt Einfalt‹,
›Es ist normal, anders zu sein‹. Wer sich der Umwertung widersetzt, wird in
unserer staatlichen Besserungsanstalt mit Antidiskriminierungskampagnen
attackiert. Zu Zeiten der Aufklärung forderte Schiller von den Mächtigen durch
den Marquis von Posa: ›Geben Sie Gedankenfreiheit!‹ Mit vorgeschriebenen
gemeinsamen Werten ist das unmöglich.
Die ›kleinen Robespierres‹ wachen eiskalt über
die neuen Werte, die richtige Gesinnung, sie verlangen die grundsatzlose
Toleranz, die eigene Macht fest im Blick, ihre fernen Ziele im Auge, nämlich die
›Eine Welt‹. Der Terror gegen ›Andersgläubige‹ ist heute verbal, ohne
Guillotine. Wer eine andere Meinung als die gängige vertritt, wird von den
Medien fertig gemacht, frei nach Mark Twain: ›Wir lieben Leute, die frei und
offen ihre Meinung sagen, vorausgesetzt, sie haben dieselbe Meinung wie wir.‹
Wer gegen politisch korrekte Formulierungen
verstößt, wird nicht eingesperrt, er wird ausgesperrt, aus Parteien und
Verbänden, in den Medien diffamiert und nach massiven Angriffen totgeschwiegen.
Das ist nicht neu. Es wurde schon 1835 von Alexis Graf Tocqueville über die
Demokratie in Amerika beschrieben. Er schrieb: ›In Demokratien geht die Tyrannei
anders zu Werk, sie geht unmittelbar auf den Geist los. Der Machthaber sagt
nicht: Du denkst wie ich oder du stirbst, sondern: Du hast die Freiheit zu
denken, was du willst, aber von dem Tag an bist du ein Fremder unter uns, du
wirst dein Recht auf menschlichen Umgang verlieren.‹
Korrektes Verhalten bedeutet die Beachtung
überlieferter Formen, die politische Korrektheit will die Gleichschaltung des
Denkens und Verhaltens. Die Zensur soll im eigenen Kopf erfolgen. Die Ziele sind
Gleichheit und Werterelativismus.
Früher musste man in Deutschland die richtige
Rasse haben, nach 1945 im Osten der richtigen Klasse angehören, heute muss man
die richtigen ›Werte‹ befolgen!
Wenn wir darauf hereinfallen, dass alles gleich
oder gleichwertig ist, werden wir keine neuen Ziele und keine Visionen mehr
haben – ja, dann fehlt uns die Motivation, uns aufzulehnen gegen diese geistige
Bevormundung, gegen diese Gleichmacherei, gegen die Herrschaft der Ideologen und
Bürokraten über uns, dann fehlt uns die Motivation, energisch und schöpferisch
für die Familien, für unsere Heimat und für mehr politische Freiheit zu kämpfen,
dann gehen wir unter, kollektiv wie 1945. Diesmal als ethnische Minderheit –
aber diesmal für immer!
Werte werden durch die Individuen gewählt und
gesetzt. Sie sind subjektiv. Werden sie von vielen Menschen geteilt, so können
sie zu gesellschaftlichen Werten, und über Jahrhunderte zu gesellschaftlichen
Normen werden, zum Beispiel zu den allgemeinen Menschenrechten der UNO.
Nach Nietzsche sind Werte Prinzipien zur
Steigerung der Macht, ob von der Mehrheit in Demokratien oder in Diktaturen. Es
gibt natürlich auch fragwürdige Werte, wie ehedem die bloße
Standeszugehörigkeit.
Die Werte werden heute vornehmlich von den Linken
und Grünen definiert und ausgelegt. Sie haben die Deutungshoheit errungen und
spielen sich mit den Medien die Bälle zu, in denen sie auch eine große Zahl der
Redakteure stellen.
Die individuelle Freiheit wird als Freiheit der
Reichen diffamiert. Es geht um Macht, es geht um Stimmen, also wird versucht,
mit neuen Werten eine neue Mehrheitsmoral zu schaffen – und die drängt zu mehr
Gleichheit im Ergebnis, sie drängt nach links. Ständig werden moralisierend neue
Gesetzte zur Umverteilung erlassen, das bringt Stimmen, da immer mehr Menschen
vom Sozialtransfer profitieren: Inzwischen kommen auf 1,1 Einzahler ein
Empfänger! Die Umverteiler, die Gutmenschen, die Gutes auf Kosten anderer tun,
gewinnen damit Macht und Einkommen. Es ist schwierig, sich gegen moralisierende
Herrschaftsformen zu wehren. Aber erzwungene Liebe ist keine Liebe und
erzwungene Moral keine Moral.
Wie weitgehend die Linken in Europa die
Vorherrschaft übernommen haben, zeigt die Ablehnung des vorgeschlagenen
EU-Kommissars Buttiglione. Er selbst beschrieb das wie folgt: ›Ich sagte, ich
könnte als praktizierender römischer Katholik, der die Lehren seiner Kirche
befolgt, denken, dass die Homosexualität eine Sünde darstellt. Das ist eine
moralische Vorstellung. Eine liberale Gesellschaft aber ist eine Gesellschaft,
in der Menschen mit unterschiedlichen moralischen Vorstellungen durch gemeinsame
Rechtsgrundsätze zusammengehalten werden. Der Unterschied, den ich in meiner
Aussage zwischen Recht und Moral machte, wurde nicht akzeptiert. Wenn das
Europäische Parlament die Logik meines Falles fortsetzt, ist die EU auf dem
besten Weg, eine moderne Inquisition einzuführen, die sowohl die
Religionsfreiheit als auch die Gewissensfreiheit gravierend verletzt! Hier
erhebt sich eine neue atheistische Staatsreligion samt Gewissenspolizei!‹
Brutal offenherzig bestätigte das ein
SPD-Repräsentant: ›Buttiglione vertritt Auffassungen, die mit dem Lebensmodell,
das wir in Europa favorisieren und durchsetzen wollen, nicht vereinbar sind.‹
Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Europa eine Gesinnungsgemeinschaft ist
oder werden soll und nicht eine Rechtsgemeinschaft.
Die im Grundgesetz verankerte Antidiskriminierung
sollte den Bürger vor dem Gewaltmonopolisten Staat schützen. Artikel 3: ›Alle
Menschen sind vor dem Gesetz gleich.‹ Diese Selbstverständlichkeit wurde von den
Kollektivisten zur Gleichmacherei bei privaten Vertragsabschlüssen zwischen
Bürgern umgebogen: ›Alle Menschen sind gleich, also sind alle gleich zu
behandeln.‹ Das Antidiskriminierungsgesetz, umgetauft zum sozial klingenden
Gleichbehandlungsgesetz, wollte keine freien Menschen, sondern solche, die gut
sind. Und was gut ist, bestimmen die Kollektivisten: Die Vermietung eigener
Wohnungen muss an jeden Beliebigen erfolgen, nur das ist gut. Freie
Arbeitsplätze müssen nachweislich entsprechend vermeintlich objektiven Kriterien
besetzt werden, auch in kleinsten Familienbetrieben und in langjährig
gewachsenen freundschaftlichen Teams. Es war der brutalste Eingriff in unsere
Vertragsfreiheit seit Bestehen der Bundesrepublik!
Die vereinigten sozialdemokratischen
Bruderparteien, also einschließlich CDU/CSU, setzten in der Großen Koalition
sogar die Beweislastumkehr im Antidiskriminierungsgesetz durch! Seit 2000 Jahren
galt entsprechend dem Römischen Recht die Unschuldsvermutung, sie wurde
kaltschnäuzig beiseite geschoben: Der Beklagte muss seine Unschuld beweisen! Er
muss beweisen, dass er keinen Bewerber diskriminiert hat, er, der Klassenfeind,
der Arbeitgeber und der Hauseigentümer.
Nun marschieren wir im Gleichschritt in die
Gleichheit. Wir enden dann als eine Masse ohne individuelle
Entscheidungsfreiheit – allerdings mit einer großen Ausnahme: Wir dürfen unsere
Konsumwünsche individuell und frei austoben. Und alle vier Jahre das kleinste
Übel wählen!
Die Werterelativierer zwingen Mehrheiten über die
›Antidiskriminierung‹, sich Minderheiten zu beugen. Fühlt sich ein Muslim oder
Atheist durch ein Kreuz in Schulen oder Krankenhäusern ›diskriminiert‹, so muss
es entfernt werden. Ein hinterhältiger Weg zur Durchsetzung neuer Werte auf dem
Weg in die ›Eine Welt‹!
Ich weiß, das ist starker Tobak. Aber wer will
intellekuell dagegen halten? Trauen wir uns überhaupt noch, "konservativ" zu
sein? Oder fühlen wir uns schon unbehaglich bei dem Gedanken, alte Tugenden und
überlieferte Werte hoch zu halten, die von den Linken als altmodisch, spießig
oder reaktionär diffamiert werden?
Max Eichenhain
PS Im übrigen bin ich der Meinung, (Ceterum
censeo...) dass unser Hauptproblem die niedrige Geburtenrate der
Deutschstämmigen ist. Das zu ändern sollten wir mit größtem Einsatz anstreben.
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Prof. Ken
Schoolland (Uni von Hawaii) hat 12 Jahre daran gearbeitet um komplizierte Sachen
so einfach darzustellen, dass auch die Menschen, die man nicht zu den
Intellektuellen zählt, das ohne Mühe verstehen können. Seine Philosophie der
Freiheit hat Ron Paul für seine Rede vor dem US-Senat (Mai, 2009) inspiriert und
begeistert momentan in 39 Sprachen die Menschen. Sein Geheimnis ist, dass er
jeden anspricht und auch eine Lösung anbietet.
Philosphie der Freiheit Video:
http://www.youtube.com/watch?v=ZWy_e9WAkV4&feature=player_embedded
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